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EU-Politiker zur Impfstrategie - "Hinterher ist man immer schlauer"

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Die EU-Zulassung für den Biontech-Impfstoff steht bevor, doch hat sich die EU genug Dosen gesichert? Daran wurden Zweifel laut. Der EU-Politiker Liese verteidigt Brüssels Vorgehen.

Europa-Politiker Hans-Peter Liese (CDU) im Interview

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In Deutschland sind die Zahlen der Corona-Neuinfektionen auf Rekordniveau. Alles wartet auf den Impfstoff, bald soll es auch in der EU losgehen. Doch schon jetzt wächst die Kritik an den Entscheidungen in Brüssel: Wurden im Vorfeld zu wenig Impfdosen bestellt? Warum hinkt die EU in Sachen Zulassung hinterher? Im ZDF-Interview stellt sich Europa-Politiker Hans-Peter Liese (CDU) diesen Vorwürfen.

Liese: War unklar, welcher Impfstoff der Beste ist

Am Freitag sorgte ein "Spiegel"-Bericht für Aufsehen: Die EU habe auf die falschen Impfstoffhersteller gesetzt, heißt es darin. Der Vorwurf: Ausgerechnet die Impfstoffforscher mit den besten Aussichten, nämlich Biontech und Moderna hätten keine festen Verträge bekommen. Außerdem habe sich die EU nicht genügend Impfdosen gesichert.

"Wir wussten am Anfang natürlich nicht, welcher Impfstoff der Beste ist", sagte Europa-Politiker Hans-Peter Liese (CDU) im ZDF. Daher habe man viele unterschiedliche Verträge geschlossen. "Wenn der 'Spiegel' im Sommer schon wusste, dass AstraZeneca nicht so gut funktioniert und Biontech so gut funktioniert, dann wäre es eine moralische Verpflichtung gewesen, das damals zu veröffentlichen."

Wenn sie es jetzt wissen, dann ist es Klugscheißerei. Hinterher ist man immer schlauer.
Hans-Peter Liese (CDU), Abgeordneter im Europa-Parlament

CDU-Politiker setzt auf neues Biontech-Werk in Marburg

Der EU-Politiker verteidigte die bisherigen Entscheidungen der Europäischen Kommission. Sie habe großes Verhandungsgeschick in den Gesprächen mit den Impfstoff-Herstellern bewiesen. Ein Beispiel: Pfizer habe der EU einen besseren Preis gemacht als den USA, sagte Liese.

Die Impfverordnung sieht vor zunächst erst Pflegeheime, Ärzte und Pfleger zu impfen.

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Insgesamt habe die Kommission versucht, sich "so viel Impfstoff wie möglich" zu sichern, sagte er. Im Vergleich zu Großbritannien habe man auch bei Moderna und Curevac mehr bestellt. Zudem stimmt das geplante neue Werk von Biontech/Pfizer in Marburg den CDU-Politiker optimistisch. Dadurch würden 50 Millionen zusätzliche Impfdosen ermöglicht.

Liese: EU holt beim Impfen auf

Zudem sei der Beginn der Impfungen nicht allentscheidend. Das zeige auch ein Blick auf London und die USA: Dort hätten die Impfkampagnen zwar bereits begonnen, doch das Infektionsgeschehen steige weiter.

Auch wenn wir mehr bestellt hätten, würde es in Sachsen jetzt nicht anders aussehen.
Hans-Peter Liese (CDU), Abgeordneter im Europa-Parlament

Der CDU-Politiker geht davon aus, dass die EU mit ihrer Impfstrategie aufholen wird: "Im Frühjahr wird es so sein, dass der durchschnittliche Brite schlechter versorgt sein wird mit diesen wirksamen Impfstoffen als der durchschnittliche EU-Bürger."

Eine Berichterstattung über angebliches Wissen, welches die Katastrophe hätte abwenden können, sorge "nur für Verwirrung". Jetzt müsse man anpacken und gemeinsam die Pandemie bekämpfen.

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