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Corona-Pandemie - Wie viele Menschen müssen geimpft werden?

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Wegen der Delta-Variante muss die Impfquote höher ausfallen als bisher gedacht. Wie viele es laut aktuellen Schätzungen sein müssten - und wie viele schon geimpft worden sind.

Corona-Impfstoff vomn Biontech / Pfizer am 22.01.2021 in Meerbusch
Mehr als 45 Prozent der Menschen in Deutschland sind bisher vollständig gegen Corona geimpft.
Quelle: picture alliance / Laci Perenyi

Bekommt Deutschland Corona durch Impfungen in den Griff? Die Impfungen gelten als "schärfste Waffe" bei der Eindämmung der Pandemie.

Doch eine sich schneller verbreitende Delta-Variante und ein sinkendes Impftempo machen es derzeit schwieriger, weitere Corona-Wellen zu verhindern. Welche Impfquote kann Deutschland erreichen - und wie hoch müsste sie ausfallen, um die Pandemie zurückzudrängen?

Welche Impfquote brauchen wir?

Ursprünglich ging die Weltgesundheitsorganisation davon aus, dass 70 Prozent der Menschen gegen Corona immun sein müssten, um die Pandemie aufzuhalten. Das galt allerdings nur für den Corona-Wildtyp, der 2020 das Infektionsgeschehen dominierte.

Bereits die sich schneller verbreitende Alpha-Variante aus Großbritannien ließ die Zweifel daran wachsen, ob 70 Prozent genug sind. Mit der in Deutschland nun dominanten Delta-Variante ist aber klar: Diese Quote wird nicht ausreichen.

  • Mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen müssten laut Robert-Koch-Institut geimpft sein, um eine schlimme vierte Corona-Welle im Herbst unwahrscheinlicher zu machen.
  • Bei den über 60-Jährigen sollten es sogar 90 Prozent sein. Dieses Ziel ist fast erreicht:

Ist die Impfquote niedriger, könnten sich laut RKI angesichts der Delta-Variante wieder viele Menschen infizieren. Damit würde auch wieder die Zahl der Intensivpatient*innen in den Kliniken steigen - im schlimmsten Fall könnten es so viele sein wie während der zweiten und dritten Welle.

Wichtig dabei: Es handelt sich nur um Modellrechnungen für verschiedene Impfszenarien, keine Prognosen. Die Annahmen hinter den Modellen können in der Realität auch anders ausfallen und das Infektionsgeschehen in eine andere Richtung lenken.

Zum Beispiel ließe sich schwer berechnen, wie die Bevölkerung auf erneut steigende Infektionszahlen reagiert - und dann zum Beispiel wieder Kontakte reduziert.

Datengrafik: Impfungen in Deutschland
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Pessimistischer fällt die Einschätzung der Corona-Modellierer von der TU Berlin um den Mobilitätsforscher Kai Nagel aus. "Nur wenn die Impfstoffe gegen Delta deutlich besser wirken als derzeit bekannt, oder wenn eine Impfquote von 95 Prozent erreicht wird, dann bleibt diese Welle in unseren Simulationen aus", heißt es in einem am Freitag erschienenen Bericht.

Welche Impfquote ist überhaupt machbar?

Sind solche Impfquoten in Deutschland überhaupt realistisch? Bisher wurden mehr als 45 Prozent der Menschen vollständig gegen Corona geimpft, fast 60 Prozent sind mindestens einmal geimpft worden.

Ein Anteil von 88 Prozent bei den Erwachsenen sei möglich. Zu diesem Ergebnis kam Ende Juni eine Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung auf Basis der Cosmo-Studie der Uni Erfurt. Das entspräche 72 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Die Ergebnisse schwanken je nach betrachteter Altersgruppe. 53 Prozent der Eltern würden ihre Kinder zwischen 12 und 15 impfen lassen, 63 Prozent ihre Kinder zwischen 16 und 18. Dazu kommt: Impfbereit bedeutet nicht unbedingt, dass die Menschen am Ende auch wirklich zum Impfen gehen.

Bei den über 60-Jährigen sind laut der Cosmo-Befragung alle Willigen weitgehend auch schon geimpft.

Folgende Tabelle zeigt, wie viele Menschen in den einzelnen Bundesländern bisher schon mindestens einmal oder sogar schon vollständig geimpft worden sind:

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