Gesundheitssektor: Forderungen nach Ende der Impfpflicht

    Gesundheitssektor:Forderungen nach Ende der Impfpflicht

    24.10.2022 | 07:22
    |

    Bis Ende des Jahres gilt die Impfpflicht im Gesundheits- und Pflegebereich. Gesundheitminister Lauterbach lässt noch offen, ob sie ausläuft. Andere fordern den Schlussstrich.

    Eine Mitarbeiterin des Mobilen Impfteams Tübingen zeigt einem Impfling seine Impfung mit dem Wirkstoff von Biontech
    Impfung mit dem Wirkstoff von Biontech
    Quelle: dpa

    Die Rufe, die einrichtungsbezogene Impfpflicht im Gesundheits- und Pflegebereich nicht über Ende 2022 hinaus zu verlängern, werden lauter. Die Pflegebevollmächtigte des Bundes, Claudia Moll, plädiert dafür, die Ende des Jahres auslaufende gesetzliche Regelung nicht zu verlängern.
    "Ich habe immer gesagt, dass eine Impfpflicht nur Sinn macht, wenn sie für alle gilt. Ein Herauspicken einzelner Gruppen, von denen sich einige dann nachvollziehbar stigmatisiert fühlen, halte ich für keinen guten Weg", sagte Moll der "Rheinischen Post". Aus Sicht der SPD-Politikerin ist das Verantwortungsbewusstsein bei den Angestellten ohnehin hoch.
    Mehr als drei Monate nach Beginn der Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Seniorenheimen und Kliniken sind erste Bußgelder für ungeimpfte Pfleger*innen verhängt worden.07.07.2022 | 2:04 min

    Gesetzliche Grundlage läuft zum Jahresende aus

    Die einrichtungsbezogene Impfpflicht gilt seit Mitte März. Die Gesundheitsämter können Tätigkeits- oder Betretungsverbote für Beschäftigte von Kliniken oder Pflegeeinrichtungen aussprechen, wenn diese auch nach Aufforderung keinen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen oder kein Attest haben, das sie von einer Corona-Impfung befreit. Die gesetzliche Grundlage für die Impfpflicht läuft zum Jahresende aus.

    Patientenschützer wollen keine Verlängerung der Imfpflicht

    Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte zuletzt offen gelassen, ob sie ausläuft oder verlängert wird. "Wir werden von dem Verlauf der Herbst- und Winterwelle abhängig machen, wie wir mit der einrichtungsbezogenen Impfpflicht umgehen", hatte er im Bundestag erklärt.
    Patientenschützer wollen keine Verlängerung. "Der Bundesgesundheitsminister muss die einrichtungsbezogene Impfpflicht am 31. Dezember endlich beerdigen", sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der "Rheinischen Post".

    Experte nennt Gesetz "Murks"
    :Chaos bei der Impfpflicht in Pflegeberufen

    Die Impfpflicht in Gesundheitsberufen sorgt für Chaos und Rechtstreits. Manche Bundesländer setzen sie konsequent um, andere gar nicht. Ab Oktober droht das Chaos größer zu werden.
    von Oliver Klein
    Archiv: Auf dem Gang in einem Pflegeheim Heidelberg Deutschland

    Tägliches Testregime als Ersatz gefordert

    Ein bundesweit geltendes, tägliches Testregime sei der Weg, in der Alten- und Krankenpflege mit Corona zu leben, betonte Brysch.
    Vor wenigen Tagen hatten Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen ein Ende der Impfpflicht für das Personal in Gesundheit und Pflege gefordert.

    Angepasste Booster gegen Corona
    :Kann man auch zu oft geimpft werden?

    Angesichts hoher Corona-Zahlen fragen sich auch jüngere Menschen, ob sie eine zweite, an Omikron angepasste Boosterimpfung brauchen. Kann es zu einer "Überimmunisierung" kommen?
    von Katja Belousova und Oliver Klein
    Archiv: Eine Assistentin zieht eine Impfdosis auf.
    FAQ
    Quelle: dpa

    Hintergründe zu Covid-19

    Mehr

    Die wichtigsten Daten zum Coronavirus

    Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise