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Nicht jeder profitiert vom Kinderbonus

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Corona-Hilfe startet heute - Nicht jeder profitiert vom Kinderbonus

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Heute beginnt die Auszahlung des Kinderbonus: Mit 300 Euro pro Kind will die Bundesregierung Familien während der Corona-Krise helfen. Aber nicht jede Familie profitiert.

Die erste Rate des Corona-Kinderbonus in Höhe von insgesamt 300 Euro pro Kind wird seit Montag ausgezahlt. Aber hilft das Geld Familien wirklich oder ist es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein?

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Im Zuge der massiven Hilfen in der Krise hat die Regierung auch einen Corona-Kinderbonus beschlossen. Das Geld wird von heute an von den Familienkassen überwiesen. Der Bonus in Höhe von 300 Euro pro Kind landet bei Haushalten, die kindergeldberechtigt sind.

Bezahlt wird er damit für rund 18 Millionen Kinder. "Das ist für viele Familien eine willkommene Finanzspritze", sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey zu der Maßnahme. "Gerade in Familien, die jeden Euro umdrehen müssen, macht der Kinderbonus die Entscheidung etwas leichter, für die Kinder doch etwas zu kaufen oder gemeinsam etwas zu unternehmen."

"Für jedes Kind bekommen Familien 300 Euro", so der Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen. Das Geld komme automatisch mit dem Kindergeld.

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Der Kinderbonus kommt vor allem einkommensschwächeren Familien zugute

Für etwaige Ausflüge, Anschaffungen oder Unternehmungen bekommen die Familien in einer ersten Rate 200 Euro, im Oktober dann die restlichen 100 Euro pro Kind überwiesen.

Von der Corona-Hilfe profitieren sollen also vor allem Familien mit geringem oder mittlerem Einkommen. Das funktioniert grundsätzlich, weil die Extra-Zahlung auf andere laufende Familien- oder Sozialleistungen nicht angerechnet wird.

Deren Höhe ändert sich also nicht, der Kinderbonus stellt kein steuerpflichtiges Einkommen dar.

Die Corona-Krise belastet vor allem sozial schwache Familien. Nun sollen einige einen Zuschlag zum Kindergeld erhalten.

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Je höher das Einkommen, desto geringer der Vorteil

Familien mit höherem Einkommen profitieren dagegen weniger oder gar nicht von dem Kinderbonus. Denn wie beim Kindergeld prüft auch hier das Finanzamt, ob der Kinderbonus für die Familien günstiger ist oder die Entlastung aus den steuerlichen Kinderfreibeträgen.

Da Kindergeld und der neue Kinderbonus bei höheren Einkommen mit den Kinderfreibeträgen verrechnet werden, schwindet der Vorteil, je höher das Einkommen ist.

Kurz: Kindergeld und Kinderbonus stellen bei hohen Einkommen eine Vorauszahlung auf den Kinderfreibetrag dar.

Wer bekommt wie viel vom Kinderbonus: Berechnung obliegt den Finanzämtern

Die Entscheidung für die eine oder andere Berechnungsvariante fällt dabei in den Finanzämtern zu Gunsten der jeweiligen Familie aus. Dabei lassen sich zwar Gehalts- und Einkommensgrenzen ziehen. Die allerdings variieren von Familie zu Familie. Abhängig sind sie zum einen von der Höhe des Steuereinkommens der Eltern, zum anderen von der Anzahl ihrer Kinder.

Deswegen gibt es keine pauschale Antwort auf die Frage, bis zu welcher Einkommenshöhe Familien vollständig, teilweise oder auch gar nicht in den tatsächlichen Genuss des Kinderbonus kommen.

So kann es in Familien mit mehreren Kindern vorkommen, dass ...

  • ... für das erste Kind der Freibetrag günstiger ist,
  • ... für die anderen Kinder aber das Kindergeld und der Kinderbonus.
  • Bei getrennt lebenden Eltern werden Kindergeld, Kinderbonus und Freibeträge jeweils zur Hälfte in die Rechnung aufgenommen.

80 Prozent der berechtigten Familien sollen vollständig entlastet werden

Ein Beispiel aus dem Bundesfamilienministerium :

  • Eine Familie mit drei Kindern profitiert bis zu einem zu versteuernden Jahreseinkommen von gut 67.800 Euro komplett von dem 300-Euro-Bonus.
  • Oberhalb dieser Grenze kommen nur Teile des Bonus der Familie zu Gute.
  • Und ab einem Jahreseinkommen von knapp 106.000 Euro wird der Bonus komplett mit den drei Kinderfreibeträgen verrechnet.

Laut Bundesfamilienministerium trifft das aber nur einen vergleichsweise geringen Teil Fälle. Unter dem Strich würden 80 Prozent der berechtigten Kinder und ihre Familien den Bonus vollständig zu den üblichen Leistungen dazubekommen. Nur rund 20 Prozent würden teilweise oder gar nicht entlastet.

Kinderschutzbund: Betrag reicht für arme Familien nicht

Der Kinderschutzbund spricht bei dem Bonus von einem guten Signal. Allerdings kritisieren die Kinderrechtsvertreter, dass der Betrag für Kinder in armen Familien nicht ausreiche, um deren Ausstattung etwa mit Computer und Internet zu sichern. Diese Kinder drohten - nicht nur in Zeiten der Pandemie - den Anschluss zu verlieren.

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