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Merkel berät mit Fachministern - Grüne dringen auf mehr Tempo beim Impfen

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Die Grünen fordern ein Umsteuern bei der Impfstrategie. Während die Kanzlerin zu Beratungen über die Impfstoff-Produktion lädt, bekommt der zuletzt kritisierte Spahn Rückendeckung.

Die Grünen fordern einen schnellere Umsetzung der Corona-Impfkampagne in Deutschland. Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen sagte im ARD-"Morgenmagazin":

Ich kann als Arzt überhaupt nicht verstehen, wie wir in dieser dramatischen Situation es nicht geschafft haben, die 1,3 Millionen Impfdosen, die seit Dezember im Land sind, auch wirklich vollständig zu verimpfen.

Bislang sei erst knapp 25 Prozent der verfügbaren Impfstoffmenge verabreicht worden. "Das reicht überhaupt nicht", sagte Dahmen. "Wir müssen insbesondere bei der Impfung der Älteren schneller werden." Ein Ausbau mobiler Impfteams sei dabei entscheidend.

Nachholbedarf sehe er zudem bei Schnelltests für den Heimgebrauch und bei der Nachverfolgung von Corona-Fällen. Bei der Weiterentwicklung der Warnapp oder der Stärkung der Gesundheitsämter "wären dringend konsequentere Schritte notwendig gewesen".

Merkel und Minister beraten über Impfstoff-Produktion

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am heutigen Mittwoch mit den zuständigen Fachministern darüber beraten, wie mehr Impfstoff produziert werden kann. Teilnehmen werden neben Gesundheitsminister Jens Spahn, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Kanzleramtschef Helge Braun (alle CDU) auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD).

Bei den Beratungen soll erörtert werden, ob und wie die zusätzliche Produktion von Impfstoffen in Deutschland koordiniert unterstützt werden kann. Es gibt Vorwürfe, im vergangenen Jahr sei zu wenig Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer bestellt worden, deswegen ist Spahn in die Kritik geraten. Er will am Mittwochmittag die Öffentlichkeit über den Stand bei den Impfungen informieren.

Ethikrat-Chefin Buyx: Impfstart wurde nicht vermasselt

Unterdessen wünscht sich die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, mehr Zuversicht. Der Impfstart sei nicht vermasselt worden, sagte die Münchner Medizinethikerin der "Saarbrücker Zeitung".

Es läuft zwar nicht so schnell, wie ich mir das wünschen würde. Aber es war absehbar, dass der Impfstoff am Anfang knapp ist.

Mit dem Wissen von heute würden nun mitunter Entscheidungen von gestern bewertet, "und das ist immer schwierig". "Zugleich ist mir der Ton etwas zu negativ", sagte Buyx. Kritische Fragen seien in Ordnung, aber wichtig sei auch zu vermitteln, "dass wir endlich einen Weg aus der Pandemie vor uns haben".

Rückendeckung für Spahn von Westerfellhaus

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, nahm seinen Parteikollegen Spahn in Schutz. Er sagte der "Passauer Neuen Presse", Spahn habe sehr gut begründet, warum man auf mehrere Impfstoffe gesetzt hat. "Im Sommer wusste man noch nicht, welcher Impfstoff das Rennen machen wird.“

Jetzt herzugehen und nur Kritik zu üben, wo wir bei 316.000 Impfungen sind, während andere Länder weit darunter liegen oder noch nicht einmal angefangen haben, ist alles andere als hilfreich.

"Einen Koalitionsstreit über das Impfen werden die Menschen nicht mehr verstehen", ergänzte der Pflegebeauftragte. Bund und Länder müssten jetzt an einem Strang ziehen.

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