Sie sind hier:

Booster-Streit - Spahn schiebt Schwarzen Peter zu den Ländern

Datum:

Nächste Runde im Booster-Streit: Noch-Minister Spahn schiebt die Schuld zu den Ländern. Seit August gebe es ein Beschluss für Auffrischungsimpfungen. Es sei zu wenig passiert.

Die Corona-Situation in Deutschland spitzt sich weiter zu. RKI-Chef Wieler und Noch-Gesundheitsminister Spahn mahnen deshalb zur Vorsicht und werben für mehr Auffrisch-Impfungen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

30 Millionen Deutsche sollen sie bekommen, gerade erst 2,2 Millionen haben sie: die Auffrischungsimpfung gegen die Corona-Infektion. Gestern hatten Ärzteverbände Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisiert. Seine Forderung nach Boostern für alle sei falsch und widerspreche der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Außerdem sei die ganze dritte Impfung schlecht organisiert.

Heute nun schob Spahn den Schwarzen Peter weiter: Die Länder seien schuld.

Spahn: Booster-Beschluss drei Monate alt

Seit Anfang August, sagte Spahn heute vor Journalisten, hätten die Gesundheitsministerkonferenz Booster-Impfungen beschlossen. So steht es auch im Beschluss des Treffens vom 2. August: "Ab September" sollen in Alten- und Pflegeheimen "vulnerablen Gruppen eine Auffrischimpfung in der Regel mindestens sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie angeboten" werden. Auch Hochbetagte, Pflegebedürftige und Vorerkrankte sollten die Auffrischung bekommen.

Corona-Test und Neuinfektionskurve in Deutschland
Grafiken

Coronavirus - Wie viele sich infizieren und sterben 

Wie breitet sich das Coronavirus aus? Infografiken, Zahlen und Daten zur Entwicklung von Covid-19 in Deutschland und weltweit - immer aktuell.

von M. Hörz, R. Meyer, M. Zajonz

Eine Woche später, am 9. August, legten die Gesundheitsministerinnen und -minister noch einmal nach und schoben eine Altersgrenze hinterher: Die dritte Impfung sollten die ab 80-Jährigen bekommen. Die Dringlichkeit bleibt: "Es ist daher von herausragender Bedeutung, die Impfkampagne weiter voranzutreiben. Auch die Auffrischungsimpfungen werden dazu beitragen, die Pandemie einzudämmen und die Menschen vor dem Coronavirus zu schützen."

Verwirrend bleibt, wer denn nun die Impfung bekommen soll:

  • Die Stiko hatte am 18. Oktober die Auffrischung für über 70-Jährige empfohlen, prüft aber jetzt für alle Altersgruppen.
  • In der Beschlussvorlage für die Gesundheitsministerkonferenz ab morgen schlägt Spahns Ministerium Booster ab 60 Jahren vor.
  • Minister Spahn selbst will dagegen für alle über 18-Jährigen sechs Monate nach der zweiten Impfung eine Auffrischung anbieten, was in einzelnen Ländern längst passiert. In Berlin etwa, Bayern hat es diesen Mittwoch beschlossen.

Seit drei Monaten können sich die Menschen in Israel eine Booster-Impfung mit Biontech holen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Vorwurf an Länder: Kein Stand-by der Impfzentren

Spahn kritisierte heute: "Das Tempo beim Boostern reicht nicht." Die Hektik im Kampf gegen die vierte Pandemiewelle sei nicht erst in diesen Tagen entstanden:

Es muss nicht erst jetzt schnell gehen, es muss schon seit einigen Wochen schnell gehen.
Jens Spahn

Die Vereinbarungen mit den Ländern seien schließlich drei Monate alt.

Ein Grund sieht Spahn zudem darin, dass die Länder sich an einen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz vom 28. Juni halten. Darin hatten sie festgelegt, dass die Länder ab Oktober die Impfzentren zwar schließen können. Sie sollten aber "sicherstellen", dass diese "im Bedarfsfall schnell wieder in Betrieb" genommen werden können.

Das haben die Länder aber nicht vor. Spahn forderte heute von den Ländern, nicht unbedingt die alten Impfzentren, dafür aber kleinere öffentliche Anlaufstellen anzubieten. "Den Bedarf sehen wir jetzt", sagte Spahn. "Zu viele Impfwillige finden keinen Arzt."

In Hinblick auf den Winter prüft die Ständige Impfkommission eine Empfehlung für eine Booster-Impfung für alle.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Dem hatten die Ärzte gestern widersprochen. Nicht die Impfzentren, sondern die fehlenden Rahmenbedingungen für die Arztpraxen seien das Problem, hatte Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung, gesagt. Am Donnerstag will Spahn nun mit den Ärzteverbänden sprechen.

Impfpflicht: Sorge vor Flucht aus Pflegeberufen

Ob weitere Maßnahmen und ein Bund-Länder-Treffen nötig sind, ist derzeit noch offen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte heute, man wolle die Ergebnisse der Gesundheitsministerkonferenz Ende der Woche erst einmal abwarten. Die Kanzlerin sei aber "grundsätzlich bereit" dazu.

Minister Spahn ist derzeit gegen eine Impfpflicht für medizinisches Personal. Es gebe schon "viel Spannung" im Land dazu. "Die Spannungen dürfen nicht zur Spaltung führen." Und: Er habe "echt große Sorge", dass Pflegepersonal wegen einer Impfpflicht dann den Beruf verlässt. Es sei die Frage, "was löst das aus", sagte Spahn.

Die Situation in den Krankenhäusern ist bei steigender Covid-19-Welle auch deswegen entstanden, weil aus Personalmangel 4.000 Intensivbetten abgebaut werden mussten.

Ministerpräsident Markus Söder kündigte heute in einer Pressekonferenz eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen in Bayern an.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Lockdown light für Ungeimpfte?

Der Frage nach einem Lockdown für Ungeimpfte wich Spahn dagegen heute aus:

Für Geimpfte und Genesene wird es keine weiteren Einschränkungen geben.
Jens Spahn

Das sei geltende Rechtslage.

Regierungssprecher Seibert wurde konkreter. Da die Infektionszahlen steigen, die Krankenhäuser wieder Operationen verschieben und das Personal weiter überlastet sei, könnten weitere Beschränkungen nötig werden. Seibert sagte:

Das führt dann logisch zur 2G-Regel.
Steffen Seibert

Zumindest regional. Also da, wo die Infektionszahlen hoch seien.

Aufgrund der hohen Inzidenzen gilt in Baden-Württemberg ab heute die Corona-Warnstufe.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Corona-Test und Grafik der Entwicklung der Inzidenzen in den Landkreisen
Grafiken

Corona-Tracker für Landkreise - Wie sich die Inzidenzen entwickeln 

Wo steigt die Corona-Inzidenz in Deutschland, wo sinkt sie? In unserem tagesaktuellen Tracker sehen Sie, wie sich die Inzidenz in Ihrem Landkreis entwickelt.

von M. Hörz, R. Meyer, M. Zajonz
Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe (Baden-Württemberg)

Verfassungsbeschwerde erfolglos - Bundesnotbremse war rechtens  

Waren die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sowie Schulschließungen während der Bundesnotbremse mit dem Grundgesetz vereinbar? Ja, hat das Bundesverfassungsgericht entschieden.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.