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Corona-Rückblick - Wie sich unser Blick auf Fallzahlen ändert

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Vor genau einem Jahr hielt Merkel ihre berühmte TV-Ansprache. Seitdem hat sich viel verändert. Auch unsere Wahrnehmung der Corona-Zahlen. Ein Rückblick.

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen: Zum ersten Mal in ihrer Amtszeit wandte sich Kanzlerin Merkel in einer Ansprache im März 2020 an die Menschen in Deutschland. Die Rede in voller Länge.

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Es war ein Novum, als Angela Merkel sich vor einem Jahr an die Nation wendet. Kurz nach 19 Uhr spricht sie über die Ausbreitung des Coronavirus und die damit einhergehende Gefahr. Gut eineinhalb Monate zuvor war der erste Fall in Deutschland gemeldet worden. Ein 33-jähriger Mitarbeiter der Autozulieferfirma Webasto erkrankte damals an dem Virus. Seitdem hat sich unser Leben grundsätzlich verändert.

18. März 2020: Merkels TV-Ansprache zur Corona-Krise

Schon damals warnt die Bundeskanzlerin eindringlich vor der ernsten Lage und appelliert an die Bürger, bei der Eindämmung des Coronavirus zu helfen. "Die Lage ist ernst und sie ist offen", so Merkel. Am 22. März tritt dann der erste Corona-Shutdown in Kraft. Damals gibt es keine Ausgangssperre, aber ein Kontaktverbot.

Bis zu dem Tag der TV-Ansprache der Bundeskanzlerin wurden dem Robert-Koch-Institut 8.200 Corona-Fälle in Deutschland übermittelt.

Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 18.03.2020
Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 18.03.2020
Quelle: ZDF

20. April 2020: Ende des ersten Shutdowns

Nach dem einmonatigen Shutdown treten erste Lockerungen in Kraft. Am 20. April dürfen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder öffnen, außer in Bayern. Denn besonders Bayern hat in dieser Zeit mit dem Coronavirus zu kämpfen.

Erst jetzt beschließen Bund und Länder auch eine Maskenpflicht in Geschäften und im ÖPNV. Anfang Mai öffnen dann erste Schulen und Friseursalons. Auch der Restaurantbesuch wird wieder erlaubt. Die Lage normalisiert sich. Doch Experten warnen vor einer möglichen zweiten Welle.

Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 20.04.2020
Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 20.04.2020
Quelle: ZDF

12. August 2020 - Die Rückkehrer-Welle

Erst im Juni hatte ein besonders verehrender Corona-Ausbruch bei dem Schlachtunternehmen Tönnies für Aufruhr gesorgt. Mehr als 2.000 Ansteckungen im Raum Gütersloh waren dort die Folge.

Nun gehen nach und nach die Sommerferien zu Ende, zugleich zeigt der Trend bei den gemeldeten Neuinfektionen nach oben. Ein Drittel kommt von Einreisenden aus dem Ausland. Dennoch liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in ganz Deutschland am 12. August nur bei 7.

Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 12.08.2020
Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 12.08.2020
Quelle: ZDF

30. September 2020: Kanzlerin Merkel fordert: "Durchhalten"

Auch wenn sich die Wirtschaft in Deutschland langsam erholt, die Infektionszahlen steigen. Im Bundestag mahnt die Kanzlerin, "wir riskieren gerade alles, was wir in den letzten Monaten erreicht haben". In den nächsten Wochen steigen die Zahlen stark. In nur vier Wochen steigt die Sieben-Tage-Inzidenz um das Sechsfache.

Bundeskanzlerin Merkel hat dazu aufgefordert, im Umgang mit der Corona-Krise weiterhin geduldig zu sein, auch wenn sich alle nach "Nähe und Berührung sehnen". Ihre Rede in ganzer Länge.

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In vielen Ländern der Welt beginnt eine neue Corona-Welle sich auszubreiten. Innerhalb einer Woche verdreifacht sich die Zahl der Corona-Patienten auf Frankreichs Intensivstationen. Auch der damalige US-Präsident Donald Trump infiziert sich zu dieser Zeit mit dem Coronavirus.

Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 30.09.2020
Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 30.09.2020
Quelle: ZDF

2. November 2020: Beginn des Teil-Shutdowns

In Deutschland tritt ein Teil-Shutdown in Kraft mit Kontaktbeschränkungen und dem Herunterfahren von Freizeitaktivitäten. Aber: Die Geschäfte bleiben offen. Kanzlerin Merkel betont, die Lage "macht uns Sorge." Und auch Intensivmediziner warnen vor einer möglichen Überlastung der Stationen.

In den vergangenen 14 Tagen vor dem Beschluss hatte sich die Zahl der Neuinfektionen verdreifacht. Die Corona-Inzidenz in Deutschland liegt nun bei 120.

Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 02.11.2020
Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 02.11.2020
Quelle: ZDF

16. Dezember 2020: Zweiter Shutdown beginnt

Angesichts der weiterhin hohen Infektionszahlen verhängen Bund und Länder einen erneuten harten Shutdown. Zuvor wurde dieser Schritt noch herausgezögert, um den Weihnachtsverkauf nicht zu gefährden.

Trotz der deutschlandweit steigenden Infektionszahlen gibt es Hoffnung. Der mRNA-Impfstoff der Firma Biontech ist auf dem Weg zur Zulassung. Am 27. Dezember wird die erste Deutsche gegen das Coronavirus geimpft.

Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 16.12.2020
Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 16.12.2020
Quelle: ZDF

8. März 2021: Schrittweise Lockerungen

Über den Shutdown hatten sich die Google-Anfragen zum Thema "Haare selber schneiden" mehr als verzehnfacht. Das hat jetzt ein Ende. Schon seit einer Woche sind die Friseure wieder offen, die Beschränkungen lockerer, denn die Fallzahlen sind gesunken. Schrittweise Lockerungen, abhängig von den Inzidenzen, sollen nun bei der Öffnung helfen. In der Bevölkerung sorgt dieses eher für Verwirrung.

Und auch beim Impfen kommt Deutschland nur langsam voran. Gerade einmal drei Prozent der Bevölkerung haben am 8. März 2021 beide notwendigen Impfungen bekommen. Doch die neu-zugelassenen Schnelltests sollen nun helfen, das Virus einzudämmen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verspricht "kostenlose Schnelltests für alle".

Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 08.03.2021
Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Regionen am 08.03.2021
Quelle: ZDF

Auch wenn die Corona-Fallzahlen Anfang März 2021 vergleichsweise niedrig sind: Experten warnen vor der Ausbreitung von Virus-Mutationen, die Fallzahlen steigen ab Mitte März wieder an. Ein Jahr nach Merkels Corona-Ansprache ist kein Ende der Corona-Krise in Sicht, stattdessen hat gerade die dritte Welle begonnen.

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