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Modellierung von Impfszenarien - Mit so viel Impfstoff rechnet die Regierung

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Zum Start der Impfkampagne war lange unklar, wieviel Impfstoff genau eingeplant werden kann. Nun liegen Zahlen vor. Und Merkels Impfversprechen bis zum Herbst könnte klappen.

Nordrhein-Westfalen, Essen: Impfstoff von Biontech steht in einem Kühlschrank im Impfzentrum Essen.
Nordrhein-Westfalen, Essen: Impfstoff von Biontech steht in einem Kühlschrank im Impfzentrum Essen.
Quelle: dpa

Noch sind die Impfstoffe gegen das Coronavirus ein knappes Gut, doch das soll sich nach Einschätzung der Bundesregierung bald ändern. Im zweiten Quartal des Jahres rechnet die Regierung mit 63,8 Millionen Dosen Impfstoff von den bisher zugelassenen Herstellern Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Zusätzlich könnten noch 13,6 Millionen Dosen von Johnson & Johnson und Curevac hinzukommen. Im dritten Quartal könnten dann sogar 126,6 Millionen Dosen bereit stehen.

Ein Arzt hält eine Spritze mit einem Covid-19-Impfstoff der Firma Moderna am 22.01.2021 in Aalen in der Hand

Versprechen der Bundesregierung - Impfangebot für alle bis Ende Sommer? 

Bis zum 22. September soll laut Bundesregierung jede Person in Deutschland ein Impfangebot gegen das Coronavirus erhalten. Ist das möglich? Das Impftempo müsste deutlich zunehmen.

von Nils Metzger

Experten halten Merkels Impfversprechen bis September für machbar

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte nach dem "Impfgipfel" das Ziel bekräftigt, allen Bürgern bis zum Ende des Sommers am 21. September ein Impfangebot zu machen. Laut einer Auswertung des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) könnte das bereits bis Mitte August für alle Menschen ab 18 Jahren gelingen, wenn alle fraglichen Impfstoffe zugelassen und geliefert werden. Können weiter nur die bereits zugelassenen drei Impfstoffe eingesetzt werden, würde es bis Mitte September dauern.

Modellierung von verschiedenen Szenarien zur Impfstoffverfügbarkeit
Quelle: Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI)

Die Erhebung zeigt auch genauer, wer voraussichtlich wann zum Zuge kommen kann. So könnten alle drei Bevölkerungsgruppen, die vorrangig geimpft werden sollen, bis Ende Juni mindestens die erste der zwei nötigen Impfungen erhalten.

Voraussetzung ist, dass die Hersteller ihre in Aussicht gestellten Impfstoffmengen auch liefern. Damit könnten unter anderem alle Über-60-Jährigen, Lehrer, Erzieher, Polizisten und Beschäftigte in Supermärkten bis Ende Juni eine Impfung bekommen. Sollten vorher noch weitere Impfstoffe zugelassen werden oder sich nicht alle impfen lassen wollen, könnte die Schwelle früher, also vor Ende Juni, erreicht sein.

Impfzentren könnten an ihre Grenzen stoßen

Ein Fragezeichen steht bei pünktlichen Lieferungen allerdings auch noch hinter den Impfkapazitäten. Denn hier drohen nach Einschätzung der Bundesregierung Engpässe.

In einem Papier des Gesundheitsministeriums für die Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise am Mittwoch heißt es:

Schon im März könnte die Kapazität der Impfzentren nicht mehr ausreichen, um alle verfügbaren Dosen zu verimpfen.
Papier des Gesundheitsministeriums

Im Schnitt können im ersten Quartal des Jahres 273.000 Impfungen pro Tag durchgeführt werden. Aufgrund der geplanten Lieferungen könnten im zweiten Quartal im Schnitt pro Tag 698.000 Impfungen möglich werden.

"Ab Mai entsteht eine Lücke in der Größenordnung von über 3 Millionen Impfungen pro Woche (bis auf circa 7,5 Millionen ansteigend)", heißt es in der Analyse weiter. Als Lücke wird dabei bezeichnet, wenn mehr Impfdosen zur Verfügung stehen, als die Impfzentren und -Teams verimpfen können. Ebenso zeichne sich ab, dass die regionalen Impfzentren auch bei einer späteren Einbeziehung der normalen Arztpraxen noch für längere Zeit parallel weiterbestehen müssten.

Die Länder hatten die genauere Vorausschau der zu erwartenden Impfstoff-Liefermengen beim "Impfgipfel" mit dem Bund am 1. Februar gefordert. Daraufhin erstellte das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) für die Regierung eine "Modellierung von Impfszenarien".

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