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"Beschleuniger"-Programm - WHO braucht mehr Geld im Kampf gegen Corona

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Das WHO-Programm ACT-Accelerator gibt es seit einem Jahr. Es habe viel erreicht, doch es gebe noch viel zu tun. Die reichen Länder müssten helfen um hohe Folgekosten zu vermeiden.

Das Logo der Weltgesundheitsorganisation. Symbolbild
Braucht mehr Geld in der Pandemie: WHO
Quelle: Peter Klaunzer/KEYSTONE/dpa/Archivbild

Die globale Initiative zur Bewältigung der Corona-Pandemie hat ein Jahr nach ihrer Gründung viel erreicht, aber ihr fehlt Geld.

Programm hat viel erreicht

Mitte April standen noch 22 Milliarden Dollar (gut 18 Mrd Euro) aus, um die geplanten Aktivitäten in diesem Jahr zu finanzieren, wie die Koordinatoren der Initiative ACT-Accelerator (Beschleuniger) zum Jahrestag der Gründung berichten.

In den vergangenen zwölf Monaten sei dennoch viel erreicht worden: Das Programm habe unter anderem...

  • 15 klinische Studien zu möglichen Medikamenten gefördert
  • 65 Millionen bezahlbare Antigen-Tests für ärmere Länder beschafft
  • in zwölf Impfstoffkandidaten investiert
  • bei Herstellern mehr als zwei Milliarden Impfdosen für die Teilnehmer des Programms gesichert

Das Programm heißt ACT-Accelerator (Beschleuniger).

"Beschleuniger" im globalen Kampf gegen die Pandemie

ACT heißt übersetzt "handeln", und die drei Großbuchstaben stehen für "Access to Covid-19 Tools" - auf Deutsch: Zugang zu Covid-19 Werkzeugen. Dazu gehört die Impfinitiative Covax. Der ACT-Accelerator wurde am 24. April 2020 auf Initiative der Europäischen Kommission, Frankreichs, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Stiftung von Bill und Melinda Gates ins Leben gerufen. Mehr als 180 Länder machen mit.

Die designierte WTO-Chefin warnt: Auch wenn die Industrienationen durchgeimpft sind, "wird es Länder geben, die nicht so weit sind." Wenn die reichen Länder nur an sich denken, wird das Virus zurückkommen.

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Das Programm habe zwar zur schnellen Erforschung und Entwicklung neuer Technologien beigetragen, schreibt die Fachzeitschrift "The Lancet". Aber es sei ein traditionelles Entwicklungshilfemodell, das vom Wohlwollen reicher Geber abhänge:

Das Ergebnis ist eine Finanzierungslücke, und ein System, das nicht auf Solidarität beruht, sondern vielmehr die Ungleichheiten noch verstärkt.

Kritik an Impfstoffpolitik reicher Länder

Ein anderer Vorschlag sei etwa eine zweiprozentige Vermögenssteuer zur Finanzierung der globalen öffentlichen Gesundheit. Zudem seien Pharmafirmen, die Programmpartner sind, mit öffentlichen Geldern stark gefördert worden. "Das Mindeste, was man im Gegenzug erwarten würde, ist transparente und faire Preisgestaltung und Zugang zu den Patenten, der Technologie und dem Wissen", so "The Lancet".

Im Bericht der Programmkoordinatoren heißt es: "Ein Jahr nach der Gründung des ACT-Accelerator stehen die Politiker weltweit vor einer Wahl:"

Sie können Geld investieren, um Leben zu retten, indem sie jetzt Ursachen der Pandemie überall gleichermaßen bekämpfen, oder sie können ohne ein Ende in Sicht weiter Billionen für die Folgen der Pandemie ausgeben.

Die WHO kritisiert scharf, dass reiche Länder sich den Großteil der knappen Impfstoffe gesichert haben und große Impfprogramme auflegen, während in ärmeren Ländern noch nicht einmal das Gesundheitspersonal geimpft werden kann. Der ACT-Accelerator will dieses Jahr unter anderem klinische Studien für weitere Impfstoffkandidaten unterstützen, darunter solche, die auch gegen Varianten des Coronavirus effektiv sind.

Corona-Impfstrategie - Impfstoffe ohne Patent produzieren lassen? 

Politisch umstritten, rechtlich eindeutig: Der Staat könnte die von Biontech, Moderna und Astrazeneca entwickelten Impfstoffe auch von anderen Herstellern produzieren lassen.

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von Christian Deker

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