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Corona belastet Krankenhäuser - Kliniken beklagen Personalnot und Rote Zahlen

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Doppelt so viele Kliniken im Vergleich zum Vorjahr schreiben Rote Zahlen, wie aus dem "Krankenhaus-Barometer" hervorgeht. Auch in der Pflege sind die Prognosen düster.

Professor Dr. med. Stefan Schröder (r), Chefarzt Klinik für Anästhesiologie im Krankenhaus Düren, spricht auf der Intensivstation mit einem Pfleger.
Viele Kliniken rutschen im zweiten Corona-Jahr in die Roten Zahlen.
Quelle: dpa

Den Krankenhäusern in Deutschland geht es offenbar so schlecht wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das geht aus dem "Krankenhaus-Barometer" des Deutschen Krankenhausinstituts hervor, das dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt. Demnach rechnen 60 Prozent der Kliniken für das ablaufende Jahr mit wirtschaftlichen Verlusten.

Gegenüber dem dem Vorjahr würde sich die Zahl der Einrichtungen, die Rote Zahlen schreiben, damit verdoppeln, so die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Eine so düstere Lage habe es seit der erstmaligen Erhebung des Krankenhaus-Barometers im Jahre 2000 noch nicht gegeben, warnte DKG-Chef Gerald Gaß.

Corona belastet Kliniken

Aktuell stufen elf Prozent der Krankenhäuser ihre wirtschaftliche Situation als gut ein, so die Umfrage. Für 2022 erwarten demnach 22 Prozent der Kliniken eine wirtschaftliche Verbesserung. Ein maßgeblicher Grund für die wirtschaftlichen Probleme sei die geringere Auslastung der Kliniken durch die Pandemie.

Jedes zweite Krankenhaus beklagt der Erhebung zufolge eine geringere Belegung als im Vorjahr. So seien planbare Operationen abgesagt worden, um Behandlungskapazitäten für Corona-Erkrankte freizuhalten. Zudem seien die Behandlungszahlen insgesamt gesunken, weil Patienten aus Sorge vor einer Ansteckung nicht zum Arzt oder in die Klinik gingen.

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Kliniken sind spektisch, ob die Kontaktbeschränkungen von Bund und Ländern ausreichen. Der Mittelstand vermisst Antworten, der DGB-Chef will die Impfpflicht-Debatte anschieben.

Gaß lobte vor diesem Hintergrund den Beschluss der Ampel-Koalition, die Freihaltepauschalen bis März 2022 zu verlängern. Problematisch sei aber, dass die psychiatrischen Kliniken weiter außen vor blieben, warnte er.

Personalsituation spitzt sich zu

Zugespitzt hat sich der Umfrage zufolge auch die Personalsituation in der Pflege. Vier von fünf Krankenhäusern haben danach Probleme, offene Pflegestellen auf ihren Allgemein- und Intensivstationen zu besetzen. Bundesweit sind rund 22.300 Pflegestellen vakant. Seit 2016 entspricht dies laut DKG einer Verdreifachung der offenen Stellen.

Jedes zweite Krankenhaus erwartet laut der Umfrage für die kommenden drei Jahre eine Verschlechterung der Personallage in der Pflege. Pflegepersonalmangel sei "das drängendste Problem der Gesundheitspolitik", sagte DKG-Chef Gerald Gaß. Es müsse nach ganz oben auf die politische Tagesordnung.

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