Sie sind hier:

Corona-Krise in Großbritannien - London lernt nicht dazu

Datum:

Der britische Premierminister Boris Johnson hat angesichts von steigenden Corona-Infektionen einen neuen Lockdown für England angeordnet. Beifall bekommt er dafür nicht viel.

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat einen einmonatigen Lockdown für England angeordnet. Grund sei die unerwartet schnelle Ausbreitung des Coronavirus.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Ein weiterer Lockdown also für England. Ab Donnerstag, den 5. November, müssen alle zuhause bleiben - nur für die Versorgung notwendige Geschäfte bleiben offen, so wie auch Schulen und Universitäten. Das führt schon jetzt zu massiver Kritik, auch dieser Schritt sei wieder halbherzig, denn die Infektionszahlen sind gerade im Alterssegment der Schüler und Studenten besonders hoch.

Berechnungen: 20.000 hätten gerettet werden können

Immerhin passiert nun überhaupt etwas. Seit Wochen gehen die Zahlen hoch, haben längst die pessimistischsten Prognosen für den Herbst übertroffen. Wissenschaftler warnten schon im September, es müsse mehr getan werden, sie sprechen jetzt davon, dass zehntausende Tote nicht mehr zu verhindern seien, die Frage sei nur noch, ob es wenige oder viele Zehntausend würden. Wie konnte es so weit kommen, oder besser: wie konnte es noch einmal so weit kommen?

Ärzte und Krankenschwestern am 22.04.2020 in einem Krankenhaus in Barcelona
Liveblog

Das Wichtigste im Liveblog - Wie die Welt gegen das Coronavirus kämpft  

Debatte um Corona-Regeln, Pläne für Schnelltests und Impfstoffe - alle Entwicklungen zur Pandemie in Deutschland und weltweit hier im Blog.

Im Frühjahr, so könnte man argumentieren, wusste noch niemand etwas über das Virus. Boris Johnson orderte das Land am 27. März in den Lockdown. Hätte er es eine Woche früher getan, so zeigen Berechnungen, wären vermutlich noch 20.000 der mehr als 40.000 Corona-Toten der ersten Welle am Leben.

Verwunderung und Verzweiflung

Sieben Monate später reibt man sich als Beobachter verwundert, als Brite verzweifelt, die Augen. Während es vor allem Nationen in Asien gelungen ist, das Virus unter Kontrolle zu bekommen - mit einem harten Lockdown - vor allem aber mit gezielten Kontaktverfolgungsprogrammen, wurden in Großbritannien zwar 13 Milliarden Euro in eine solches Programm investiert, es funktioniert aber immer noch nicht.

Strengere Corona-Maßnahmen stehen auch in England bevor. Details sollen bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden. ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann kennt die Details.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Entgegen deutlicher Warnungen wurden die Studenten im Oktober ermutigt, ihr Studium in persona aufzunehmen und in ihre Wohnheime geschickt. Dort treiben sie die Infektionszahlen hoch - und dürfen das nun auch weiter tun. Lokale Restriktionen haben nicht geholfen, sie haben vielmehr das Gefühl von Ungerechtigkeit zwischen Nord und Süd massiv verschärft und das politische Klima vergiftet.

Johnson drückt Pause-Taste

Schottland, Nordirland und Wales haben früher und entschiedener gehandelt und stehen nun deutlich besser da. Doch einen Lockdown für England hatte Johnson im Sommer ausgeschlossen und wollte ihn der Wirtschaft zuliebe auch im September nicht einführen, obwohl die von ihm am Abend vorgetragenen Zahlen deutlich zeigen, dass die Situation seit diesem Zeitpunkt aus dem Ruder lief. Nun warnt er selbst von "möglicherweise mehreren tausend Toten pro Tag" und "eventuell mehreren Millionen Opfern von Long-Covid", wenn nicht entschieden gehandelt wird.

Auch in Irland und in Großbritannien steigen die Corona-Neuinfektionen weiter rapide an. In Großbritannien geht allerdings jeder Landesteil unterschiedlich mit der Lage um.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Spät, aber doch, hat Johnson Samstagabend also noch einmal die Pause-Taste gedrückt, um das Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu retten. Die Hoffnung ist die, dass im Dezember dann wieder ein normaleres Leben möglich sein wird. Die Befürchtung aber ist groß, dass auch diese zweite Phase der Zeitgewinnung ungenutzt bleibt, dass es der britischen Regierung wiederum nicht gelingt, die Epidemie zu lokalisieren und einzudämmen.

Hoffen auf 2021

2021, so hoffen natürlich auch im Königreich alle, sollte alles wieder besser werden. Mit einer unbelehrbaren Regierung aber müssen die Briten fürchten, dass auch das neue Jahr von Trauer, Krankheit, Arbeitslosigkeit und Ohnmacht geprägt sein wird.

Mehr als 19.000 neue Corona-Fälle in Deutschland meldet das Robert-Koch-Institut – so viele Neuinfektionen wie noch nie an einem Tag.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Diana Zimmermann leitet das ZDF-Studio in London.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.