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Interview

Impfangebot und -Logistik - Apothekerverband: Spahns Impfplan realistisch

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Beim heutigen Impfgipfel wird es auch um Logistik gehen. Apotheken haben eine Schlüsselrolle. Wie das Verteilen läuft und wann die Apotheken mit einem Impfangebot für alle rechnen.

Eine Mitarbeiterin der Apotheke Stadelhofen übergibt einen Beutel mit fünf Antigen-Schnelltests, die pro Person und Monat kostenlos verteilt werden, um sich auf das Coronavirus SARS-CoV-2 zu testen.
Von den Apotheken gelangen Impfstoffe später in die Arztpraxen.
Quelle: dpa

ZDFheute: Die Lieferung der Impfstoffdosen soll laut Gesundheitsminister Jens Spahn über den Großhandel der Apotheken stattfinden. Welche Liefermengen haben Ihre Apotheken aktuell in den Bestellbüchern?

Gabriele Regina Overwiening: Covid-19-Impfstoffe hat keine Apotheke auf Lager. Unmittelbar nach der Lieferung der Impfstoffe an die Apotheke werden diese in die Arztpraxen gebracht. Die Apotheken erhalten von den impfenden Ärzten Bestellungen über die gewünschten Impfstoffdosen. Diese melden die Apotheken vor Ort an den pharmazeutischen Großhandel.

Da teilweise deutlich mehr Impfstoffdosen bestellt werden, als zur Verfügung stehen, muss bisher in der Regel gekürzt werden.
Gabriele Regina Overwiening

Die jeweils pro Woche von den Herstellern gelieferten Impfstoffmengen haben aber erfreulicherweise eine steigende Tendenz.

ZDFheute: Wie läuft die Logistik ab?

Overwiening: Jeweils in der Woche, bevor die Ärzte impfen, erhalten sie von den Apotheken die Mitteilung, wie viele Impfstoffdosen sie bekommen werden. Dies ermöglicht den Ärzten eine entsprechende Terminplanung. Immer zu Beginn einer Woche versorgen die Apotheken die Ärzte mit den Covid-19-Impfstoffen, sodass diese potenziell von Dienstag bis Freitag impfen können.

ZDFheute: Was bedeutet es für die Apotheken, dass die Lieferung der Impfstoffdosen über sie erfolgt?

Overwiening: Die Lieferung von Impfstoffen über Großhandel und Apotheke an die Praxen ist seit Jahren bewährt. Insofern ist dieser Weg der Versorgung nichts Neues. Eine gewisse Herausforderung ist es allerdings, die Mengen an Covid-19-Impfstoffen in einem wöchentlichen Rhythmus zu liefern.

Mit Hilfe konsequenter und verbindlicher Kommunikation zwischen Ärzten und Apothekern werden aber viele Hürden beseitigt. Bislang hat alles sehr reibungslos geklappt.
Gabriele Regina Overwiening

Gesundheitsminister Spahn hatte am Montag angekündigt, die Impf-Reihenfolge ab dem 7. Juni aufzuheben. Der Deutsche Hausärzte-Verband fordert nun mehr Impfstoff.

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ZDFheute: Die Aufhebung der Impfpriorisierung wird nicht dazu führen, dass alle Impfwilligen innerhalb weniger Tage einen Termin bekommen. Ab wann rechnen Sie mit flächendeckenden und ausreichenden Lieferungen an Hausärzte, Betriebsärzte und Impfzentren?

Overwiening: Die Lieferungen sind schon heute flächendeckend. Aufgrund der Produktionskapazitäten der Hersteller steht aber nicht so viel Impfstoff zur Verfügung, dass alle impfenden Ärzte so viel bekommen, wie sie benötigen. Aber wie schon gesagt: Die Produktionskapazitäten steigen und damit die Liefermengen. Wir gehen, wie der Bundesgesundheitsminister, davon aus, dass bis zum Sommer alle Bundesbürger ein Impfangebot erhalten werden.

ZDFheute: Ist es aus Ihrer Sicht dann überhaupt sinnvoll, die Priorisierung bereits jetzt aufzuheben oder führt das nicht noch zu mehr Konkurrenz unter den Impfwilligen?

Overwiening: Die Aufhebung der Priorisierung war eine politische Entscheidung.

Erfreulich ist aus meiner Sicht, dass sich so viele Menschen impfen lassen wollen - unabhängig davon, wann dies konkret geschehen wird.
Gabriele Regina Overwiening

Wenn wir eine Herdenimmunität erreicht haben, ist die Pandemie ausgebremst. Die anfängliche Impfskepsis in einigen Bevölkerungsteilen scheint mittlerweile eher überwunden.

Ab 7. Juni wird die Impfpriorisierung aufgehoben. Der Weg zum Termin führt über das Impfzentrum oder die Hausarztpraxis. Auch private Plattformen sollen nun helfen. Ein Überblick.

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ZDFheute: Die Apotheken stehen außerdem für die Ausstellung von Impfnachweisen bereit. Warum sind sie dafür der richtige Ort?

Overwiening: Die Apotheken bieten einen niedrigschwelligen und flächendeckenden Zugang im Gesundheitssystem. Sie sind sehr IT-affin und haben ohnehin einen hohen Digitalisierungsgrad.

Durch die Vorbereitung auf das E-Rezept sind die Apotheken bereits jetzt mehrheitlich an die Telematikinfrastruktur angeschlossen und mit Heilberufsausweisen ausgestattet. Deshalb können wir auch helfen, den digitalen Impfnachweis auf den Weg zu bringen. Derzeit werden dazu rechtliche, technische und betriebswirtschaftliche Details geklärt.

Das Interview führte Michael Kniess.

Das Team von "sofort-impfen.de" besteht aus Kollegen und Freunden, die ehrenamtlich für die Plattform arbeiten.

Tinder für Impftermine? - Das steckt hinter "sofort-impfen.de" 

In drei Schritten zum Impftermin: Eine neue Plattform will Impfwillige mit Hausärzten vernetzen. Die Idee dahinter: Ärzte entlasten und vermeiden, dass Restvakzine entsorgt werden.

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