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Gelber Ausweis oft gefälscht - Impfpässe werden zur heißen Ware

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Mit dem Start der Corona-Impfkampagne ist der gelbe Impfausweis plötzlich gefragt, der Schwarzmarkt mit Fälschungen floriert. Der digitale Nachweis soll den Betrug unterbinden.

Impfung. Symbolbild
Betrüger bieten gefälschte Impfpässe im Internet an.
Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Der Impfpass gilt derzeit als der Schlüssel zur Freiheit. Verstaubte er früher jahrelang in der Schublade, bekam er im Zuge der Covid-19-Pandemie plötzlich eine größere Bedeutung. Denn: Wer vollständig geimpft ist, kann aktuell mehr Freiheiten genießen als andere. Dadurch erhoffen sich auch Kriminelle Chancen auf ein lukratives Geschäft.

Im Internet werden gefälschte Impfpässe mit einer bestätigten Covid-Impfung für rund 100 Euro pro Stück angeboten. Wer gleich mehr bestellt, bekommt Mengenrabatt. Die Fälschungen sind für den Laien kaum von Originalen zu unterscheiden. Stempel und Unterschriften von Ärzten aus Impfzentren oder Hausarztpraxen täuschen eine Echtheit dieser Dokumente vor. Doch betroffene Ärzte erkennen die Fälschungen auf den ersten Blick.

Das LKA fahndet bereits nach den Angeboten gefälschter Impfpässe im Netz. Bis Mitte des Jahres soll es einen sicheren digitalen Nachweis geben.

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Gefahr durch Bilder in Sozialen Netzwerken

"Es war ein ganz großer Schock, als ich diese Fotos übermittelt bekommen habe, wo plötzlich mein Name draufstand und meine Adresse", sagt der Kölner Hausarzt Johannes Nolte. Für ihn ist sofort klar: Die Stempel sind gefälscht, der Name der Praxis stimmt nicht.

Die Betrüger haben mitunter leichtes Spiel: Die gelben Pässe sind im Handel frei erhältlich, das Fälschen von Stempel und Aufkleber für den Impfstoff ist deutlich einfacher als bei Ausweisdokumenten oder Geldscheinen. Auch Menschen, die Fotos ihrer Impfpässe in den Sozialen Netzwerken posten, helfen ungewollt beim Schwindel mit.

Lambrecht: Fälschen von Impfpässen ist eine Straftat

"Wenn geimpfte Personen ein Foto ihres Impfpasses im Internet veröffentlichen, dann kann das Kriminellen als Vorlage dienen", sagte der Hamburgische Datenschutzbeauftragte, Johannes Caspar, der Deutschen Presse-Agentur. Den geimpften Personen entstehe daraus zwar nicht unmittelbar ein Nachteil. Doch Betrüger können die Chargennummern des Impfstoffes, Stempel und Arzt-Unterschriften nutzen, um gefälschte Impfpässe herzustellen, die dann auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) warnt davor, Impfnachweise zu fälschen. Wer dies tue, setze andere der Gefahr einer schweren Erkrankung aus und verhindere eine wirkungsvolle Bekämpfung der Pandemie. Eine solche Fälschung sei "kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die mit empfindlicher Geldstrafe oder mit Freiheitsstrafe geahndet werden kann", sagte Lambrecht der "Welt am Sonntag".

Digitaler Impfnachweis soll bis Ende Juni kommen

Die Strafen würden nicht nur gegen Fälscher verhängt, sondern auch gegen diejenigen, die gefälschte Dokumente gebrauchten.

Auch wer das echte Dokument eines anderen als sein eigenes ausgibt, macht sich strafbar. Wer täuscht, fliegt schneller auf, als er denkt und riskiert ein Strafverfahren.
Bundesjustizministerin Christine Lambrecht

Fälschungssicher soll der digitale Impfnachweis sein. "Wir müssen dabei sicherstellen, dass die Übertragung von gefälschten Impfnachweisen auf das elektronische Zertifikat verhindert wird und die Taten zur Anzeige gebracht werden", sagte Lambrecht. Die Einführung ist bis Ende Juni geplant, damit der Nachweis auch beim Reisen in der EU verwendet werden kann. Man sei gut im Zeitplan, hieß es am Mittwoch aus dem Bundesgesundheitsministerium. Ziel ist, dass der Impfnachweis von Beginn an in der EU kompatibel ist.

Alle Nachweise in einer App

Das Impfzertifikat soll - genauso wie der Genesenen-Nachweis beziehungsweise ein Nachweis über Tests - in einer App vorzeigbar sein. Sie soll CovPass-App heißen, sagen die Projektentwickler. Alle Funktionen sollen auch in die Corona-Warn-App eingespielt werden.

Die App soll jedoch den analogen Ausweis nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Wer also fälschen will, kann weiterhin den gelben Impfnachweis benutzen.

Smartphone mit digitalem europäischem Impfpass

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von Peter Welchering

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