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Stiko-Chef im ZDF : Zweite Corona-Impfung nicht verschieben

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Tempo machen beim Impfen: Sollte der Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung verlängert werden? Stiko-Chef Mertens sieht das skeptisch - und kontert Karl Lauterbachs Vorschlag.

Die Corona-Impfkampagne in Deutschland steht weiterhin in der Kritik. Würde man den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung verlängern, könnte Tempo gemacht werden. Die Debatte ist nicht neu - hat aber wieder Fahrt aufgenommen.

Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens hat sich im ZDF-Morgenmagazin kritisch zu dieser Idee geäußert - auch wenn er den Ansatz gut verstehen könne. Damit konterte der Stiko-Chef den Vorschlag von SPD-Politiker Karl Lauterbach.

Stiko-Chef: Zu wenig Erkenntnisse

Noch sei die Datenlage zu schlecht, um eine Empfehlung dazu abgeben zu können, ob der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung verlängert werden sollte, sagte Mertens. "Wir wissen das vor allem für die mRNA-Impfstoffe nicht genau."

Man muss aber sagen, dass die Datenlage, wie gut und wie sicher dieses Vorgehen ist, derzeit schlecht ist.
Thomas Mertens, Stiko-Chef

Die Kommission trage weiter alle Erkenntnisse zusammen - das könne man aber nicht übers Knie brechen. "Es geht hier auch nicht um Meinungen, sondern es geht um Erkenntnisse, die letztendlich eine Entscheidung möglich machen."

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Lauterbach: Impf-Abstand verlängern

Zuletzt hatte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wieder dafür geworben, den Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfung zu verlängern. Die Erstimpfung müsse in den Vordergrund rücken. In einer dritten Welle könnten dadurch zwischen 8.000 und 14.000 Todesfälle vermieden werden.

Und: "Das kostet ja keinen zusätzlichen Impfstoff. Daher hoffe ich, dass wir zu dieser Regelung kommen", so Lauterbach.

Mertens: Nicht grundsätzlich dagegen

Der Stiko-Chef betonte, dass er den Ansatz gut nachvollziehen könne. Großbritannien hatte diesen Weg gewählt – und erreichte damit zügige Fortschritte beim Impfen gegen Sars-CoV-2.

Schon im Januar hatte sich Mertens sehr offen gegenüber dieser Strategie gezeigt: "Da der Abstand zwischen beiden Impfungen mit großer Wahrscheinlichkeit in weiten Grenzen variabel sein kann und der Schutz auch nach einer Impfung schon sehr gut ist, ist es durchaus überlegenswert, bei Impfstoffmangel zunächst bevorzugt die erste Impfung zu verabreichen."

Potenzial ja, gesicherte Erkenntnisse nein

Dennoch reichten die bisherigen Erkenntnisse dazu nicht aus, betonte Mertens nun - rund drei Monate später - im ZDF-Morgenmagazin. Auch die europäische Arzneimittelagentur EMA sowie das Paul-Ehrlich-Institut haben die derzeitige Empfehlung von 21 Tagen Abstand bisher nicht angepasst.

Impfzentrum, Berlin: Jens Spahn (CDU)

Mehr Impfstoff verfügbar - Spahn: 20 Prozent bis Anfang Mai geimpft 

Die Impfkampagne werde im zweiten Quartal an Geschwindigkeit gewinnen, verspricht Gesundheitsminister Spahn. SPD-Experte Lauterbach fordert derweil ein Umdenken bei Zweitimpfungen.

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