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Corona-Pandemie - Lauterbach: Impfeffekt wohl ab Juni spürbar

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Die Zahl der vollständig geimpften Personen steigt. Karl Lauterbach erwartet und Nelson Müller hofft auf Entspannung ab Juni, sowohl bei den Infektionen als auch bei den Maßnahmen.

Bundestag und Bundesrat entscheiden bis Freitag über Lockerungen für Geimpfte und Genesene. Ab Sonntag könnten Betroffene dann schon Erleichterungen bei Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen spüren.

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Ob geimpft oder nicht geimpft: Bei Lockerungen in der Corona-Pandemie ist Vorsicht geboten. Da sind sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und Gastronom Nelson Müller einig. Doch ab wann und vor allem wie können Lockerungen jetzt möglich werden?

Auch nach Zweitimpfung helfen Abstand und Masken

Für vollständig Geimpfte soll es bald mehr Freiheiten geben. Wo andere einen negativen Corona-Test als "Eintrittskarte" vorlegen müssen, soll für Geimpfte der Impfnachweis reichen. Wichtig sei dabei aber, dass die neuen Freiheiten nur für diejenigen gelten, die eine Zweitimpfung erhalten haben, erklärt Gesundheitsexperte Lauterbach gegenüber ZDFheute noch einmal deutlich. Bereits nach der Erstimpfung mehr Freiheiten zu erlauben mache epidemiologisch "gar keinen Sinn".

Studien aus Großbritannien etwa hätten gezeigt, dass vollständig geimpfte Personen nur noch eine geringe Chance auf Ansteckung hätten und auch das Risiko, andere anzustecken, deutlich reduziert wird. Dabei sei es jedoch wichtig, weiterhin die Corona-Regeln einzuhalten. So könnten etwa Abstandsregeln, Masken und die AHA-Regeln dazu beitragen, das Restrisiko so gering wie möglich zu halten.

Besonders Corona-Mutationen stellen weiterhin Risiko dar

Mit Blick auf bevorstehende Urlaubszeiten um Pfingsten und im Sommer appelliert Lauterbach zur Vorsicht. Besonders bei der indischen, der südafrikanischen und der brasilianischen Mutation gebe es noch nicht genug wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirkung der Impfstoffe. Reisen in Gebiete, in denen diese Corona-Varianten besonders verbreitet sind, seien daher ein besonders großes Risiko.

Um die Lockerungen für Geimpfte so einfach wie möglich zu gestalten, werde unterdessen "mit Hochdruck" an einer europäischen digitalen Lösung für den Impfnachweis gearbeitet. Die EU plant hier den sogenannten "Grünen Pass".

Nelson Müller hofft im Juni auf Gäste im Restaurant

Auch in der Gastronomie sollen Geimpfte in Zukunft einen negativen Test mit einem Impfnachweis ersetzen können. So sollen Restaurantbesuche wieder leichter möglich sein. Gastronom Nelson Müller wünscht sich, dass es hier nun zügig vorangeht. Zwar seien die jetzigen Möglichkeiten mit Take-Out und Lieferungen gute erste Schritte, doch er hoffe, im Juni auch wieder Gäste vor Ort begrüßen zu können.

Blindlings die Gastronomie aufzumachen sei zu gefährlich, sagt TV-Koch Nelson Müller und plädiert für einheitliche Regelungen. Konkrete Konzepte fehlten aber nach wie vor.

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Das sieht auch Lauterbach als ein realistisches Ziel. Erfahrungen aus Ländern wie Israel, Großbritannien und den USA hätten bereits gezeigt, dass die Ausbreitung des Virus mit dem Impffortschritt deutlich zurückgeht.

Impfeffekt ab Juni möglich

Der Gesundheitsexperte erwartet, dass sich dieser Effekt der Impfkampagne in Deutschland im Juni zeigen wird. Man werde dann "langsam zurückgehende Fallzahlen" in Deutschland verzeichnen können, was sich dann beschleunigen werde.

So wie man am Anfang exponentiell gewachsen ist, so gibt es ab einem bestimmten Sprung exponentielles Schrumpfen.
Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

Der Grund: "Weil diejenigen, die geimpft sind, fallen ja aus als jemand, der andere infizieren kann, wie auch als jemand, der sich infizieren kann. Somit geht das auch exponentiell zurück." Er rechne damit, dass es dann auch mehr Lockerungen und eine Rückkehr zu "vielen Teilen der Normalität" geben wird, so Lauterbach.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet spätestens im Juni mit deutlichen Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Dennoch mahnt er weiterhin zur Vorsicht.

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Müller fordert Planungssicherheit für Gastronomen

Müller ist mit diesem Zeitfenster nicht unzufrieden, denn die Öffnung der Gastronomie bedarf auch Planung. "So ein schnelles Aufmachen ist ja auch für uns schwierig", so Müller mit Blick auf mögliche Lockerungen. Planungssicherheit sei unter Gastronomen besonders gefragt. Viele Mitarbeiter seien in Kurzarbeit, Corona-konforme Konzepte müssten angepasst und geregelt werden. All das brauche Zeit, so Müller.

Er hofft, dass es schon bald Systeme geben wird, die es Gastronomen erleichtern, Impfnachweise, Tests und Kontaktverfolgung zu überprüfen und zu koordinieren. Es müsse eine einheitliche Lösung gefunden werden, mit der jeder Gastronom bald aufmachen könne. "Ich würde schon sagen, dass wir da jetzt schnell ran müssen", so Müller.

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