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Intensivmediziner Janssens - "Nachhaltigen, durchgreifenden Lockdown"

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Ein baldiges Durchgreifen statt eines "Lockdown Light" und eine solidarische Verteilung von Intensivpatienten im gesamten Bundesgebiet: Das fordert Intensivmediziner Uwe Janssens.

Der "Lockdown Light" müsse in einen "nachhaltigen, durchgreifenden Lockdown umgewandelt werden", fordert Prof Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Dies sollte außerdem bundesweit gelten.

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Die Rufe von Intensivmedizinern nach einem baldigen Lockdown als Reaktion auf die steigenden Corona-Zahlen werden lauter. "Wir müssen jetzt dringend fordern, dass tatsächlich dieser 'Lockdown Light' in einen nachhaltigen, durchgreifenden Lockdown umgewandelt wird", sagte der Präsident der Deutschen Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Uwe Janssens, im ZDF heute journal.

Die aktuellen Infektionszahlen seien "einfach zu hoch" und setzten die Intensivmedizin in Deutschland enorm unter Druck, warnte der Chefarzt des Sankt-Antonius-Hospitals im nordrhein-westfälischen Eschweiler. Das könne man den Krankenpflegern und Ärzten nicht mehr lange zumuten.

14 Tage, 30.000 Infektionen. Und wollen wir das noch erleben? Das würde 420.000 Infektionen bedeuten.
Uwe Janssens

Intensivstationen in Deutschland "pickepackevoll"

Die Intensivstationen in Deutschland seien "pickepackevoll", so Janssens weiter. Und die Intensivbetten, die aktuell noch frei seien, bräuchte man für Notfälle, die anfallen, wie Herzinfarkte oder schwere Unfälle. "Dafür benötigen wir ein Spielbein, auf dem wir uns bewegen können. Diese Ressourcen, die sind aufgebraucht, tatsächlich durch den Anteil der Covid-19-Patienten. Und das ist das, was uns im Moment tatsächlich so Sorgen macht: Dieser hohe Anteil der Covid-19-Patienten", sagte er.

Gleichzeitig forderte Janssens, dass Bundesländer mit aktuell noch genügend Intensivkapazitäten Regionen unter die Arme greifen sollten, die intensivmedizinisch an ihre Grenzen kommen. Als Beispiel nannte er Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Patienten könnten dann von einer belasteten Region in eine Region verlegt werden, die noch Kapazitäten hätte. "Das ist genau das Konzept und deshalb müssen auch die Regionen zurückstehen und mitmachen, solidarisch mitmachen, um das zu bewältigen", so Janssens. 

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