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Vor dem Impfgipfel - Was die Länder zu Kinder-Impfungen planen

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Werden Kinder und Jugendliche in Deutschland demnächst geimpft? Was sind die Argumente dafür und dagegen und wie bereiten sich die Bundesländer vor? Ein Blick auf den Impfgipfel.

Heute Nachmittag findet ein Impf-Gipfel statt. Hier sollen die Fragen nach einer Impfung für Kinder und Jugendliche sowie einer gerechten Verteilung der Impfdosen geklärt werden.

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Vor dem Impfgipfel von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag gibt es weiter Diskussionen über Corona-Impfungen von Kindern und Jugendlichen. Während eine Zulassung der EMA erwartet wird, ist die zuständige Impfkommission (Stiko) zurückhaltend mit einer generellen Empfehlung.

Darum geht es beim Impfgipfel

Die Corona-Impfungen von Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren sollen in Deutschland am 7. Juni starten. Das sagte Kanzlerin Angela Merkel nach den Beratungen von Bund und Ländern. Angestrebt wird, bis Ende August allen Kindern ab zwölf Jahren ein Impfangebote zu machen. Zuvor muss jedoch die EU-Arzneimittelbehörde EMA - voraussichtlich an diesem Freitag - über eine Zulassung für den Impfstoff von Biontech und Pfizer entscheiden. Bisher ist dieser erst ab 16 Jahren zugelassen. Zu klären ist auch die Organisation von Impfungen für Jugendliche, zum Beispiel über Schulen oder Arztpraxen. Weitere Themen der Beratungen sollen auch Auffrischungsimpfungen und der digitale Impfpass sein.

Bei Impfgipfel diskutieren Bund und Länder über Impfungen für Kinder und den digitalen Impfpass. Dabei gibt es noch viele offene Fragen, berichtet ZDF-Korrespondentin Wiedemeyer.

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Das sagen Kritiker einer Impfempfehlung für Kinder

Auch für den Fall einer EMA-Zulassung behält sich die Stiko Klärungen für eine mögliche Impfempfehlung vor. Ihr Mitglied Rüdiger von Kries betonte, momentan wisse man kaum etwas über die Nebenwirkungen von Corona-Impfungen bei Kindern. "Bei unklarem Risiko kann ich zurzeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird."

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, begrüßte die zurückhaltenden Signale der Stiko. "Die Studienlage zum Infektionsrisiko von Kindern ist bislang sehr dünn", sagte er im Handelsblatt. Ärztepräsident Klaus Reinhardt sieht noch Klärungsbedarf. "

Die Datenlage zu Risiken und Nutzen einer möglichen Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen ist derzeit noch so unzureichend, dass man keine Empfehlung abgeben kann". Auch wenn ein Impfangebot hilfreich sei, betonte er die bisherige Impfstrategie, "die wissenschaftliche Sorgfalt vor Geschwindigkeit setzt."

Das sagen Befürworter einer Impfempfehlung für Kinder

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte die Stiko-Überlegungen, den Biontech-Impfstoff möglicherweise nur für Jugendliche mit Vorerkrankungen zu empfehlen. Dem "Spiegel" sagte er, er fände es "enttäuschend", wenn die Stiko keine grundsätzliche Empfehlung zur Impfung der Kinder ausspräche. Auch SPD-Chefin Saskia Esken drängt auf ein schnelles Impfangebot für Minderjährige. "Kinder und Jugendliche haben jetzt weit über ein Jahr auf vieles verzichten müssen und leiden besonders unter den Einschränkungen in der Pandemie", sagte sie der Funke Mediengruppe.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) reagierte mit Unverständnis auf die Signale der Stiko: "Kinder und Jugendliche können sich infizieren und das Virus weitergeben, deshalb müssen sie ein Impfangebot bekommen - sofern eine Zulassung vorliegt, bei der Nutzen und Risiken abgewogen wurden", sagte Weil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Vor dem Corona-Gipfel ist eine Kontroverse entbrannt: Bundesgesundheitsminister Spahn will Kinder in die allgemeine Impfkampagne miteinbeziehen, die Stiko rät davon jedoch ab.

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So planen die Länder:


NRW arbeitet an der Konkretisierung des Vorgehens bei den Impfungen für Kinder und Jugendliche.

Hamburg zeigt sich bei dem Impfungen zurückhaltend und will laut Senat erstmal abwarten "was die EU sagt".

Das Saarland plant interne Vorbereitungen. Einen Fahrplan und nähere Angaben gibt es erst, wenn klar ist, wann die Impfung von Kindern ab zwölf Jahren zugelassen werde.

Mecklenburg-Vorpommern will mindestens 65 Prozent seiner Schüler ab einem Alter von zwölf Jahren zeitnah impfen und hat dazu die Lieferung von 64.450 Dosen des Präparats von Biontech/Pfizer beim Bund beantragt.

Hessen strebt an, die Erstimpfungen der Schüler ab 28. Juni bis zum Beginn der Sommerferien am 19. Juli durchzuführen, wenn die Stiko eine Empfehlung gibt und klar ist, dass es ausreichend Impfstoff gibt. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich dann in einem Impfzentrum registrieren können oder vom Kinder-, Jugend- oder Hausarzt geimpft werden.

Rheinland-Pfalz will seine Entscheidung, ob und wann Kinder und Jugendliche geimpft werden können, von der Empfehlung der Stiko abhängig machen. Laut Gesundheitsminister ist das Land vorbereitet, Impfzentren und Kinderärzte könnten "direkt loslegen".

Die Zulassung der EMA und die Einschätzung der Stiko stehen noch aus, die Diskussion um die Impfung von Kindern ist schon in vollem Gange. Ob sie auch ein Vakzin erhalten sollen - die Meinungen gehen auseinander. Bund und Länder beraten am Donnerstag.

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Schleswig-Holstein wartet auf Zulassung und Stiko-Empfehlung, bereitet sich aber "intensiv und in enger Abstimmung mit allen Beteiligten" auf Impfangebote für Jugendliche vor.

Sachsen ist in den Vorbereitungen für die Impfung von Kindern und Jugendlichen. Reihenimpfungen oder Impfungen in Schulen sind aber nicht vorgesehen. Die Impfungen sollen bei niedergelassenen Ärzten oder in den Impfzentren erfolgen.

Bayern erarbeitet aktuell ein Konzept, um nach den Zulassungen die Impfungen für Kinder und Jugendliche "so schnell wie möglich" zu starten. Es seien verschiedene Modelle denkbar, bei denen sowohl die Ärzte als auch die Impfzentren eingebunden werden.

Selbst wenn Corona-Impfstoffe für Kinder in der EU zugelassen werden, könnte die Stiko von einer Empfehlung absehen. Viele Eltern sind verunsichert.

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Sachsen-Anhalt erarbeitet laut dem Sozialministerium derzeit das Konzept für die Impfangebote für Kinder und Jugendliche. Ministerpräsident Reiner Haseloff setzt auf die Impfzentren: "Das werden wir nicht über die Hausarztpraxen und Kinderarztpraxen hinbekommen."

Bremen bereitet sich auf die Impfung von Jugendlichen vor. Sie sollen vor allem in den Impfzentren geimpft werden. Kinder- und Jugendärzte sowie mobile Teams in Schulen und Freizeiteinrichtungen sollten die Impfkampagne ergänzen.

Niedersachsen hat bereits ein Konzept zum flächendeckenden Impfen aller Schüler ab zwölf Jahren vorgelegt. Mit Aktionen in den Schulen und in den Impfzentren sollen alle Schüler laut Gesundsheitsministerium ein Angebot zur Immunisierung erhalten. Die Impfaktion soll noch vor den Sommerferien im Juli beginnen.

Auf dem heutigen Impf-Gipfel werden wichtige Themen wie die gerechte Verteilung der Impfstoffe angesprochen. ZDF-Korrespondentin Nicole Diekmann zu den Erwartungen.

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Berlin rechnet für Mitte Juni mit dem Impfbeginn bei Kindern und Jugendlichen in der Hauptstadt. Und will laut Gesundheitssenatorin starten, "sobald der Impfstoff da ist". Er soll reichen, um zunächst rund 65 Prozent der 12- bis 18-Jährigen ein Impfangebot machen zu können. Geimpft werden soll in Impfzentren und Arztpraxen.

Brandenburg hat ein Konzept des Gesundheits- und Bildungsministeriums für die Impfungen für Schüler zwischen 12 und 18 Jahren. Entscheidend für die Umsetzung sind aber die Zulassung, die Stiko-Empfehlung und die erforderlichen Impfstoffmengen.

Thüringen hofft auf den Beginn der Impfungen bereits im Verlauf des Juni. Voraussetzung ist die Zulassung und eine Empfehlung der StiKo. Ziel sei es, den 12- bis 18-Jährigen bis zum Beginn des Schuljahres 2021/22 ein Angebot zu machen, sagt die Gesundheitsministerin.

Baden-Württemberg will noch vor den Sommerferien mit Impfungen für Schülerinnen und Schüler beginnen - sobald es die Zulassung gibt. Sozialministerium und Kultusministerium stimmen sich ab und wollen in Kürze über Details zur Impfkampagne, zur Logistik und zur Verteilung des Impfstoffs informieren.

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