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Impfmüdigkeit in Deutschland - Spahn: 61 Prozent geimpft - reicht aber nicht

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Mehr als 61 Prozent der Menschen sind nun vollständig gegen Corona geimpft, teilt Minister Spahn mit. Das sei gut - reiche aber nicht für einen "sicheren Herbst und Winter" aus.

Impfkabinen stehen leer in einem Impfzentrum, 08.07.2021
Impfmüdigkeit breitet sich in Deutschland aus: Leere Kabinen in einem Impfzentrum, 08.07.2021
Quelle: zdf

Mehr als 61 Prozent der Menschen in Deutschland sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag auf Twitter mit.

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Demnach haben mehr als 54 Millionen Menschen (65,7 Prozent) eine Erstimpfung erhalten. Fast 51 Millionen Menschen (61,2 Prozent) haben den vollen Impfschutz, für den es meist eine zweite Spritze braucht.

"Das ist gut - aber wir brauchen noch mindestens 5 Millionen Impfungen für einen sichereren Herbst und Winter", schrieb der CDU-Politiker mit Blick auf vollständige Impfungen.

Praxisärzte: "Die noch Unentschlossenen erreichen"

Auch die Praxisärzte werben für mehr Corona-Impfungen im Herbst. "Jetzt geht es vor allem darum, die noch Unentschlossenen zu erreichen", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur. "Hier sollte der Hauptfokus der Anstrengungen liegen, noch vor den Auffrischimpfungen." Dabei gelte: "Erlaubt ist, was hilft."

So seien niederschwellige Impfangebote ohne Terminvereinbarungen gute Beispiele für sinnvolle Maßnahmen.

Wir müssen Vertrauen in die Impfung erreichen und sie nicht mit Zwang durchsetzen wollen.
Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)

Impfmüdigkeit breitet sich aus

Das Impf-Tempo war zuletzt stark zurückgegangen, es macht sich zusehends eine Corona-Impfmüdigkeit breit. Hauptgrund ist aus Sicht des Berliner Charité-Virologe Christian Drosten eine gewisse Gleichgültigkeit in der Bevölkerung. Das sagte er im Podcast "Das Coronavirus-Update" von NDR Info (Freitag).

Deutschland werde deshalb im Herbst "mit Sicherheit" wieder Kontaktbegrenzungen brauchen. Gelassen in den Herbst zu gehen, sei eine gewagte Vorstellung.

Intensivmediziner warnen vor hoher Auslastung der Kliniken

Angesichts der Impfmüdigkeit warnen auch Intensivmediziner vor einer erneut hohen Auslastung der Kliniken im Herbst. "Wenn wir bis Oktober nicht die Impfquote deutlich nach oben bringen, bekommen wir im Herbst einen richtig starken Anstieg der Corona-Fälle auf den Intensivstationen", sagte Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, der "Augsburger Allgemeinen". Sorge bereite ihm die Zeit ab Oktober und November.

Der Unterschied einer zehn Prozent höheren oder niedrigeren Impfquote sei bei der Auswirkung auf die Intensivstationen enorm, sagte der Leiter des DIVI-Intensivregisters. Bei einer Impfquote von 80 Prozent gebe es doppelt so viele Gefährdete wie bei einer Impfquote von 90 Prozent, bei einer Impfquote von 70 Prozent dreimal so viele. Deshalb helfe den Intensivstationen eine zehn Prozent höhere Impfquote unheimlich viel.

Auf der Illustratioin ist eine Person zu sehen, die ein Schutzschild hält. Das Schutzschild ist zum Teil gerisssen, Coronaviren dringen durch das Schild.

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Je mehr Menschen geimpft, desto mehr wird es auch zu Impfdurchbrüchen kommen. Hinzu kommen eine steigende Inzidenz und nachlassender Impfschutz.

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