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Geänderte Impfverordnung - Corona-Impfungen: Wer wird wann geschützt?

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Heute ist die geänderte Impfverordnung in Kraft getreten. Was ändert sich und wer kriegt die Corona-Impfung als nächstes? Aktuelle Zahlen zu Impfstoff-Lieferungen geben Aufschluss.

Coronavirus-Impfdosen in eiunem Impfzentrum
Spritzen mit dem Impfstoff von Biontech-Pfizer liegen in einem Impfzentrum bereit - die neue Corona-Verordnung sieht Änderungen bei den Impfgruppen vor.
Quelle: dpa

Die geänderte Impfverordnung, die heute in Kraft getreten ist, sieht einige Änderungen vor - unter anderem bei der Einstufung der Bevölkerung in drei Impfgruppen. So sollen Menschen mit bestimmten schweren Krankheiten schneller dran kommen. In Einzelfällen kann auch von der Reihenfolge abgewichen werden, wenn dies "zur kurzfristigen Vermeidung des Verwurfs von Impfstoffen notwendig ist", wie es in der Verordnung heißt.

Wenn Impfdosen übrig sind, weil etwa einige Impflinge nicht erschienen sind, dann ist die Alternative: wegwerfen oder verimfpfen. Aus meiner Sicht ist alles besser als Wegwerfen.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einer Pressekonferenz zur neuen Impfverordnung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Corona-Impfungen mit der neuen Verordnung beschleunigen und flexibler machen. Die Änderungen haben auch mit dem Astrazeneca-Impfstoff zu tun, mit dem vorerst nur Menschen unter 65 Jahren versorgt werden sollen und von dem am Wochenende die ersten Lieferungen eintrafen.

Wer durch die geänderte Impfverordnung und durch aktuelle Zahlen zu Lieferungen wann am Zug ist - ein Überblick:

Bis wann sollen die Über-80-Jährigen geimpft sein?

Nach Spahns Plan sollen die Über-80-Jährigen etwa bis Ende März geimpft sein. Das gilt auch für andere in der ersten Gruppe mit höchster Priorität: Heimbewohner, Pflegekräfte in Heimen, Personal in Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdiensten.

Den 800.000 Heimbewohnern soll bis Mitte Februar ein "Impfangebot" gemacht werden - 630.000 wurden bisher geimpft. Als nächste innerhalb dieser Gruppe rücken jetzt ambulante Pflegedienste in den Fokus.

Was ändert sich durch den Einsatz von Astrazeneca?

Das nach den Stoffen von Biontech/Pfizer und Moderna dritte Präparat bekommen vorerst nur Menschen zwischen 18 und 64 Jahren - es fehlen Daten zur Wirkung bei Älteren. Deshalb wird den Beschäftigten in Pflegeheimen oder Intensivstationen in dieser Altersgruppe nun vorrangig der Astrazeneca-Stoff geimpft.

Die Alterseinschränkung ist eigentlich eine Schwäche des Präparats. Doch bleibt so mehr von den anderen für die Hochbetagten - "Ältere können so schneller als geplant geimpft werden", sagt Spahn.

Wie wirkt sich der erfolgte Astrazeneca-Impfstart nun aus?

Bis 19. Februar sollen 1,75 Millionen Astrazeneca-Dosen an die Länder geliefert - und direkt verimpft werden. Es soll also kein Impfstoff für die nach neun bis zwölf Wochen fällige zweite Impfung aufbewahrt werden. Am 2. März sollen dann weitere 1,47 Millionen Dosen kommen.

Während die Impfstoffe von Moderna und Biontech eine Wirksamkeit von 94 und 95 Prozent haben, sind es bei Astrazeneca nach einer neuen Studie nach der ersten Impfung nur 76 Prozent - und bis zu 82 Prozent nach der zweiten.

Lesen Sie hier, ob Sie zu einer Impfgruppe gehören:

Wann sollen die Menschen ab 70 Jahren geimpft werden?

Von April an, in Gruppe zwei mit hoher Priorität. Aktuell leben etwa

  • 7,3 Millionen Menschen zwischen 70 und 80 in Deutschland sowie
  • 5,7 Millionen in der Altersgruppe 80 plus.


Bislang geliefert wurden 4,2 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer und Moderna. Von Biontech sollen bis Ende Februar mehr als 2,5 Millionen weitere Dosen geben, von Moderna bis Mitte Februar 182.400 Dosen. Bis Anfang März kommen rund 3,2 Millionen Astrazeneca-Dosen dazu.

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Wann sollen Menschen mit Vorerkrankungen geimpft werden?

Manche sollen in Gruppe zwei vorgezogen werden. In dieser Gruppe sollen nun auch Menschen geschützt werden mit

  • Krebs ohne gestopptem Tumorwachstum,
  • schwerer chronischer Lungenerkrankung,
  • chronischer Leber- oder Nierenerkrankung,
  • Diabetes mit hohen Blutzuckerwerten,
  • Fettleibigkeit mit Body-Mass-Index über 40,
  • bipolarer Störung, Schizophrenie und schwerer Depression.


Bisher waren schon Menschen mit Demenz, geistiger Behinderung, Trisomie 21 sowie nach Organtransplantationen hier vorgesehen. Neu: Auch andere Risikopatienten sollen mit Arzt-Bescheinigung hier zum Zug kommen.

Wer soll noch in Gruppe zwei geimpft werden?

Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen zuhause oder Schwangeren. Schwangere selbst sollen wegen mangelnden Studiendaten nur in Ausnahmen geimpft werden.

Strittig: Auch Ärzte sollen erst in Gruppe zwei drankommen. Gruppe zwei umfasst auch Polizei- und Ordnungskräfte insbesondere für Demonstrationen, Beschäftigte von Gesundheitsdiensten und Kliniken, Bewohner von Obdachlosen- und Asylbewerberunterkünften und Betreuer geistig Behinderter. Auch für Gruppe zwei gilt der Astrazeneca-Vorrang für Unter-65-Jährige.

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37 min
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Wer kommt in Gruppe drei dran?

Menschen über 60, Menschen mit weiteren Krankheiten wie etwa Asthma oder Herzinsuffizienz - sowie zum Beispiel Lehrer, Erzieher, Polizisten, Beschäftigte in Supermärkten.

Erst danach sollen alle weiteren folgen - bis Ende des Sommers, laut Kanzlerin Angela Merkel.

Sollen Kinder geimpft werden?

Der Biontech-Impfstoff ist von 16 Jahren an zugelassen. Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, erwartet im Lauf des ersten Halbjahrs Ergebnisse zu Studien von Moderna und anderen zu möglichen Impfungen bei Kindern und Jugendlichen.

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von Katja Belousova

Welche offenen Fragen treiben Politik und Wissenschaft um?

Unklar ist bisher, ob Geimpfte das Coronavirus weitergeben können. Auch sind noch Fragen zur Wirksamkeit bei hochansteckenden Virus-Varianten offen. Klaus Cichutek zufolge gibt es Hinweise, "dass man mit der UK-Variante (also der britischen) ganz gut fertig werden kann, mit der Südafrika- und Brasilien-Variante vielleicht schlechter".

Welche Kritik gibt es an der Impfverordnung?

Lehrkräfte, Erzieher und Praxisärzte wollen nicht so lange auf eine Impfung warten. So sagt der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen: "Diejenigen, die andere jeden Tag behandeln, medizinisch versorgen und schützen, müssen auch selbst geschützt sein."

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