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Impfstoff-Zulassung - "Spahn hat Druck ausgeübt"

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Der Chef der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Ludwig, kritisiert die Schnelligkeit der Impfstoff-Zulassung. Er spricht auch von "Druck von Seiten der Politik".

 

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft kritisiert Bundesgesundheitsminister Spahn. Er habe frühzeitig einen Termin für Impfstoff-Zulassungen genannt.

Beitragslänge:
5 min
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"Dass wir diese schnelle Impfstoff-Entwicklung erlebt haben, ist ein großer Vorteil für uns", sagt Professor Wolf-Dieter Ludwig, der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Denn man brauche den Impfstoff dringend.

Allerdings stellt sich die Frage: Ist dieser Impfstoff wirklich ausreichend gut geprüft worden, sodass wir dann auch diejenigen, die sich jetzt impfen lassen, so informieren, dass sie eine selbstbestimmte Entscheidung treffen und überzeugt sind, dass es die richtige Maßnahme für sie ist?
Wolf-Dieter Ludwig

Aktuell prüft die Europäische Arzneimittelagentur (Ema) den Biontech-Pfizer-Impfstoff. Mit einer Zulassung wird am Montag gerechnet. Die Bundesländer stellen sich darauf ein, 27. Dezember mit den Impfungen zu beginnen. In Großbritannien und in den USA wird bereits geimpft.  

Ludwig ist Mitglied des Management-Boards der Ema - und sagt, er habe im Zuge des Zulassungsverfahrens Druck auf die Ema wahrgenommen:

Ich habe diesen Druck von Seiten der Politik gespürt, auch der Bundesgesundheitsminister hat diesen Druck ausgeübt.
Wolf-Dieter Ludwig

Studienlage: Viele offene Fragen

Jetzt sei es wichtig, die Nebenwirkungen und auch Langzeitwirkungen nach dem Impfstart genau zu beobachten.

Insgesamt zeigt er sich unzufrieden mit der Studienlage. Es gebe zu viele offene Fragen, zum Beispiel bei der Gruppe der über 80-Jährigen.

Es mangele an Daten, die Nebenwirkungen seien zu wenig erforscht. Wichtig sei es, die Bevölkerung umfangreich zu informieren, damit jeder einzelne in der Lage sei, über eine Impfung zu entscheiden.

Wir müssen unbedingt sehr gründlich jetzt die Nebenwirkungen, die auftreten, registrieren und wir müssen sie dokumentieren und dann auch frühzeitig darüber informieren.
Wolf-Dieter Ludwig

Lesen Sie hier das Interview in Auszügen und sehen es in voller Länge oben im Video:

In einer früheren Version des Artikels stand, dass Wolf-Dieter Ludwig als Mitglied des Management Board der Ema an der Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer beteilgt ist. Das ist jedoch nicht korrekt. Auch das Management Board ist nicht am Zulassungsverfahren beteiligt.

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