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Lauterbach im ZDF - "Der wichtigste Wert bleibt der Inzidenzwert"

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Um die Corona-Lage einzuschätzen, sei die Inzidenz das wichtigste Kriterium, sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im ZDF. Für Herbst prognostiziert er "2G"-Regeln.

Im Gespräch betont der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach, dass man vom Inzidenzwert in Verbindung mit der Altersstruktur der Erkrankten sehr genau ableiten könne, wie viele Patienten in den nächsten 14 Tagen im Krankenhaus kommen werden

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Wie wichtig ist der Inzidenzwert für die Einschätzung des Infektionsgeschehens? Wie relevant ist es, genau zu wissen, wie viele Menschen bereits geimpft sind? Und wie wird die Corona-Lage im Herbst sein? Darüber sprach Nazan Gökdemir im heute journal update mit dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach.

Warum der Inzidenzwert für Lauterbach wichtig bleibt

"Der Inzidenzwert ist sehr aussagekräftig", so Lauterbach. Zusammen mit der Altersverteilung der Infizierten könne man davon ableiten, wie viele vermutlich zwei Wochen später in ein Krankenhaus müssen oder sogar ein Bett auf einer Intensivstation benötigen. Somit sei die Sieben-Tage-Inzidenz zwar nicht das einzige Kriterium für eine Lageeinschätzung, aber:

Der wichtigste Wert bleibt der Inzidenzwert.
Karl Lauterbach

Über den Vorstoß der Länder Baden-Württemberg und Niedersachsen, die nicht weiter am Corona-Stufenplan festhalten, sondern weitere Kriterien neben der Inzidenz für mögliche Maßnahmen zugrunde lagen wollen, zeigt sich Lauterbach "überrascht": "Wir haben uns ja gerade erst geeinigt und auch die betroffenen Ländern haben mitgemacht." Wenn jedes Land seine eigenen Regeln mache, stärke das nicht unbedingt das Vertrauen in die Politik. "Von daher würde ich mir wünschen, dass wir bei den bundeseinheitlichen Regeln bleiben."

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Unklar, wie hoch die Impfquote eigentlich ist

Relevant für die Einschätzung des Infektionsgeschehens ist auch die Impfquote der Bevölkerung - doch derzeit ist nicht klar, wie viele Menschen bisher genau geimpft wurden. Intensivmediziner fordern daher eine repräsentative Umfrage. Das hält auch Lauterbach für notwendig: Die Unterschied zwischen den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Bundesgesundheitsministeriums sei einfach zu groß. "20 Prozent, das ist eine Diskrepanz, damit kann man nicht arbeiten, das verunsichert. Da muss eine wirklich belastbare Zahl erhoben werden", so Lauterbach.

Lauterbach glaubt jedoch nicht, dass die Impfkampagne dadurch nachhaltig belastet werden könnte. Ein wichtigeres Probleme der Impfkampagne sei die derzeitige Impfmüdigkeit:

Wir müssen das Impfen anschieben und müssen klarer machen, wie gefährlich es ist, im Zeitalter der Delta-Variante sich nicht impfen zu lassen.
Karl Lauterbach

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"3G" oder doch nur "2G"?

Derzeit werden Geimpfte, Genesene und Getestete ("3G") in der Regel gleich behandelt. Karl Lauterbach jedoch forderte bereits eine "2G"-Regel - also Zutritt zu vielen Orten nur für Geimpfte und Genesene. Angesprochen auf die Frage, ob er damit nicht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft fördere, sagte er, dass "2G" derzeit nicht nötig sei. Im Herbst könne es jedoch sein, dass die Inzidenz so hoch sei, dass nur noch Geimpfte und Genesene in Restauranst, Clubs oder Bars dürfen, um solche "gefährlichen Räume" abzusichern. "Da wäre man dann bei '2G' - zum jetzigen Zeitpunkt ist aber '3G' durchaus noch tolerierbar."

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