Sie sind hier:

Vorsitzender der Stiko - Mertens: Die Schwächsten zuerst impfen

Datum:

Schon vor den ersten Corona-Impfungen, stellt sich in Deutschland die Frage nach der Verteilung des Impfstoffs. Stiko-Vorsitzender Thomas Mertens verteidigt die geplante Strategie.

Die Corona-Impf-Reihenfolge sorgte für Diskussionen. Solidarität bedeute in diesem Fall, das Einzelne zurücktreten, damit noch gefährdetere Menschen geimpft werden können, so Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission.

Beitragslänge:
6 min
Datum:

In den nächsten Tagen soll feststehen, wie die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) über den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer urteilt - und ob das Präparat damit auch in Europa offiziell zugelassen wird. Schon vor der offiziellen Zulassung steht die Frage nach der Verteilung des Impfstoffs. Auch in Deutschland diskutiert man über die geplante Priorisierung bei der Corona-Impfung. Vielen Stimmen melden sich zu Wort - wer gehört zur Risikogruppe, wer darf wann?

Forderungen verschiedener gesellschaftlicher Anspruchsgruppen, zuerst geimpft zu werden oder möglichst früh geimpft zu werden, seien bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar, erklärt Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko), im heute journal.

Mertens: Pragmatismus und Gerechtigkeit gehen bei Impfstrategie Hand in Hand

Andererseits zeige sich hier auch ein falsches Verständnis von Solidarität. Solidarität zeichne sich in der derzeitigen Situation durch das Zurücktreten Einzelner aus, damit diejenigen, die den Impfstoff dringender brauchen, ihn auch bekommen können, so Mertens.

Vorteile für Corona-Geimpfte? Befürworter der Impfung sehen darin einen sinnvollen Anreiz, Gegner hingegen eine Impfpflicht durch die Hintertür.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Mertens verdeutlicht die Strategie hinter der geplanten Impf-Priorisierung am Beispiel der Bereitschaftspolizei: Die Beamten und Beamtinnen würden auf der Grundlage ausgesucht, dass sie "gesund, jung und gut trainiert sind". Damit sei aber auch das Risiko in dieser Berufsgruppe für einen schweren Krankheitsverlauf geringer, betont Mertens. Solche Gruppen zuerst zu impfen, sei damit nicht sinnvoll.

Stattdessen gelte: Menschen, die hoch gefährdet sind, zuerst impfen. Eine simple Rechnung mit dem Zweck, die Rate der Hospitalisierung - also der Krankenhausaufnahmen - in den Griff zu bekommen. Laut Mertens würden bei der verfolgten Strategie Pragmatismus und Gerechtigkeit zusammenspielen:

Wir sind sehr froh, dass in diesem Fall die ethische Forderung, die Schwächsten zu schützen und der größte Nutzen durch den Beginn der Impfkampagne in dieser Gruppe der Hochrisikopersonen zusammenfällt.
Thomas Mertens

Impfung ungleich Immunität

Dass die Impfung kommt, steht fest. Aber sinkt damit auch die Achtsamkeit? Wird das Leben wieder freier, weil durch eine Impfung viele geschützt sind? Mertens stellt klar: Eine Impfung ist nicht gleichzusetzen mit Immunität. Man wisse zwar, dass eine Impfung sehr gut vor einer Erkrankung schütze, so Mertens. Aber:

Wir wissen bisher noch nicht genau, wie die Impfung vor der Infektion schützt.
Thomas Mertens

Derzeit sei also noch nicht klar, wie es nach einer Impfung um die Übertragung des Virus stehe. Dazu brauche es noch weitere Daten, erklärt Mertens. Mit Blick auf die Sicherheit der bisherigen Impfstoffe bekräftigt Mertens, dass sie "genauso getestet" wurden, wie "die meisten anderen Impfstoffe, die zugelassen sind".

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.