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Impftourismus und Darknet-Handel - Hotel, Pool und Impfung "all inclusive"

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Der Corona-Impfstoff wird zum begehrten Luxusgut. Weltweit sichern sich zahlungskräftige Kunden mit Impf-Reisen den Wirkstoff. Auch im Darknet und auf Telegram wird gehandelt.

Impfung in Dubai
In den Emiraten konnten sich zuletzt auch Touristen gegen das Coronavirus impfen lassen.
Quelle: epa

Hala Baidun wollte in Dubai eigentlich nur ihre Schwester besuchen. Aber als deren Firma in der Golf-Metropole im Januar zur Corona-Impfung lud, versuchte die Libanesin spontan auch ihr Glück. Offenbar durch einen glücklichen Zufall erhielt Baidun die Impfung, auf die dieser Tage weltweit Millionen hoffen.

In einigen Ländern haben sich Schlupflöcher aufgetan für diejenigen, die das seit über einem Jahr wütende Coronavirus mit der doppelten Spritze hinter sich lassen wollen - und die darauf in ihren Heimatländern Wochen oder Monate warten müssten.

Impf-Tourismus in Florida

Einige elitäre Zirkel und Reisebüros locken ebenfalls mit dem Impfstoff, fragwürdige Anbieter auf dem Schwarzmarkt ziehen mit. Ein regelrechter Impf-Tourismus setzte in Florida ein: In dem US-Bundesstaat konnten zeitweise auch Nicht-Anwohner das Vakzin bekommen, weshalb wohlhabende Besuchern aus New York und Kalifornien anreisten und sich impfen ließen.

Für Empörung sorgte auch das Millionärs-Paar aus Kanada, das sich die Spritze in einer Ureinwohner-Siedlung erschlichen haben soll. Der frühere Chef einer Casino-Firma und die Schauspielerin reisten mit einem kleinen Flugzeug ins abgelegene Yukon, wo die beiden laut Berichten erklärten, bei einem Gasthof in der Gegend zu arbeiten, um sich dann impfen zu lassen. Aber der Plan flog auf.

  • Hier finden Sie einen weltweiten Vergleich der Corona-Impfungen

Impfstoff "All inclusive" für 28.000 Euro

In Reichweite gerückt ist die Impfung vor allem für die besonders Wohlhabenden. In Großbritannien machte der exklusive "Reise- und Lifestyle-Club" Knightsbridge Circle von sich reden, dessen Mitglieder umgerechnet rund 28.000 Euro pro Jahr bezahlen sollen. Im Angebot seien:

  • Impf-Reisen in die Emirate und Indien
  • Dazu eine Villa mit einem Schwimmbad, einem Koch und Hausangestellten
Sie landen, kriegen ihre erste Impfung und warten auf die zweite.
Clubgründer Stuart McNeill

In Indien bieten Reisebüros wie Zenith Leisure Holidays Limited seit einigen Wochen Impf-Reisen ins Ausland an. Kuba hat sogar angekündigt, dass Touristen sich nach Zulassung des kubanischen Impfstoffs Soberana2 auf der Karibikinsel impfen lassen können. Ob Urlauber dafür zur Kasse gebeten werden, ist bislang unklar.

Fitnessstudio, Hotel, Theater und Sportereignisse – in Israel gibt es für Corona-Geimpfte mit dem „Grünen Pass“ mehr Lockerungen. Bereits ein Drittel der Einwohner ist geimpft.

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In den meisten Fällen gibt es bisher aber einen Haken: Die Emirate impfen keine Touristen mehr, wie das Gesundheitsministerium dort bestätigt. Das Reisebüro in Indien, das von 800 Vorab-Registrierungen im Internet und 1.500 telefonischen Anfragen von Kunden berichtet, hat noch gar keine Erlaubnis der betroffenen Länder.

Angebote im Darknet und auf Telegram

Wer sich die Wartezeit mit anderen Mitteln verkürzen will, sucht auf dem Schwarzmarkt: Beim Nachrichtendienst Telegram behaupten Nutzer, Astrazeneca-, Pfizer/BioNTech- sowie Moderna-Ampullen pro Stück für umgerechnet 125 bis 183 Euro mit Versand zu verkaufen - "eisgekühlt, doppelt vakuumversiegelt, mit Tracking-Nummer", wie es dort heißt.

Auch im Darknet finden sich hunderte solcher Angebote. Aber: "Nach unserer Erfahrung beim versuchten Kauf einer einzigen Dosis ist es wahrscheinlich, dass ein Käufer überhaupt nichts erhält", erklärt die Cybersicherheitsfirma Check Point.

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