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Zukunft der Impfzentren - Das planen die Länder zu den Impfzentren

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Ab Oktober werden die meisten Impfzentren vorerst schließen. Doch im Herbst wird die vierte Welle erwartet, zudem Kinder- und Auffrisch-Impfungen. Sind Schließungen eine gute Idee?

Menschenleer ist das Impfzentrum in der Messe Erfurt am 16.03.2021
Mehr Impfstoff als Impfwillige in den Impfzentren - nicht nur in Thüringen. Wie sieht die Zukunft der Impfzentren aus?
Quelle: dpa

Die meisten Impfzentren werden ab Oktober zunächst schließen. Das ergibt eine Umfrage von ZDFheute bei den Gesundheitsministerien der Länder. Derzeit sind noch 442 Impfzentren in Betrieb, einige sind bereits geschlossen oder zusammengelegt.

Viele Länder planen noch, wie es konkret ab Oktober weitergeht. Doch grundsätzlich steht der Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz, die Zentren zu schließen oder in einen Stand-By-Modus zu versetzen und stattdessen auf mobile Impf-Teams zu setzen. Nur Berlin gibt als einziges Bundesland konkret an, zwei Impfzentren danach betreiben zu wollen.

Vierte Welle und Kinder-Impfungen: Brauchen wir Impfzentren?

Einerseits sind Impfzentren teuer und derzeit oft nicht ausgelastet. Andererseits stellt sich angesichts der vierten Welle sowie der anstehenden Kinder-, Jugend- und Auffrischimpfungen für Ältere die Frage: Ist es wirklich eine gute Idee, die Impfzentren bald zu schließen? Mobile Teams und Hausärzte müssten dann alleine impfen.

Der Städte- und Gemeindetag drängt gegenüber ZDFheute auf eine zügige Entscheidung der Länder:

Wir wollen die Impfzentren nicht auf Biegen und Brechen erhalten - es muss aber geklärt werden, welche Rolle die Städte in der Impfstrategie spielen sollen. Wenn die Länder nicht schnell entscheiden, laufen wir Gefahr, dass die Impfkampagne weiter ins Stolpern kommt.
Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages

Finanzierung der Impfzentren nur bis Ende September geklärt

Ein zentraler und ungeklärter Punkt ist die Finanzierung der Impfzentren, denn die ist nur bis zum 30. September gesichert. Bislang zahlen Bund und Länder die Zentren je zur Hälfte. Wenn es nach den Ländern geht, soll das Modell ab Oktober einfach weiter laufen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kann das nicht alleine entscheiden, er müsste das mit dem Finanz-Ressort abstimmen. Eine Entscheidung könnte auf einer der montaglichen Schalten der Gesundheitsminister*innen verkündet werden.

Ein Mann informiert bei einer mobilen Impfstation. Archivbild

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Bayern: Bis zu vier Wochen, um Impfzentrum wieder hochzufahren

Ein offener Punkt ist auch die Frage, was ein Stand-By-Modus genau bedeutet und wie schnell die Impfung gegen Corona wieder möglich wäre. Ist ein Impfzentrum erst einmal geschlossen, kann es jedenfalls nicht einfach über Nacht wieder eingesetzt werden. Bayern schätzt, dass es bis zu vier Wochen dauern könnte, um stationäre Kapazitäten wieder hochzufahren.

Thüringen weist auf die auslaufenden Mietverträge hin. Denn die Hallen werden auch für Schulsport oder Veranstaltungen gebraucht. Im Saarland, wo die Bundeswehr ein Impfzentrum betreibt, läuft der Antrag auf Amtshilfe zum 30. September aus - und wird danach nicht verlängert.

Lauterbach: Impfen ohne Termin wird dann schwieriger

Wie die Länder die Zahl der Zentren reduzieren, ist unterschiedlich. Bayern hat bereits Standorte zusammengelegt, Schleswig-Holstein will situativ entscheiden.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnt gegenüber ZDFheute: "Die Impfzentren werden zum Teil umverlegt. Der Wiederaufbau würde relativ lange dauern. Außerdem fehlt uns jetzt eine Anlaufstelle, wo sich jeder ohne Anmeldung impfen lassen kann."

Die Impfzentren waren immer als temporäre Einrichtungen gedacht. Doch die Länder müssen nun gut planen, um gegen die vierte Welle anzukommen - noch immer sind erst 53 Prozent der Deutschen vollständig geimpft.

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