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Pandemie in Deutschland : Corona-Impfungen zum Greifen nah

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Sehr bald könnte es auch hierzulande mit dem Impfen losgehen. Am Montag soll über eine EU-Zulassung entschieden werden. Wie ist der Zeitplan, wie gut ist Deutschland vorbereitet?

Schon in der kommenden Woche könnte es mit Impfungen gegen das Coronavirus auch in Deutschland losgehen. Über eine Zulassung des Impfstoffs der Unternehmen Biontech und Pfizer will die Europäische Arzneimittelagentur Ema bereits am Montag entscheiden - acht Tage früher als geplant. Wichtige Fragen und Antworten:

Wie läuft das Zulassungsverfahren ab?

Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) prüft alle Medikamente und Impfstoffe, bevor sie in der EU zugelassen werden. Über den Corona-Impfstoff entscheidet der Ausschuss für Human-Arzneimittel, in dem Forscher aus allen EU-Zulassungsbehörden sitzen. Sie geben eine Empfehlung über den Antrag der Hersteller ab.

Was genau prüfen die Ema-Experten?

Die Vorteile eines Corona-Impfstoffes müssen deutlich größer sein als die Nebenwirkungen oder mögliche Risiken. Der Ausschuss bewertet alle Daten und Ergebnisse der klinischen Tests der Hersteller - zu Wirksamkeit, Nebenwirkungen oder Risiken. Die Wissenschaftler nutzen dabei bereits ein beschleunigtes Verfahren: Sie prüfen alle Daten, sobald sie vorliegen und warten nicht bis zum vollständigen Zulassungsantrag.

Wie ist der Zeitplan für eine EU-Zulassung?

Am 21. Dezember findet bei der Ema in Amsterdam eine Sitzung statt, bei der mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Zulassung für den Biontech/Pfizer-Impfstoff erteilt werde, berichtet ZDF-Korrespondent Stefan Leifert bei ZDFheute live. Dann könnten noch einige Tage ins Land gehen für eine abschließende Genehmigung der EU-Kommission.

"Auch die Mitgliedsstaaten müssen alle nochmal zustimmen und dann geht's los", so Leifert. Alles weitere liege in der Verantwortung der Mitgliedsstaaten. Das regelt dann Deutschland für sich selber, wie der Impfstoff etwa von den Herstellern in die Impfzentren gelange. Der Bund habe sich über Verträge mit der EU und mit dem Herstellern eine bestimmte Menge an Impfdosen gesichert.

Warum dauert die Ema-Prüfung länger als etwa in den USA?

Das liegt an den unterschiedlichen Verfahren. Die USA und auch Großbritannien erteilten eine sogenannte Notfall-Zulassung für den Biontech/Pfizer-Impfstoff. Dafür müssen viel weniger Daten der Hersteller geprüft werden.

In der EU aber geht es um eine bedingte Marktzulassung mit einem umfassenderen Prüfverfahren. Das Ema-Verfahren zielt auf die allgemeine Zulassung in der gesamten EU. So sollen Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit garantiert sein. Die bedingte Zulassung ist vorerst nur ein Jahr gültig und verpflichtet die Hersteller, weiter Daten zu liefern - etwa zur langfristigen Wirksamkeit des Impfstoffes.

Warum geht es nun doch schneller?

Warum die Ema nun früher als geplant über die Zulassung des Bontech/Pfizer-Impfstoffes entscheidet, liegt laut ZDF-Korrespondent Stefan Leifert daran, dass die Hersteller noch am Montagabend weitere Daten geliefert haben. Diese reichten nun aus, um am 21. Dezember eine Entscheidung zu treffen.

Wird jetzt die Sicherheit der Schnelligkeit geopfert?

Die Ema betont, bei der Sicherheit würden keine Abstriche gemacht. Die Behörde wäge auch in dieser Pandemie natürlich den Nutzen gegen mögliche Risiken ab, sagt Impfstoff-Forscher Till Koch von der Uni-Klinik Hamburg-Eppendorf bei ZDFheute live.

Aus den veröffentlichten Daten der Hersteller gehe hervor, dass die Wirksamkeit des Impfstoffs in den allermeisten Gruppen bei 95 Prozent lag, so Till Koch. Die Effektivität sei auch bei den älteren Gruppen sehr hoch. Die häufigsten Nebenwirkungen bei dem Impfstoff seien Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit. Nur in ganz wenigen Fällen seien schwerere Nebenwirkungen aufgetreten.

Wann kann in Deutschland mit dem Impfen begonnen werden?

Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn haben Bund und Länder grundsätzlich angepeilt, mit allen wichtigen Vorbereitungen bis Mitte Dezember fertig zu sein. Ein zentrales Lager für die Verteilung des Impfstoffes sei einsatzbereit, teilte die Bundeswehr am Dienstag mit. In den Fabriken wird der Impfstoff schon seit längerem produziert, um bei der Zulassung startklar sein.

Wo wird geimpft?

In den Bundesländern wird es Zentren geben, die die Impfungen einer Region in den ersten Monaten bündeln. Ergänzt werden diese durch mobile Teams, die etwa in Heimen und Kliniken die Menschen impfen, die nicht selbst kommen können. Später soll es dezentral in Arztpraxen weitergehen. Ab wann das der Fall sein kann, ist offen.

Welche Gruppen kommen als erste an die Reihe?

Das Gesundheitsministerium will das Ende der Woche per Verordnung festlegen - wenn die finale Stellungnahme der Ständigen Impfkommission (Stiko) vorliegt und sich die Abgeordneten des Bundestages damit beschäftigt haben.

Für die Empfehlungen der Stiko wiederum hatte das Parlament zuvor einen gesetzlichen Rahmen festgelegt. Demnach sollen Menschen mit Risiko für schwere Krankheitsverläufe, Personal im Gesundheitswesen und Beschäftigte in wichtigen Bereichen der Daseinsvorsorge vorrangig geimpft werden.

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