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Corona weltweit - Faire Impfstoffverteilung? Gescheitert!

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Eine globale Pandemie erfordert eine gerechte Verteilung von Impfstoffen. Doch aktuell sieht es anders aus: Der Impfstoff geht vor allem an die Reichen.

Zu sehen ist die Weltkarte und Icons, die die Impfquote repräsentieren. Im Norden ist mehr geimpft als im Süden.
Quelle: ZDF

Während in Deutschland und in anderen reichen Staaten die Impfungen immer weiter fortschreiten, bleibt für viele Menschen in ärmeren Ländern nicht viel übrig.

Warum aus dem Versprechen nichts wurde? Eine ausführliche Erklärung mit Daten können Sie in unserer Story nachlesen. (Lesezeit: 6 Minuten)

Zu sehen ist die Weltkarte und Icons, die die Impfquote repräsentieren. Im Norden ist mehr geimpft als im Süden.

Nachrichten | Politik - "So ungerecht wird auf der Welt geimpft" 

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Experteneinschätzungen und Reaktionen auf die derzeitige Lage, finden Sie in diesem Artikel: (Lesezeit: 3 Minuten) 

Das Impf-Programm Covax (Covid-19 Vaccines Global Access) sollte genau dort ansetzen, wo Nationalismus und Egoismus in der Corona-Pandemie nicht weiterkommen: Erst wenn wir weltweit eine hohe Anzahl an Menschen impfen, sind wir sicher vor immer neuen Ausbrüchen. Denn in der globalisierten Welt können sich immer wieder neue Mutationen verbreiten. Doch Covax konnte seine Ziele von Impfstoff-Lieferungen an arme Länder nicht halten:

Der Grund für die jetzige Situation ist vor allem die Denkweise wohlhabender Staaten: 'Erst mal kommen wir dran und wenn wir durch sind, der Rest.'
Prof. Wolfgang Greiner, Gesundheitsökonom Universität Bielefeld

Gerade die allgemeine Unsicherheit zu Beginn der Pandemie habe dazu geführt, dass reiche Länder sich viel Impfstoff gesichert haben. "Das ist rational verständlich, aber greift zu kurz, weil die Pandemie uns immer wieder einholt", warnt Wolfgang Greiner, Gesundheitsökonom an der Universität Bielefeld.

Arme Länder abgehängt

So geht die amerikanische Duke University in einer Studie davon aus, dass es bis ins Jahr 2024 dauern könnte, bis auch in Entwicklungs- und Schwellenländern ausreichend viele Menschen geimpft sind.

Das liegt unter anderem auch daran, dass sich die reichen Staaten zum großen Teil den Impfstoff vorab gesichert haben.

Die Epidemiologin Berit Lange vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung betont, wie stark sich der Fortschritt von Corona-Impfungen gerade weltweit unterscheidet:  

   

In Deutschland haben wir bald große Teile selbst der mittelalten Gruppen geimpft, während in anderen Teilen der Welt noch nicht einmal das medizinische Personal und Risikogruppen geschützt sind.
Berit Lange, Epidemiologin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Auch der Gesundheitsökonom Wolfgang Greiner warnt vor den Folgen der ungerechten Verteilung von Corona-Impfstoffen: "Wir dürfen uns nicht zu sehr auf die Schulter klopfen, sondern müssen überlegen was wir jetzt und in Zukunft besser machen können."

Freigabe von Impfstoff-Patenten?

In dieser Gemengelage mischt sich die Diskussion um die Freigabe von Impfstoff-Patenten. Pharmaunternehmen müssten dann ihre Formeln für Impfstoffe veröffentlichen. Die Meinungen gehen da aber weit auseinander.

Die einen sagen, dass das der entscheidende Schritt im Kampf gegen die Pandemie ist, die anderen warnen, dass Forschende und Investoren entmutigt werden, weiter zu investieren. Klar ist, hier wird keine schnelle Entscheidung erwartet.

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