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Schulstart ohne Plan für Jüngste - Drei Millionen vergessene Grundschulkinder?

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Luftfilter, Impfungen, Schnelltests - seit Monaten wird diskutiert, wie unsere Kleinsten in der Pandemie zu schützen sind. Diese Planlosigkeit macht Infektiologen mitunter wütend.

Nach den Schulferien sind viele Eltern verunsichert und fragen: Wie riskant ist es, wenn sich reihenweise Schulkinder mit Corona infizieren? Das kindliche Immunsystem scheint aber in den oberen Atemwegen deutlich besser zu sein – als bei Erwachsenen.

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Wenn die Kinder an der Kaiserslauterner Geschwister-Scholl-Grundschule in ihre Klassenzimmer zurückstürmen, folgen ihnen die hoffnungsvollen und zugleich bangen Blicke ihrer Eltern. Ja, da ruhen große Erwartungen auf dem neuen Schuljahr, trotz vierter Corona-Welle. Da sind die Beteuerungen der Politik, dass es keine Schul-Schließungen mehr geben wird. Und trotzdem eint alle Familien ein Gefühl: maximale Unsicherheit.

Zwar wird seit Monaten diskutiert, über Luftfilter, Kinderimpfungen, Schnelltests - aber trotzdem fehlt der Plan: Was passiert mit knapp drei Millionen Grundschüler*innen unter 12, für die eine Impfung nicht infrage kommt? Sie werden dem Virus ausgesetzt - und zwar ohne Strategie, fürchten viele Eltern. Wie sich Schulen aufstellen, wenn das erste Kind positiv getestet wird, hängt von Bundesland, Kommune, Direktor*in ab.

Drei Wochen nach dem Ende der Sommerferien kommt am Fläming-Gymnasium im brandenburgischen Bad Belzig langsam wieder Routine in den Schulbetrieb mit Präsenzunterricht.

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Nur 20 Kinder wegen Corona stationär behandelt

Wie riskant ist es, wenn sich reihenweise Kinder mit Corona infizieren? An Deutschlands größter Kinderklinik, am Olgahospital in Stuttgart war man nach Ausbruch der Pandemie auf alles vorbereitet. Die Kinderintensivstation stand bereit, zusätzliche Beatmungsplätze wurden eingerichtet. Aber: Es kamen kaum Kinder wegen Corona. Von etwa 40.000 kleinen Patient*innen pro Jahr wurden seit Ausbruch der Pandemie gerade mal 20 Kinder ausschließlich wegen einer Corona-Infektion stationär behandelt.

"Es gibt mittlerweile Datenanalysen, die zeigen, dass ein ungeimpftes Kind, zum Beispiel ein zehnjähriger Junge, ein geringeres Risiko hat, schwer an Covid zu erkranken als ein geimpfter 40-Jähriger", sagt Friedrich Reichert, ärztlicher Leiter der Kinderinfektiologie am Klinikum Stuttgart.

Kinder haben auch mal schwere Verläufe. Aber das ist unglaublich selten. Es ist wirklich nicht zu vergleichen mit dem Risiko von Erwachsenen.
Friedrich Reichert, Klinikum Stuttgart

Wie hat man sich im Sommer auf die vollen Klassenzimmer vorbereitet?

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Neue Studie erklärt mildere Covid-Verläufe bei Kindern

Eine Mitte August veröffentlichte Studie von der Charité Berlin, der Uniklinik Leipzig und dem Heidelberger Krebsforschungszentrum konnte erstmals nachweisen, warum das so ist. Die Forscher*innen konnten zeigen, dass das kindliche Immunsystem in den oberen Atemwegen wesentlich stärker aktiv ist als bei Erwachsenen und Kinder das Virus schneller und nachhaltiger bekämpfen. Irina Lehmann vom Berlin Institute of Health in der Charité dazu:

Wir haben festgestellt, dass bei den Kindern all die Abwehrmechanismen, die es braucht, um das Sars Cov2-Virus effizient zu bekämpfen, quasi schon voraktiviert, schon in Alarmbereitschaft sind.
Irina Lehmann, Berlin Institute of Health

Und damit könne das Virus sich gar nicht ungehemmt vermehren. "Und es kommt eben nicht zur diesen langen Krankheitsverläufen, wie wir sie bei Erwachsenen häufig beobachten."

Ein Kinderarzt impft eine junge Frau mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer.

Gruppenzwang befürchtet - Kinderärzte gegen Corona-Impfungen an Schulen 

Die Kinder- und Jugendärzte kritisieren Pläne für Corona-Impfungen an Schulen. Der dann entstehende Gruppenzwang unter Schülern erschwere freie und unabhängige Entscheidungen.

Damit das Immunsystem im Training bleibt, sei es sogar wichtig, dass Kinder Kontakte haben, also Schule oder Kindergarten besuchen, so die Professorin. Eine andere Studie der baden-württembergischen Uniklinken zeigt außerdem, dass Kinder nach einer durchgemachten Corona-Infektion deutlich länger und stärkere Anti-Körper aufweisen als Erwachsene. Ist eine Durchseuchung also unproblematisch?  

Durchseuchung der Schulen unproblematisch?

Nein, sagen Kinderärzte und Infektiologen relativ einhellig. Es fehlen gemeinsame Konzepte, damit sich nicht alle Kinder gleichzeitig anstecken, damit Schule trotz höherer Fallzahlen möglich bleibt. Tobias Tenenbaum ist Infektiologe in Berlin und Vorsitzender der deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie. Seine Gesellschaft hat gemeinsam mit anderen die Bundesregierung beraten, immer wieder angemahnt, dass man vor dem Schulstart ein Konzept entwickeln sollte, unter Einbeziehung der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Zum Beispiel ließe sich die Quarantänedauer verkürzen oder durch PCR-Testungen in der betroffenen Klasse ganz verhindern. Doch passiert ist wenig.

Das macht den Infektiologen wütend: "Ich denke, dass vor der Öffnung der Schulen in den Bundesländern schon eine einheitliche Regelung hätte getroffen werden müssen und nicht erst, nachdem jetzt schrittweise Schule für Schule und Bundesland für Bundesland öffnet, nach und nach die Regelung neu überdacht werden oder implementiert werden. Tenenbaum mahnt:

Erst Regelung, dann Öffnung und dann die Kinder sicher in die Schule. Das wäre richtig.
Tobias Tenenbaum, Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie

Schon jetzt verzeichnen Kinderkliniken die erste Erkältungswelle. Was passiert, wenn Atemwegsinfekte und das Coronavirus aufeinandertreffen? Unklar. Auch deshalb fordern Mediziner einen Plan: Es gilt zu verhindern, dass sich zu viele Kinder gleichzeitig anstecken.

Auf dem Bild sind vier Kinder-Silhouetten zu sehen. Sie sind umgeben von Coronaviren und einer Impfspritze.

Nachrichten | Panorama - Coronavirus: Risikoprofil Kind 

Hoch ansteckende Delta-Variante, aber noch kein Impfstoff für kleinere Kinder: Wie die aktuelle Corona-Lage für die Jüngeren ist, beleuchtet diese Story.

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

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