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Bundesweite Patientenverlegung - "Jedes freie Bett schafft Entlastung"

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Sie mussten handeln, weil immer mehr auf die Intensivstation kamen: Zwei Münchner Krankenhauskoordinatoren berichten, wie die bundesweite Patientenverlegung Bayern hilft.

Wegen immer mehr Corona-Infektionen kommen Intensivstationen an die Belastungsgrenze. Nicht nur Covid-Patienten sondern auch andere Notfallpatienten müssen dort gleichzeitig behandelt werden. Eva Schiller hat zwei Notärzte in Stuttgart begleitet.

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"Am Anfang dieser Woche haben wir gemerkt, es wird eng", berichtet der Münchner Krankenhauskoordinator Dr. Dominik Hinzmann. Wegen immer mehr Corona-Infektionen in Bayern, immer mehr Menschen, die deshalb ins Krankenhaus müssen, bis auf die Intensivstation, schlug der Freistaat Mitte dieser Woche Alarm und aktivierte das sogenannte Kleeblattsystem.

Das bedeutet, zwischen Bund, Ländern und Expert*innen des Robert-Koch-Instituts wird nun koordiniert, welches Bundesland Kapazitäten hat, um kranke Menschen aus einem überlasteten Bundesland aufzunehmen.

Kliniken prüfen, wer transportfähig ist

Der Job von Hinzmann und seiner Kollegin Dr. Viktoria Bogner-Flatz ist es nun, die Vermittlung zwischen den übelasteten Kliniken und dem bayerischen Kleeblatt-Koordinator mit Sitz in Nürnberg zu steuern. Seitdem steht ihr Telefon nicht mehr still. Meistens telefonieren sie parallel, während schon der nächste Anruf anklopft. Wer kann verlegt werden, mit welchen Transportmittel, über die Straße oder in der Luft?

"Die Intensivpatienten müssen gewisse Kriterien erfüllen", sagt Dr. Viktoria Bogner-Flatz, denn die oberste Maxime sei, niemand dürfe dabei zu Schaden kommen. Es müsse innerhalb der Kliniken sehr sorgfältig auswählt werden, wer transportfähig ist.

Währenddessen bespricht Hinzmann am Telefon eine mögliche Verlegung von Bayern nach Hessen, Fahrtzeit acht Stunden. Durch den einsetzenden Schneefall in Bayern werden Transporte mit Hubschraubern aktuell schwieriger.

Das Kleeblattsystem soll Regionen vor einer Überlastung ihrer Intensivstationen bewahren.

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Schon ein freies Bett bringt Entlastung auf der Intensivstation

Die Luftwaffe der Bundeswehr unterstützt am Freitag mit einem Airbus A310 und fliegt sechs Kranke von Memmingen nach Münster/Osnabrück. Genauso herausfordernd wie die Auswahl der Menschen, die verlegt werden können, ist die Suche nach dem passenden Krankenhaus, wo sie am Ende aufgenommen werden können.

Wichtig ist, wer genügend Platz hat, es macht keinen Sinn von der einen Mangelverwaltung in die andere Mangelverwaltung zu verlegen.
Dr. Viktoria Bogner-Flatz

Sie erhoffen sich, dass das Kleeblatt ihnen für den Moment ein wenig Entlastung bringt. "Jedes freie Bett - und wenn es nur ein oder zwei oder drei Betten sind - schafft eine Entlastung im System", sagt Dr. Hinzmann.

Ein System, dass auch in der Vergangenheit auf Kante genäht war. Doch dass sie von den grundsätzlich begrenzten und immer ausgelasteten Intensivbetten nun 30 Prozent bis 33 Prozent für nur ein Krankheitsbild hergeben müssten, das hätten sie noch nie erlebt, berichten die Krankenhauskoordinatoren.

Angst vor steigenden Infektionszahlen

"Der Turnover auf den Intensivstationen ist deutlich höher geworden", so Dr. Bogner-Flatz. Zudem sei die Schwelle für die Verlegung von Patienten von der Intensivstation auf Normalstationen nochmal gesenkt worden. Das heißt: Patient*innen werden schneller von der Intensivstation wegverlegt, damit wieder mehr Betten geschaffen werden können.

Patienten werden, das muss man leider auch sagen, gemäß des Behandlungsstandards im Augenblick deutlich früher verlegt, als wir das früher getan hätten.
Dr. Viktoria Bogner-Flatz

Sie befürchten hier, dass die Zahlen ohne entsprechende Maßnahmen noch weiter steigen werden. So müssen sie in Bayern auch künftig jedes Hilfsangebot annehmen, dass sie kriegen können, sagen die beiden Ärzte.

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Grafiken

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