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Infektionszahlen niedrig halten : Inzidenz: Was tun, damit der Trend anhält

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Die Zahlen sinken, die dritte Corona-Welle scheint gebrochen. Aber ein Selbstläufer ist die Entwicklung nicht, mahnen Experten. Worauf es jetzt ankommt.

Gäste im Biergarten
Die Inzidenz sinkt, die Chancen auf Freiheiten steigen. Damit das so bleibt, gilt es, ein paar Dinge zu beachten.
Quelle: dpa

Nach acht Wochen endlich wieder unterhalb der Schwelle: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist unter den als kritisch definierten Wert 100 gesunken. Das Robert-Koch-Institut beziffert ihn am Freitag auf 96,5. Wovon es abhängt, dass die Zahlen nicht wieder gefährlich steigen.

Impfquote

Bisher sind mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland einmal geimpft, gut jeder zehnte zweifach. Bei Erstimpfungen ist der Schutz allerdings noch nicht so stark. Entsprechend werden nicht alle Geimpften unmittelbar irrelevant für das Infektionsgeschehen, so RKI-Präsident Lothar Wieler. Die Impfquote trage aber bereits dazu bei, die Reproduktionszahl zu drücken.

Damit in Deutschland weitgehend auf Anti-Corona-Maßnahmen verzichtet werden kann, müssten Wieler zufolge deutlich mehr als 80 Prozent der Menschen immun sein.

Fußgängerinnen und Fußgänger und Deutschlandkarte mit Inzidenzen
Grafiken

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Impfangebote

Experten betonen, dass es noch immer wichtig ist, wen man impft: Bei Gruppen wie Älteren und Vorerkrankten sieht die Ständige Impfkommission aber noch Lücken. Man komme nun immer mehr in einen Bereich, in dem es darum gehe, gefährdete Menschen mit dem Angebot zu erreichen, die sich nicht aktiv selbst um eine Impfung bemühen, erläuterte jüngst der Epidemiologe André Karch vom Uni-Klinikum Münster. Diese müssten dringend erreicht werden.

Durch eine Aufweichung der Kriterien und weitere Einbeziehung niedriger Priorisierungsgruppen könne man zwar die "schöne Zahl" der Erstgeimpften in der Bevölkerung erhöhen, sagte Karch. Das helfe aber nicht in gleichem Maße, wie besonders gefährdete Gruppen zu erreichen.

Maßnahmen

Maßnahmen wie die AHA+L-Regeln bleiben aus Expertensicht wichtig. Ein schlagartiges Aufheben würde dazu führen, dass sich das Virus wieder rasant verbreitet. Bei der jetzt in Deutschland dominierenden Variante B.1.1.7 stecke ein Infizierter ohne die Maßnahmen und in einer nicht immunen Bevölkerung im Durchschnitt etwa vier andere Menschen an, betonte Wieler. Aus 100 Infizierten würden 400, aus 400 dann 1.600 und so weiter. Noch reiche die Impfquote nicht aus, um diese massive Ausbreitungsdynamik aufzuhalten.

Wetter

Sonnenschein, weniger Luftfeuchtigkeit, Zeit im Freien, gelüftete Räume - Saison-Effekte können dazu beitragen, das Virus auszubremsen. Manche Experten rechnen beim R-Wert mit einer Verringerung um bis zu 0,5. Ein schöner Sommer könnte also helfen, den Wert unter 1 zu halten - unterhalb flaut das Infektionsgeschehen ab. Aber völlig verschwinden dürfte das Virus auch dann nicht. Das zeigen andere Ländern, in denen Fallzahlen auch im Sommer stiegen.

Varianten

Ob bald eine neue Virusvariante in Deutschland dominiert, lässt sich noch schwer abschätzen. International beobachten Wissenschaftler Varianten mit besorgniserregenden Eigenschaften - darunter etwa P.1 aus Brasilien, B.1.351 aus Südafrika oder B.1.617 aus Indien. Gerade Mutanten, denen das Immunsystem bei Geimpften und Genesenen weniger entgegensetzen kann, bereiten Sorge - vor allem in Ländern mit bereits hohen Anteilen immuner Menschen. Der Virologe Christian Drosten ist jedoch optimistisch:

Wir können dagegen animpfen. Wir sind nicht mehr so wehrlos wie letztes Jahr um diese Zeit.
Virologe Christian Drosten

Verhalten

Die Zahlen sinken, das Wetter wird besser. Aber Wissenschaftler warnen, jetzt nicht die Verhaltensregeln über Bord zu werfen. In anderen Ländern wie Großbritannien und Israel hatte es Lockerungen erst bei niedrigen Inzidenzen gegeben, um keinen Rückfall zu riskieren. Trotzdem gilt: Gerade im Freien dürfte in der nächsten Zeit wieder vieles möglich werden. Freunde von Festivals und großen Konzerten müssen sich aber wohl noch gedulden: Im Verbot von Großveranstaltungen sieht etwa der Epidemiologe Gérard Krause den größten Einzeleffekt von Schutzmaßnahmen jenseits der Impfungen.

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