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"maybrit illner" : Müller: "Spahn hat zu viel versprochen"

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Es werde keine Kinder-Impfkampagne geben, sagt Berlins Bürgermeister Müller. Man müsse den Jugendlichen trotz Vakzin-Mangels eine Perspektive geben, sagt er bei "maybrit illner".

Bei den Ministerpräsidenten der Länder hat es nach Angaben von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) "große Verärgerung" über das Verwirrspiel um die Impfungen von Kindern und Jugendlichen gegeben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe im Vorfeld des Impfgipfels "von sich aus eine weitere Debatte angefangen und den Eindruck erweckt, als ob es mit zusätzlichem Impfstoff jetzt eine eigene Impfkampagne für Kinder und Jugendliche geben kann", sagte der derzeitige Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Müller: Impfungen für Kinder und Jugendliche

Beim Impfgipfel sei deutlich geworden, "dass das Bundesgesundheitsministerium da zu viel versprochen hat. Es gibt nicht mehr Impfstoff." Vielmehr bleibe es dabei, dass noch immer ein Impfstoffmangel verwaltet werde. Wichtig sei, dass nun Klarheit darüber herrsche, dass es keine Kinder-Impfkampagne geben werde, betonte Müller.

Gleichwohl verteidigte er die Entscheidung, Kindern und Jugendlichen trotz des Vakzin-Mangels ein Impfangebot zu machen. Sie hätten in den letzten Monaten auf sehr viel verzichtet. Viele Ältere und Vorerkrankte hätten schon Impftermine. Die Kinder und Jugendlichen, die sich jetzt um einen Termin bemühten, seien nicht sofort dran. "Ich finde es richtig, diese Perspektive zu eröffnen", sagte Müller. Das sei auch für die Familien wichtig.

Kann die Herdenimmunität über die Kinder und Jugendlichen klappen? Für den YouTuber Mirko Drotschmann ist das kommende Impfangebot für die Jüngeren "vor allem Augenwischerei".

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Virologin: Kinder-Impfung wichtig

Für eine "durchaus interessante Strategie" hält die Virologin Helga Rübsamen-Schaeff den Plan, Kinder und Jugendliche zu impfen. Die Frage sei, welches Ziel erreicht werden solle. "Wollen wir Menschen, die gefährdeter sind als Kinder und Jugendliche so schnell wie möglich impfen oder wollen wir in Deutschland die Epidemie so schnell wie möglich in den Griff bekommen?"

Kinder und Jugendliche seien eine sehr mobile Gruppe, die sich genauso infizieren und das Virus weitergeben könnten wie Erwachsene. Für das Beherrschen der Epidemie sei das Impfen ein interessanter Ansatz, zumal es auch dem Schutz der Kids diene. "Denn krank werden können die auch", so die Wissenschaftlerin. 

Yogeshwar fordert globale Empathie

Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist und Physiker, gab zu bedenken, dass nach mehr als einem Jahr mit Einschränkungen die Menschen zu verdrängen beginnen. Jedoch dürfe man nicht vergessen, dass noch immer gestorben werde und wichtige Gruppen noch immer nicht geimpft sind.

"Die Gefahr liegt darin eine Erwartungshaltung auszusprechen, die am Ende nicht erfüllt wird", mahnte der Physiker. Hinzukomme, dass eine Pandemie weltweit zu betrachten ist. Er forderte globale Empathie und betonte, dass man dafür Sorge tragen müsse, "dass keine neuen Stämme entstehen und wir ständig nachimpfen müssen".

Vakzin-Mangel

Sibylle Katzenstein, Hausärztin mit einer Covid-19-Schwerpunktpraxis in Berlin, stellte klar: "Ich würde jeden Tag die Woche impfen, wenn ich nur könnte". Es fehle aber "leider der Impfstoff". Katzenstein findet es zu früh über Impfungen für Kinder zu sprechen, da noch nicht alle Risikopatienten geimpft sind.

Gerade bei Kindern sieht sie die Gefahr, dass die Impfbereitschaft der Eltern überschätzt werde: "Ich bin nicht überzeugt, dass das alle machen möchten". Die Hausärztin kritisierte darüber hinaus die Impfstrategie des Bundes, denn "priorisieren sollte man auf lokaler Ebene". Ihrer Ansicht nach sind die komplexen Fälle bei den Hausärzten, die ihre Patienten kennen, besser aufgehoben.

Generationskonflikt durch Pandemie?

Für den YouTuber und Journalisten Mirko Drotschmann alias "MrWissen2go" stellt die Möglichkeit, auch Kinder ab dem 7.Juni impfen zu können, "Augenwischerei" dar. "Die Politik schürt damit einen Generationenkonflikt, in dem die 80-Jährige mit dem 18-Jährigen um einen Impftermin kämpft." Er persönlich spreche sich für eine Impfung der Kinder aus, "sofern es sicher ist". Man dürfe laut Drotschmann nicht die Situation der unter 20-Jährigen aus den Augen verlieren.

"Vier von fünf Kindern der COPSY-Studie fühlen sich durch Corona belastet." Eine "Durchseuchung" der Kinder dürfe man nicht in Kauf nehmen, denn auch wenn sie seltener erkranken, können sie dennoch auch schwer erkranken: "Ich kenne persönlich fünf unter 20-Jährige, die nicht mehr alleine die Treppe hochkommen." Seiner Ansicht nach ist Art, wie weltweit der Impfstoff verteilt wird, schwierig.

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