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Warten auf EMA zu Astrazeneca - Impfgipfel wird vertagt

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Rückschlag für Deutschlands Impfkampagne: Astrazeneca-Impfungen sind ausgesetzt. Bund und Länder wollten am Mittwoch das Vorgehen beraten, jetzt wird der Impfgipfel verschoben.

Corona-Impfstoff vomn Biontech / Pfizer am 22.01.2021 in Meerbusch
Wie geht es weiter mit der Impfkampagne? Darüber wollten Bund und Länder am Mittwoch beraten - eigentlich.
Quelle: picture alliance / Laci Perenyi

Nach dem vorläufigen Impfstopp mit dem Präparat von Astrazeneca wird die für Mittwochabend geplante Bund-Länder-Konferenz zur Impfstrategie verschoben. Das teilte ein Regierungssprecher in Berlin mit. Demnach soll zunächst die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zum weiteren Umgang mit dem Impfstoff von Astrazeneca abgewartet werden.

Bei den Beratungen sollte es auch um die Frage gehen, wie die Hausärzte in die Impfabläufe einbezogen werden können. In den Praxen sollte vor allem Astrazeneca zum Einsatz kommen.

Sieben Thrombose-Fälle in zeitlichem Zusammenhang mit Impfung

Doch am Montagnachmittag hatte das Gesundheitsministerium überraschend mitgeteilt, dass auch Deutschland die Impfungen mit Astrazeneca aussetzt. Vorausgegangen waren Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung. Den Angaben zufolge sei der Schritt vorsorglich - das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte zuvor dazu geraten.

Auch Deutschland setzt vorest Impfungen mit Astrazeneca aus.

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Von den sieben in Deutschland aufgetretenen Fällen mit Thrombosen (Blutgerinnseln) der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang zur Impfung verliefen drei tödlich, wie Institutspräsident Klaus Cichutek in der ARD sagte. Bisher wurde Astrazeneca in Deutschland über 1,6 Millionen Mal verimpft.

Wir haben aufgrund von neuen Untersuchungen, aber auch neuen Meldungen, eine neue Lage.
Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts

Lauterbach sieht Astrazeneca-Stopp kritisch

Andere wie der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sehen die Entscheidung kritisch. Der Pandemiebeauftragte des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, Christoph Spinner, sagte der dpa, die Vorfälle seien sehr selten. Zunächst würden vor allem Menschen mit Vorerkrankungen geimpft - diese hätten teils von vornherein ein gesteigertes Thromboembolie-Risiko.

Die EU-Gesundheitsminister beraten darüber, wie es nun mit dem Astrazeneca-Impfstoff weiter gehen soll. ZDF-Korrespondent Gunnar Krüger berichtet mit Neuigkeiten aus Brüssel.

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Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen nannte den vorläufigen Stopp sogar fahrlässig. Der Bundestagsabgeordnete sieht darin "die nächste Erschütterungswelle" für das Vertrauen in die Corona-Politik der Regierung.

Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, hält das Präparat zwar für sicher. Trotzdem sei es richtig, die Verdachtsfälle auf schwere Nebenwirkungen zu prüfen, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Dänemark hatte als erstes Land Astrazeneca-Impfungen ausgesetzt. Andere Länder zogen nach. Nach Deutschland verkündete am Montagabend auch Spanien einen Stopp.

Impfzeitplan laut Experten nicht zu halten

Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) rechnet nun mit deutlichen Verzögerungen im Impfzeitplan. Dann würden statt im August erst im September alle Impfwilligen eine zweite Dosis erhalten, sagte ZI-Chef Dominik von Stillfried dem "Handelsblatt". Das ZI-Rechenmodell geht davon aus, dass die bislang zugelassenen Mittel von Johnson & Johnson, Moderna und Biontech/Pfizer wie zugesagt geliefert werden und die Hausärzte frühestmöglich impfen können.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten einen breiten Impfstart in Praxen spätestens in der Woche vom 19. April angepeilt.

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