Ärzte-Chef Reinhardt: Umgang mit Corona neu bewerten

    Reinhardt für Impfung ohne Panik:Ärzte-Chef: Umgang mit Corona neu bewerten

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    Was bedeutet die neue Impfempfehlung der Stiko? Bundesärztekammer-Präsident Reinhardt ordnet sie ein und spricht sich für einen natürlichen Umgang mit Corona aus.

    Der neue Impfstoff sei nur geringfügig anders und auch "der Ursprungsimpfstoff schützt vor schweren Erkrankungen und vor Long-Covid-Verläufen", so der Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt.21.09.2022 | 6:12 min
    Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat am Dienstag eine neue Empfehlung zum Impfen herausgegeben: Eine vierte Impfung gegen das Coronavirus sei nur für Menschen über 60 Jahren oder mit Vorerkrankungen sinnvoll. Diese Menschen sollen dann einen der beiden neuen Stoffe nehmen. Vor kurzem wurde ein Impfstoff speziell gegen Omikron BA.1 zugelassen und bald soll ein Impfstoff gegen BA.4 und BA.5 verfügbar sein.
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    Anhand der Stiko-Empfehlung schlussfolgert der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, im ZDF-Morgenmagazin, "dass jeder Impfstoff, sogar der Ursprungsimpfstoff, vor schweren Erkrankungen und vor Long-Covid-Verläufen schützt".
    Der an Omikron angepasste Impfstoff habe aber wahrscheinlich einen kleinen Vorteil. Er sei "vielleicht ein bisschen besser beim Vermeiden von Infektionen durch Omikron. Weil Omikron ja ansteckender ist als das Ursprungsvirus". Der angepasste Impfstoff sei verfügbar, also solle er auch verwendet werden, so Reinhardt.

    Reinhardt: mangelnde Daten bei Impfempfehlung unkritisch

    Die Datenlage der Impfempfehlung ist weniger gut als bei vorherigen Impfstoffen: Er wurde unter anderem nur an Mäusen getestet, nicht an Menschen. Das findet Reinhardt zwar schon auch "eher ungewöhnlich", bereitet ihm aber keine Sorgen:

    Dieser Impfstoff, der angepasste auf Omikron BA.4 und BA.5 ist ja ein Impfstoff, der dem Vorgänger sehr verwandt ist.

    Klaus Reinhardt, Präsident Bundesärztekammer

    Nur deshalb habe die Stiko auf dieser Datenlage die Empfehlung ausgesprochen. "Das hätte sie nicht getan, wenn es sich um ein neues Virus und um einen ganz neuen Impfstoff gehandelt hätte, mit absoluter Gewissheit nicht", ist sich Reinhardt sicher. "Und man hat es auch getan, weil natürlich ein bisschen Zeitnot im Rahmen der Pandemie da ist."

    Kritik an Biden

    US-Präsident Joe Biden hatte vor wenigen Tagen die Pandemie in den USA für beendet erklärt. Davon hält Reinhardt nichts.

    Ich glaube, dass man eine Pandemie nicht präsidial beenden kann.

    Klaus Reinhardt, Präsident Bundesärztekammer

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    Obwohl in der Bevölkerung eine gewisse Grundimmunität herrscht, will Bundesärztekammer-Präsident Reinhardt in Deutschland nicht auf Maßnahmen und Impfungen verzichten. "Ich glaube, das ist kein guter Rat: alles weg."

    Ich glaube, dass wir lernen müssen, mit der Erkrankung zu leben und einen etwas natürlicheren, selbstverständlicheren und selbstverantworteten Umgang zu pflegen.

    Klaus Reinhardt, Präsident Bundesärztekammer

    Er halte es weiterhin für vernünftig, sich impfen zu lassen und den Empfehlungen der Stiko zu folgen. Großveranstaltungen wie das Oktoberfest hält er aber nicht für problematisch. "Ich glaube wir müssen wegkommen von der Vorstellung, wir könnten jede Infektion verhindern. Was wir verhindern müssen sind schwere Verläufe, tödliche Verläufe, das ist das Entscheidende."
    In anderen Ländern, wie Frankreich, Italien oder der Schweiz sei der Umgang mit Corona lockerer.
    Quelle: ZDF

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