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Sachsen öffnet Impfzentren - Zu wenig Impfstoff in Deutschlands Hotspot

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Sachsen ist das von Corona am heftigsten betroffene Bundesland. Mit dem höchsten Anteil von Menschen ab 80. Neue Kriterien bei der Impfstoff-Verteilung könnten helfen.

Sachsen ist Negativ-Rekordhalter bei der Inzidenz und Schlusslicht bei den Impfungen – doch jetzt wurden im Freistaat die Impfzentren geöffnet.

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Heute öffnet Sachsen seine 13 Impfzentren - andere Bundesländer waren schneller. Und auch jetzt können die Impfzentren noch längst nicht volle Leistung fahren.

2.800 Menschen sollen ab Montag geimpft werden. 13.000 könnten es eigentlich sein. Aber: Es ist nach wie vor nicht genügend Impfstoff da. Dabei ist der Freistaat flächendeckend seit Wochen Hotspot Nummer eins in Deutschland.

Das mutierte Virus grassiert auch in Sachsen

Bei der Verteilung der Impfdosen allerdings steht Sachsen bundesweit erst an siebter Stelle. Entscheidend bei der Menge der zu verteilenden Impfdosen ist die Einwohnerzahl. Von den vier Millionen Sachsen sind mehr als eine Million über 65 Jahre alt. Der Anteil der Menschen ab 80 liegt bei 8,6 Prozent - so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Hinzu kommt, dass nun auch hier erstmals eine aus Großbritannien eingeschleppte Mutation des Coronavirus nachgewiesen wurde.

Die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping hat nun Kontakt mit Bundesgesundheitsminister Spahn aufgenommen und ihn gebeten, diese Kriterien stärker zu berücksichtigen. In den nächsten Tagen wird sich zudem zeigen, was die Lockerungen an Weihnachten und Silvester an Neuinfektionen beschert haben.

Der langsame Impfstart in Deutschland wurde scharf kritisiert. Doch das Tempo wird nun steigen, versprechen der Bundesgesundheitsminister und die Kanzlerin.

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In Sachsen bisher am wenigsten geimpft

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (Statistik bis 9.1.2021 Stand 11 Uhr) wurde in Sachsen bisher am wenigsten geimpft. Konkret haben 17.991 Menschen eine Impfung erhalten. Bis Ende Dezember wurden 68.250 Dosen Impfstoff von Biontech/Pfizer geliefert. 19.000 Dosen gingen zunächst an Krankenhäuser. Klinikpersonal, Ärzte und Pfleger sind der größten Gefahr ausgesetzt.

Mit mehr als 30.000 Dosen sind 15 mobile Impfteams in den Alten- und Pflegeheimen unterwegs. Etwa 43 Prozent der Einrichtungen sind/waren von Neuinfektionen und Quarantäne betroffen.

Zu hören ist auch, dass mitunter Ärzte bei den Teams gefehlt haben sollen. In den Impfzentren, so das sächsische Sozialministerium, gebe es ausreichend Personal. Insgesamt soll der Freistaat im Januar etwa 102.000 Impfdosen bekommen. 457.000 Menschen insgesamt haben erste Priorität.

Impfbereitschaft beim Pflegepersonal sehr hoch

Was die Impfbereitschaft von Ärzten und Pflegern angeht, sind die Unikliniken in Leipzig und Dresden spitze. In einigen Bereichen der Uniklinik Dresden liege die Impfbereitschaft bei mehr als 90 Prozent, so der medizinische Vorstand, Prof. Michael Albrecht. Bis 7. Januar seien 21 Prozent der Klinik-Beschäftigten im Freistaat geimpft worden. Der Bundesschnitt liegt bei 16 Prozent. Allerdings, so das Sozialministerium, sehe es in kleineren Kliniken anders aus.

Auf den Intensivstationen ist der Anteil der Corona-Patienten stark angestiegen. Die Krankheitsverläufe sind oftmals dramatisch - es ist ein Kampf um Leben oder Tod und eine enorme Belastung für das Pflegepersonal.

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Ab heute werden in den Impfzentren zunächst ausschließlich über 80-Jährige geimpft, Pfleger, Rettungskräfte. Einen Termin kann man online vereinbaren oder in Kürze über eine Hotline.

Übrigens hat der sächsische Ministerpräsident jetzt erstmals Fehler beim Corona-Management eingeräumt. Die Politik habe zu zögerlich gehandelt. Ihm sei die ganze Dramatik der Situation erst beim Besuch mehrerer Kliniken im Dezember deutlich geworden.

Anja Charlet ist Korrespondentin im ZDF-Studio Dresden.

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