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Corona-Impfung - Schlussst(r)ich in Hamburgs Impfzentrum

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Nach mehr als einer Millionen Immunisierungen schließt das Hamburger Impfzentrum die Pforten. Damit endet für die meisten Beteiligten eine intensive Zeit. Ein Rückblick.

Eingang zum Impfzentrum in den Hamburger Messehallen
Das Hamburger Impfzentrum in den Messehallen schließt.
Quelle: dpa

"Manchmal haben Menschen auf ihre Ehepartner gewartet und sind vor Freude in Tränen ausgebrochen, als diese nach der Impfung kamen", erzählt Jörg Wittenkindt. Der DJ und Musikproduzent ist über eine Instagram-Anzeige zu seinem Job im Impfzentrum in Hamburg gekommen. Nun endet seine Zeit in den Messehallen.

Deutschlands größtes Corona-Impfzentrum schloss gestern seine Tore und ist in dieser Form Geschichte. Wie ein Senatssprecher am Dienstag erklärte, ist die neuerliche Einrichtung auch für mögliche Auffrischungsimpfungen ausgeschlossen.

Positive Bilanz nach acht Monaten

"Das Impfzentrum war notwendig und erfolgreich. Wir hatten eine gute Stimmung im Team, die den über 500.000 Geimpften zugutekam", zieht der ärztliche Leiter Dirk Heinrich sein Resümee. Gerade die Bereitschaft, die Menschen bestens zu informieren, sei geschätzt worden, urteilt Heinrich.

Hamburgs erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sieht das Impfzentrum als entscheidenden Baustein im Impfprozess der Hansestadt: "Es hat so gut funktioniert, dass unglaublich viel Vertrauen in diese Impfung gewachsen ist. Das hat uns in Hamburg sehr geholfen."

Die Zwischenbilanz im Hamburger Impfzentrum fiel positiv aus.

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Jeden Tag Optimierungen

Hinter dieser positiven Resonanz stecken viele tägliche Anpassungen. "Wir haben ständig Verbesserungen in den Prozessen vorgenommen", berichtet der ärztliche Leiter Heinrich. Gerade viele Kleinigkeiten habe man über die Zeit optimiert, was dazu geführt habe, dass man die ursprünglich angedachte Zahl von 7.000 täglichen Impfungen zunehmend erhöhen konnte - an Spitzentagen auf über 10.000.

Zu kämpfen hatten das Team mit Impfdränglern zu Zeiten der Priorisierung, aber auch mit einer Welle der versäumten Termine der Zweitimpfungen und zu frühen Impferinnerungen Mitte Mai.

Arbeitsreiche Stunden in den Messehallen

Andere Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht: Es kam nie zu einem Überfall auf das anfangs wertvolle Gut Impfstoff, von dem bis heute kein genauer Lagerstandort in Hamburg bekannt ist.

Für Heinrich selbst waren die Tage auch ohne besondere Probleme lang. "Früh aufstehen, spät ins Bett gehen", beschreibt er seinen Alltag pragmatisch. Dazwischen standen arbeitsreiche Stunden in den Messehallen an, in denen er bis zu 13 Kilometer Strecke zurücklegte.

Kommen die Menschen nicht ins Impfzentrum, muss eben die Spritze zu ihnen kommen – so das Prinzip eines Modellprojekts in Hamburg.

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Sinkende Impfbereitschaft

Dennoch sei die Zeit des zentralen Impfens nun zu Recht vorbei. Man solle sich im Impfzentrum umschauen: Viel wäre nicht mehr los. Seit Wochen nehmen die Erstimpfungen ab. Nun müsse auf die letzten zehn Prozent aktiv zugegangen werden und diese vor Ort abgeholt werden, appelliert der ärztliche Leiter.

Bereits mit Beginn der terminlosen Impfungen war der Rückgang der Impfbereitschaft spürbar. "Anfangs hatten wir dann mit mehr Impfwilligen kalkuliert als tatsächlich kamen", erklärt Heinrich, enttäuscht von dieser Entwicklung.

Ein Team voller positiver Stimmung

Dass das Impfzentrum rückblickend als Erfolg betrachtet werden kann, sei vor allem der guten Stimmung im gesamten Team zu verdanken. Überall im Impfzentrum ist diese positive Atmosphäre spürbar. Im Mitarbeiterbereich hängen zwei große Leinwände mit der Aufschrift "Danke" und "Ich habe Hamburg geimpft", die von den Unterschriften des Personals überzogen sind.

Die "Impfzentrumsfamilie" werde ihr fehlen, erzählt Susanne Fritzsch. Sie ist Bühnenmeisterin und über ihre Firma zum Impfzentrum gekommen. Hier sei in den letzten Monaten ein Team zusammengewachsen und das, so Fritzsch, "obwohl man Distanz halten musste".

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Erfahrungen auf persönlicher Ebene

Ältere Menschen, die sich freuten, endlich wieder ihre Enkel zu sehen, blieben Jörg Wittenkindt ebenso im Kopf wie die wartenden Ehepartner. Er habe in den letzten Monaten aber auch die Teamarbeit hier zu schätzen gelernt. Eine Erfahrung, die er in seiner selbständigen Tätigkeit sonst nie gemacht hätte und die ihn auch als Mensch weitergebracht habe.

Wittenkindt und Fritzsch hoffen, jetzt wieder zurück in ihre alten Jobs zu kommen und blicken positiv in die Zukunft. Die Zeit in den vergangenen acht Monaten wollen sie dennoch nicht missen.

Auf der Illustratioin ist eine Person zu sehen, die ein Schutzschild hält. Das Schutzschild ist zum Teil gerisssen, Coronaviren dringen durch das Schild.

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