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Moderna und Biontech - Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe?

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Die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs rückt näher: Biontech und Moderna meldeten zuletzt große Fortschritte. Welche Potenziale und Risiken bergen die mRNA-Impfstoffkandidaten?

Die Welt wartet auf einen Impfstoff gegen SARS-CoV 2. Entscheidende Schritte sind gemacht, doch viele Fragen sind noch offen: Wie lange wäre eine Impfung wirksam? Wie hilft man Menschen, die bereits erkrankt sind? Und wie könnte eine Therapie aussehen?

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Nach der Mainzer Firma Biontech und dem US-Konzern Pfizer hat auch das US-Biotechnologieunternehmen Moderna verkündet, dass sein Corona-Impfstoffkandidat zu mehr als 90 Prozent wirksam sei.

Beide Kandidaten basieren auf der experimentellen mRNA-Technologie. Was bedeutet das und welche Risiken verbergen sich hinter dieser neuartigen Methode? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was sind mRNA-Impfstoffe?

mRNA steht für messenger-Ribonukleinsäure, auch als Boten-RNA bezeichnet. Das Prinzip stammt aus der Krebsforschung, wo seit Jahren an personalisierten Impfstoffen gearbeitet wird.

Wie funktionieren die Impfstoffkandidaten?

Die mRNA-Impfstoffe geben einigen Körperzellen Teile der Virus-Erbinformationen als RNA mit. Sie liefern also den Bauplan für einzelne Virusproteine. Diese werden als Antigene bezeichnet. Sie aktivieren das Immunsystem und sollen so die schützende Immunantwort erzeugen.

Archiv, USA: Firmenzentrale des US-Konzerns Moderna in Cambridge, Massachusetts.

US-Pharmakonzern Moderna -
Impfstoff: Noch ein aussichtsreicher Kandidat
 

Erst kürzlich verkündete der Mainzer Hersteller Biontech Vielversprechendes von der Impfstoffentwicklung. Jetzt legt der US-Konzern Moderna nach.

Unterscheiden sie sich von herkömmlichen Impfungen?

Es werden keine Krankheitserreger benötigt: Bei herkömmlichen Impfstoffen wird das Antigen selbst gespritzt, bei mRNA hingegen die genetische Information, so dass der Körper das Antigen selbst bildet.

Was sind die Vorteile?

Die Masse machts: Großer Vorteil ist die einfache Struktur der RNA, so das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich Instituts und das Robert-Koch-Institut. In wenigen Wochen können viele Millionen Impfdosen produziert werden.

Was sind die Nachteile?

Große Herausforderungen birgt die Lagerung von mRNA-Impfstoffen. So muss der Biontech-Pfizer-Impfstoff bei Temperaturen von rund minus 70 Grad transportiert und gelagert werden. Das Mittel von Moderna bleibe bei Temperaturen von zwei bis acht Grad Celsius voraussichtlich 30 Tage lang stabil, in Gefrierschränken halte es länger.

Gibt es bereits einen mRNA-basierten Impfstoff?

Bisher wurde kein mRNA-Impfstoff für Menschen zugelassen.

Kann RNA ins menschliche Erbgut eindringen?

Laut Paul-Ehrlich-Institut besteht keine Gefahr, dass mRNA ins Genom eindringt. Die Erbinformationen des Menschen befinden sich in Form von DNA im Zellkern. Dass RNA dort eingebaut werden könnte, sei wegen der unterschiedlichen chemischen Struktur unmöglich.

Bleibt der Impfstoff für immer im Körper?

Die mRNA wird laut RKI nach kurzer Zeit von den Zellen abgebaut. Danach findet keine weitere Produktion des Antigens mehr statt. Auch das Bundesforschungsministerium verweist darauf, dass mRNA nur auf die Körper- und Muskelzellen um die Einstichstelle begrenzt ist.

Was enthalten die Impfstoffe?

  • Spikeproteine: Einige Impfstoff-Kandidaten enthalten die genetische Information des Spikeproteins auf der Virusoberfläche. Dieses benötigt das Coronavirus, um in die Zellen einzudringen.
  • Lipide: Zudem wird zur Impfstoffherstellung die Erbinformation mit bestimmten Fettstoffen, sogenannten Lipiden, umhüllt. Das soll die Aufnahme der mRNA in den Körperzellen verbessern und die Stabilität erhöhen. Studien zufolge sind die entstehenden Lipid-Nanopartikel nicht zellschädigend.

Das US-Unternehmen Moderna meldet gute Ergebnisse zu seinem Corona-Impfstoff. Studien zufolge habe er eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent. Der designierte US-Präsident Biden fordert von Noch-Amtsinhaber Trump, die Verteilung schon jetzt gemeinsam zu planen.

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Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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