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Vor Bund-Länder-Gipfel - Debatte um Kinder-Impfung: Wer empfiehlt was?

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Vor dem Impfgipfel ist eine kontroverse Debatte über die Impfung von Kindern und Jugendlichen entbrannt. Die Positionen von Politik, Stiko, Lehrer- und Ärzteverbänden im Überblick.

Vor dem Corona-Gipfel ist eine Kontroverse entbrannt: Bundesgesundheitsminister Spahn will Kinder in die allgemeine Impfkampagne miteinbeziehen, die Stiko rät davon jedoch ab.

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Im Vorfeld des Bund-Länder-Gipfels an diesem Donnerstag ist eine Kontroverse zur Impfung von Kindern und Jugendlichen entbrannt. Das sind die einzelnen Positionen im Überblick:

Spahn: Impfangebot für Kinder und Jugendliche ab August

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat im ZDF erneut versprochen, Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren bis Ende August ein Impfangebot machen zu können. Vorher müsse allerdings die Zulassung der Europäischen Arzneimittelagentur (Ema) vorliegen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im ZDF-Mittagsmagazin.

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Stiko: Wohl vorerst keine Impfempfehlung

Berichten zufolge sieht die Ständige Impfkommission (Stiko) eine allgemeine Impfempfehlung für alle Kinder skeptisch. Es gebe das Risiko von Nebenwirkungen, ohne dass klar sei, in welchem Ausmaß die Kinder selbst von der Impfung profitierten, heißt es.

Weltärztebund: Zu wenig Fakten, daher keine Empfehlung

Auch Weltärztebund-Präsident Frank-Ulrich Montgomery hat sich gegen eine Empfehlung für eine Corona-Impfung von Kindern zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. "Gegenwärtig gibt es noch zu wenig Daten, die Aussagen über das Risiko der Corona-Impfung bei Kindern zulassen", sagt Montgomery den Funke-Medien.

Klar sei aber, dass der Krankheitsverlauf bei Kindern deutlich weniger schwer und weniger gefährlich sei als bei Erwachsenen oder Betagten. Daher müsse der Impfschutz in allen anderen Altersgruppen verbessert werden.

Stiftung Patientenschutz: Fakten abwarten

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz äußerte sich empört über Spahns Plädoyer für Kinder-Impfungen. Spahn wolle die Empfehlungen der Stiko ignorieren, "damit demontiert er eine viel beachtete Institution der Impfkampagne", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch den Funke-Medien. Bei der Vergabe von Vakzinen müssten wissenschaftliche Fakten gelten.

Lehrerverband: Eltern, Kinder und Jugendliche nicht verunsichern

Grundsätzlich sei es wünschenswert, Schülerinnen und Schüler möglichst schnell gegen das Coronavirus zu impfen, sagte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes im Deutschlandfunk. Man habe Kindern gegenüber jedoch eine besondere Fürsorgepflicht und müsse etwa bei möglichen Nebenwirkungen ganz genau hinschauen.

In der Debatte über Impfungen für Kinder sieht der Lehrerverband nach der Zurückhaltung der Stiko eine große Verunsicherung. Meidinger geht davon aus, dass im Herbst ein Großteil der Schüler noch ungeimpft sein wird und die geltenden Hygieneregeln weiter Bestand haben.

Reaktionen aus der Politik zurückhaltend

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht machte sich für eine schnelle Impfung von Kindern und Jugendlichen stark. Gleichzeitig betonte die SPD-Politikerin: "Die Teilnahme am regulären Schulunterricht darf nicht davon abhängig gemacht werden, ob eine Schülerin oder ein Schüler geimpft ist."

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) plädierte dafür, die Stiko-Festlegung abzuwarten. "Die wissenschaftlichen Fragen sind noch nicht schlüssig beantwortet", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kündigte an, sein Land werde sich an die Empfehlungen der Stiko halten. Ob und wann Schülern ein Impfangebot gemacht werden könne, sei eine fachliche Frage, über welche die Gesundheitsminister und Chefs der Staatskanzleien beraten würden, sagte er beim Besuch eines Impfzentrums in Düsseldorf.

Weiteres Thema: Auffrischung der Corona-Impfung

Bei dem für Donnerstag anberaumtem Gipfelgespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderchefs soll es neben den Impfungen für Kinder und Jugendliche auch um mögliche Auffrischungen gehen.

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