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Schulkrise in Deutschland - Bleiben Schulkinder weiter außen vor?

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In der Pandemie bleiben viele Schulen geschlossen: Eltern und Wissenschaftler befürchten, dass Politik und Verwaltung dabei versagen, die Schulen "Corona-resistenter" zu machen.

Mit zwei Milliarden Euro will die Bundesregierung die Folgen der Corona-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche abmildern. Dafür wurde ein "Aufholprogramm" auf den Weg gebracht.

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Millionen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland haben ihre Schulen seit Weihnachten kaum von innen gesehen. Zig Tausende sitzen seit vier Monaten allein daheim vor ihrem Lernstoff. Wie viele Sorgen und Nöte sich in dieser Zeit aufgetürmt haben, davon weiß der Bildungsexperte Dieter Dohmen zu berichten:

Eltern und Kinder sind schon lange mit den Nerven und auch körperlich am Ende.
Dieter Dohmen, Bildungsexperte

Der Direktor des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) in Berlin hat seit Beginn der Corona-Krise eine Hotline geschaltet, in der Mitarbeiterinnen Eltern mit Informationen und Ratschlägen zur Seite stehen. "Was wir dort hören, wird immer dramatischer", sagt Dohmen.

"Politik- und Verwaltungsversagen ohne Gleichen"

Der Wissenschaftler empfindet es als "unverantwortlich und rücksichtslos", dass es immer noch keine kurzfristige Perspektive für Schulkinder gebe. Gravierender noch: Es sei nicht erkennbar, "ob Politik, Verwaltung und Schulen ernsthaft über Konzepte für das kommende Schuljahr diskutieren".

Dohmen befürchtet, dass es bei dem Thema, die Schulen in Deutschland Corona-sicherer zu machen, "mehr oder weniger gar nicht vorangeht". Er kritisiert:

Wir erleben im Schulbereich, aber auch in anderen Politikbereichen, einen gewaltigen Flickenteppich und - so leid es mir tut, das in dieser Klarheit sagen zu müssen – ein Politik- und Verwaltungsversagen ohnegleichen.
Dieter Dohmen, Bildungsexperte

Deutsche Schulen leiden unter Bürokratie

Der Bund verweist dagegen auf sein seit 2015 existierendes Förderprogramm Schulsanierung. Die bereitgestellten 3,5 Milliarden Euro sind inzwischen größtenteils beantragt oder verplant. Dass allerdings bei weitem noch nicht so viel "verbaut" sei, liege an Handwerkermangel und Bürokratie.

Die Verwaltungswissenschaftlerin Sabine Kuhlmann sieht beim nötigen Digitalisierungsschub und Abbau des Investitionsrückstaus in Schulen starken Bedarf für Bürokratieabbau. Sie fragt:

Warum hält man in solch einer Krise an starren Regeln mit überbordenden Antragsprozeduren fest und bremst so dringende Investitionsprozesse aus?
Sabine Kuhlmann, Verwaltungswissenschaftlerin

Natürlich müssten die Investitionen einem geordneten, transparenten Prozedere unterliegen, "aber sie sollten nicht durch überbordende Regulierungswut unnötig verlangsamt werden", so Kuhlmann. Bildungsexperte Dohmen fordert, das Thema politisch künftig "zur Chefsache zu machen".

Wie weit ist Deutschland aber nun bei dem Projekt, seine Schulen "Corona-resistenter" zu machen? Ein Gesamtbild zu zeichnen, ist beinahe unmöglich. Was aufleuchtet, sind kommunale Pilotprojekte und Initiativen einiger Bundesländer.

Bundesregierung sieht mobile Luftfilter skeptisch

So haben etwa Nordrhein-Westfalen und Bayern hohe Millionensummen bereitgestellt, um mobile Luftfiltergeräte in Schulen und Sporthallen anzuschaffen.

In anderen Bundesländern und der Bundesregierung ist allerdings die Sorge vorherrschend, dass bei mobilen Geräten "der Reinigungserfolg nicht oder nur teilweise eintritt" und somit der Infektionsschutz nicht auf Dauer gewährleistet werden könne.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund als Dachorganisation des Großteils der deutschen Schulträger erhebt nach eigener Aussage keine Statistik, wie viele Schulen sich technisch aufrüsten, um Lehrkräfte und Schüler vor der Virengefahr mittels Luftfilteranlagen zu schützen. Es wird lediglich darauf verwiesen, dass derzeit keine Beschwerden über unzureichende Hygienekonzepte vorlägen.

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Schulbetrieb wieder "effektiv zum Funktionieren bringen"

Ines Weber, Vorstandsmitglied im Bundeselternrat, muss darüber schmunzeln. "Natürlich gibt es darüber momentan kaum Beschwerden - es sind ja vielerorts auch kaum noch Schüler in den Schulen", sagt sie im Gespräch mit ZDFheute. "Aktuell dürften überall genug Seife, Desinfektionsmittel und Handtücher vorhanden sein."

Dagegen sei vielen Familien die Zuversicht abhandengekommen, dass dieses Schuljahr "noch zu retten" sei und dass es nach dem Sommer "halbwegs normal" weitergehe.

Viele Eltern wären einfach nur heilfroh, wenn die Schulen für ihre Kinder wieder sicher geöffnet wären. Aber die Skepsis ist inzwischen groß.
Ines Weber, Vorstandsmitglied des Bundeselternrats

Elternvertreterin Weber und Bildungsexperte Dohmen fordern deshalb unisono, dass es "höchste Zeit" sei, darüber zu diskutieren, "wie wir den Schulbetrieb wieder effektiv zum Funktionieren bringen."

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