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Forderungen vor dem Impfgipfel - Was muss beim Impfen besser laufen?

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Schleppender Impfstart, unklare Lieferungen: Vor dem Impfgipfel am Montag haben Politiker und Verbandsvertreter ihre Erwartungen klar gemacht.

Corona-Impfzentrum in den Hamburger Messehallen
Bund und Länder beraten am Montag über Strategien bei der Impfkampagne.
Quelle: picture alliance / Geisler-Fotopress

Am Montag will Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder angesichts von Schwierigkeiten beim Impfstart und Produktionsproblemen bei manchen Herstellern über mögliche Verbesserungen der Impfstrategie beraten. Von verschiedenen Seiten kommen Forderungen, was besser laufen müsse. Hier die wichtigsten:

Höheres Tempo beim Impfen

Die noch zu geringe Geschwindigkeit der Impfungen wird von vielen Seiten beklagt - auch von der Wirtschaft. So sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der dpa, die Anpassung der Impfstrategie und Steigerung der Impfgeschwindigkeit seien ein zentraler Wettbewerbsvorteil: "Hier müssen wir deutlich besser werden."

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Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig fordert ein deutlich höheres Tempo bei den Impfungen. In den Bundesländern sei die erforderliche Infrastruktur in kurzer Zeit aufgebaut worden: "Aber wir könnten viel mehr Menschen schützen, wenn wir mehr Impfstoff zur Verfügung hätten".

Es ist offensichtlich zu wenig und zu spät bestellt worden.
Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns

Klarheit über Lieferungen

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) beklagte, trotz der angekündigten fünf Millionen weiteren Impfdosen habe man nicht einmal für vier Wochen Lieferklarheit. "Die Mengen des Impfstoffs von Moderna sind um 20 Prozent gekürzt, die Ankündigungen von Astrazeneca stehen unter Änderungsvorbehalt. Auf dieser Basis können wir noch immer nicht verlässlich Impftermine vergeben", sagte Dreyer der "Bild am Sonntag". Auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte am Samstag via Twitter die fehlende Planungssicherheit moniert:

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Auf dem Impfgipfel brauche es daher verbindliche Aussagen der Hersteller zu Liefermengen und Terminen, so Tschentscher. Laut Gesundheitsministerium werden bis zum 22. Februar mindestens weitere 5 Millionen Impfdosen an die Länder geliefert. Biontech und Astrazeneca lieferten den Bundesländern bis zum 22. Februar 1,747 Millionen Dosen mehr als bisher geplant. Damit würden auch vorübergehende Engpässe beim Moderna-Impfstoff "mehr als ausgeglichen", teilte das Ministerium via Twitter mit.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) plädierte vor dem Bund-Länder-Impfgipfel für eine längerfristig angelegte Corona-Politik. "Meine Perspektive ist keine Lockerungsdebatte, sondern ein Fahrplan, der uns über Monate hinweg eine Perspektive gibt", sagte Ramelow dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). "Dazu gehören ein Kriterienkatalog, was bei bestimmten Inzidenzen geschieht, und medizinische Versorgungskapazitäten."

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Habeck: Alle Pharmakonzerne einbeziehen

Grünen-Chef Robert Habeck forderte die Umstellung auf eine "Not-Impfstoffwirtschaft". "Es ist unabdingbar, alle Anstrengungen zu unternehmen, um mehr Impfstoff zu produzieren", sagte Habeck den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Alle Pharmakonzerne seien "unverzüglich ihren Fähigkeiten entsprechend in die Produktion einzubeziehen", sagte der Grünen-Chef.

Von FDP-Chef Christian Lindner stammt der Vorstoß, Biontech und Pfizer sollten Produktionslizenzen an andere Hersteller weitergeben. Die Linke und einige Experten hatte dies verpflichtend gefordert. Die Pharmaindustrie zeigte sich wenig begeistert: Nicht umsetzbar sei das, so der Verband Forschender Arzneimittelhersteller. Dazu sei die Impfstoffherstellung zu anspruchsvoll.

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Jens Spahn: Bessere Terminvergabe

Zum Start der Terminvergabe für die Coronaimpfungen waren an einigen Stellen Leitungen und Server von der Last überfordert - so etwa in NRW. Zahlreiche Menschen konnten somit zunächst keinen Termin ausmachen oder mussten lange warten. Das müsse besser werden, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Samstag bei einem Townhall-Meeting. Beim Impfgipfel werde darum auch das Thema sein.

Es mache Sinn, wie einige Länder es machten, nicht gleich alle aus einer Altersgruppe einzuladen - sondern die Gruppen, die einen Termin vereinbaren könnten, kleiner zu machen. Spahn sagte, er verstehe den Frust. Es seien aber auch viele gleichzeitig, die nun um einen Termin "ringen.

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von Dominik Rzepka

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