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maybrit illner : Lauterbach: Freigabe von Astrazeneca für Ü65

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SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hat sich bei maybrit illner für Astrazeneca für über 65-Jährige ausgesprochen. Es sei ein unfassbar guter Impfstoff und die Datenlage ließe es zu.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich für die Freigabe des Astrazeneca-Impfstoffs für über 65-Jährige ausgesprochen. In der ZDF-Sendung maybrit illner sagte Lauterbach: "Es war ein großer Fehler, dass wir den Impfstoff von Astra nicht für die über 65-Jährigen zugelassen haben. Die Datenlage hätte das zugelassen."

Bei der Risikoabwägung müsse man davon ausgehen, dass ein 80-jähriger Covid 19-Infizierter gegenüber einem 30-Jährigen das 600-fache Risiko habe zu sterben. Inzwischen zeigten Daten aus England, dass der Impfstoff bei 80-Jährigen "vorzüglich" wirke. Er senke das Hospitalisierungsrisiko um 80 Prozent. Dass dieser "unfassbar gute Impfstoff" nicht verwendet werde, wie er verwendet werden sollte, sei ein Fehler.

Lauterbach: Jedem unter 65 in allen Risikogruppen Vakzin anbieten

Den Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), Astrazeneca an Hausarztpraxen zu geben, wies Lauterbach zurück. "Das halte ich für falsch", betonte er. Der Epidemiologe schlägt stattdessen vor, die ersten drei Risikogruppen untereinander zu öffnen und dort jedem unter 65 die Impfung mit Astrazeneca anzubieten.

Dann bliebe der Impfstoff nicht liegen und die vom Ethikrat empfohlene Priorisierung der Hochrisikogruppen bliebe erhalten. Junge Fußballer oder Partygänger sollten ihn zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekommen.

Palmer gegen Shutdown-Verlängerung

"Ich glaube, wir können nicht mehr", erklärte der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (B'90/Grüne). Seiner Ansicht nach könne man sich das Zulassen nicht weiter leisten:

Viele Betriebe werden nicht überleben und die Innenstädte halb tot sein.
Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen

Für Palmer ist die Mutante kein Grund zur Shutdown-Verlängerung. In Tübingen seien Schulen und Kitas geöffnet, Schüler und Lehrer wenden die neue Generation der Schnelltests an und "wir haben 10.000 Tests gemacht und keiner war positiv".

Er forderte daher, die Tests zu etablieren, denn "diese können sofort helfen". Der Oberbürgermeister stimmte Karl Lauterbach zu, dass es ein Fehler war, Astrazeneca nicht für die über 65-Jährigen freizugeben. Seiner Ansicht nach sei das Sicherheitsdenken das Problem: "In der Pandemie gilt, Schnelligkeit vor Sicherheit."

Schreiber: Sorge vor Corona-Mutanten

Susanne Schreiber, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats und Professorin für Theoretische Neurophysiologie an der Humboldt-Universität in Berlin, bereiten die Mutanten große Sorgen, "deshalb finde ich Öffnungen schwierig". Die stellvertretende Vorsitzende des Ethikrats möchte an der Priorisierung festhalten, aber "wenn jemand ablehnt, müssen wir es eben durchziehen und den Impfstoff einer anderen Impfgruppe geben".

Bezüglich der von Gesundheitsminister Jens Spahn ins Spiel gebrachten Schnelltests für jedermann forderte Schreiber Aufklärung: "Die Tests geben nur die Sicherheit, dass man die nächsten sechs Stunden nicht ansteckend ist. Es bedeutet aber nicht, dass man nicht infektiös ist."

Lesch: Lockerungen nicht überstürzen

Harald Lesch, ZDF-Wissenschaftsmoderator, Autor und Astrophysiker, erklärte, dass bei der Impfdiskussion immer vergessen werde, dass "wir im vergangenen Jahr noch gedacht haben, wir würden erst ab Ostern mit dem Impfen loslegen". Seiner Ansicht nach sollte es bei steigender Inzidenz keine Lockerungen geben.

Lesch forderte zudem eine gestaffelte Lösung für die geplanten Öffnungen. Zudem monierte er, dass durch die anstehenden Wahlen viele Politiker versuchen, als "beste Lockerer" zu präsentieren. Auch sprach sich der Wissenschaftsmoderator für den Impfstoff von Astrazeneca aus und appellierte an die Menschen, sich impfen zu lassen.

Oberbeck: Impfstoff darf nicht liegen bleiben

Obwohl der Shutdown den Gesundheitsämtern helfe, erklärte Isabelle Oberbeck, Amtsärztin und Leiterin des Gesundheitsamts Weimar, dass er nicht ewig anhalten dürfe. Die Ärztin betonte, dass nicht nur die Inzidenz, sondern auch die Anzahl der Tests in Betracht gezogen werden müssen. Wichtig sei, dass geimpft werde und kein Impfstoff liegen bleibe, denn das sei "inakzeptabel".

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