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Vor Impfgipfel - Lauterbach: Herdenimmunität so nicht machbar

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Auf dem Impfgipfel am Montag wollen Politik und Fachleute die Impfstrategie verbessern. Gesundheitsexperte Lauterbach fordert, vor allem die Vakzinproduktion stark zu steigern.

Behälter mit nur einem Fläschchen des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer.
Nicht überall steht genügend Impfstoff zur Verfügung. Archivbild.
Quelle: dpa

Seit fünf Wochen wird in Deutschland geimpft, doch so recht kommt die Immunisierung der Bevölkerung nicht in Gang: 2,3 Millionen Bundesbürger wurden bisher geimpft. Das sind 2,79 Prozent der Einwohner.

Bei dieser Impfgeschwindigkeit sei es schwierig, zügig eine Herdenimmunität zu erreichen, kritisieren viele. Das wäre jedoch in Anbetracht der auch in Deutschland festgestellten hoch ansteckenden Coronavirus-Varianten um so wichtiger, wie SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach am Montag twitterte:

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Viel Kritik an der derzeitigen Impfstrategie

Die Strategie von Bund und Ländern scheint bisher zu kurz zu greifen. Kritisiert wird vor allem:

  • Impfstoffhersteller nehmen immer wieder Lieferzusagen zurück
  • Mangels Impfstoff stehen deshalb Impfzentren leer
  • Die Liefertermine des Bundes an die Länder sind zu unzuverlässig
  • Impftermine müssen wieder abgesagt werden, und die Termin-Hotlines sind oftmals dauerbesetzt.
Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.

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Die Erwartungen an den heutigen Impfgipfel sind hoch und wurden von der Politik am Wochenende weiter angetrieben. Wie Karl Lauterbach von der SPD fordern auch Politiker anderer Parteien mehr Druck auf die Impfstofflieferung: So forderte CDU-Chef Markus Söder einen über Wochen und sogar Monate "verlässlichen Lieferplan" für die begehrten Impfstoffe, der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck verlangte eine "Notimpfstoffwirtschaft" .

Die Bundesregierung hatte die Erwartungen an den Gipfel am Montag jedoch vorsorglich gedämpft. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte "mindestens zehn harte Wochen" mit knappem Impfstoff voraus.

Impfstoffhersteller warnen vor hohen Erwartungen an die Branche

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) warnt vor dem Impfgipfel davor, zu hohe Erwartungen an die Branche zu stellen:

Eine Impfstoff-Fabrik ist kein Bücherregal aus dem Möbelhaus, das man schnell aufbauen kann.
Han Steutel, VFA-Präsident

So VFA-Präsident Han Steutel den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Montag. "Wäre es so, hätten wir es doch längst gemacht."

Für die komplexe Herstellung von Impfstoffen brauche es geeignete Produktionsanlagen und qualifiziertes Personal, heißt es dem Bericht zufolge aus der Branche. Selbst Firmen, die ihre Kapazitäten schnell ausweiten könnten, bräuchten dafür sechs bis neun Monate.

So viel Impfstoff wurde für Deutschland eingekauft

Geliefert wurden bisher in Deutschland über 3,5 Millionen Dosen; davon wurden etwa zwei Drittel inzwischen gespritzt. Am Freitag wurde das dritte Vakzin, das von Astrazeneca, zugelassen. Bis zum 22. Februar werden laut Gesundheitsministerium weitere 5 Millionen Impfdosen oder mehr an die Länder geliefert.

Konkret gesichert sind laut Gesundheitsministerium insgesamt:

  • mehr als 90 Millionen Biontech-Dosen
  • 50 Millionen vom Hersteller Moderna
  • 56 Millionen von Astrazeneca.

Folgen könnten - von bislang noch nicht zugelassenen Impfstoffen - 37 Millionen Dosen von Johnson & Johnson, 53 Millionen von Curevac und womöglich 55 Millionen von Sanofi/GSK.

Genaue Liefertermine sind aber ungewiss. Zudem ist unklar wie lange der Impfschutz anhält und, ob und in welchen Abständen Impfungen etwa aufgefrischt werden müssen.

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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