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Lauterbach zu Mutante B.1.617 : "Indische Variante wäre schwieriger für uns"

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Die indische Corona-Variante breitet sich in Großbritannien aus. Die Insel ist deshalb ab heute wieder Risikogebiet. Das reicht nicht, warnt Karl Lauterbach.

Schlange vor den Impfstationen in Bolton
Schlange vor Impfstationen in Bolton - die indische Variante betrifft den Nordwesten Englands besonders.
Quelle: Reuters

Großbritannien ist seit heute wieder Corona-Risikogebiet. Grund für die Einstufung ist die dort auftretende indische Variante, die von der WHO als "besorgniserregend" bezeichnet wird, weil sie vermutlich ansteckender ist.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert deshalb, Großbritannien zum "Virusvarianten-Gebiet" zu erklären, um "Zeit zu gewinnen". Gegenüber ZDFheute sagt er:

Daten von britischen Wissenschaftlern weisen darauf hin, dass die indische Variante 30 bis 50 Prozent ansteckender ist als die britische Variante B.1.1.7. Wenn wir die indische Variante jetzt bekämen, wäre das schwieriger für uns, weil wir weniger Impfdurchdrängung haben als die Engländer.
Karl Lauterbach, Gesundheitspolitiker

Das Königreich hat eines der weltweit schnellsten Impfprogramme. 53,5 Prozent haben in Großbritannien die Erstimpfung erhalten, in Deutschland sind es 36,5 Prozent.

Lauterbach spielt insbesondere auf die Quarantäne-Regeln an. Wer als Nicht-Geimpfter aus einem Virusvarianten-Gebiet nach Deutschland einreist, muss 14 Tage lang in Quarantäne und kann das nicht verkürzen. Nach der Einreise aus einem Risikogebiet kann eine Quarantäne mit einem negativen Test dagegen direkt beendet werden.

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Indische Variante 90 Mal in Deutschland nachgewiesen

Laut Daten von Public Health England wurden in Großbritannien bislang 1.313 Fälle der indischen Untervariante B.1.617.2 nachgewiesen, allerdings hatte sich die Zahl in nur einer Woche mehr als verdoppelt. In Deutschland wurden laut RKI bislang 90 Fälle der beiden Untervarianten B.1.617.1 und B.1.617.2 nachgewiesen.

Wie viel ansteckender die Mutante ist, ist noch nicht abschließend geklärt. Ein Worst-Case-Szenario für eine dritte Welle in Großbritannien sieht so aus: Wenn die Regierung keine schärferen Maßnahmen ergreift und die Mutante um 50 Prozent ansteckender wäre, könnten pro Tag 10.000 Menschen ins Krankenhaus müssen, wie der Guardian vorrechnet. Das würde das Gesundheitssystem wohl überlasten.

Sollten die Lockerungen, die ab morgen gelten, dagegen nicht in Kraft treten, könnten es 300 Hospitalisierungen pro Tag werden. Ist die Mutante weniger ansteckend, verringern sich die Zahlen ebenfalls. Die Menschen in England sollen sich ab morgen wieder umarmen und in kleinen Gruppen treffen dürfen, auch Innengastronomie, Theater, Kinos und Museen dürfen wieder öffnen.

Indische Variante mit Massentests und Impfen eindämmen

Die britische Regierung will an ihren Öffnungsplänen erst einmal festhalten. Stand jetzt, sollen dann am 21. Juni sogar alle Corona-Maßnahmen aufgehoben werden. Ob das so kommt, will das Kabinett um Boris Johnson am 14. Juni entscheiden. Bis dahin setzt man in den Varianten-Hotspots auf Massentests und verstärkte Impf-Angebote.

"In Deutschland sind wir in einer Phase, in der wir die Impfbereitschaft noch nicht ausnutzen können und in der wir nicht so viele doppelt Geimpfte haben wie die Briten", sagte Gesundheitspolitiker Lauterbach.

Wir sollten deshalb besonders vorsichtig sein.
Karl Lauterbach
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