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Global Peace Index - Mehr Unruhen in der Corona-Pandemie

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Die Pandemie bedroht nicht nur die Gesundheit von Menschen in aller Welt. Auch Krisen und Konflikte haben sich verschärft, wie ein aktueller Friedensbericht zeigt.

Ein Polizist und Demonstranten während eines Anti-Lockdown- und Anti-Impfstoff-Protestes inmitten der Pandemie der Coronavirus-Krankheit (COVID-19) in London
Laut Global Peace Index ist Europa die weltweit friedlichste Region. Doch auch hier nahm die politische Instabilität zu.
Quelle: Reuters

Die Welt ist nach einem aktuellen Bericht in Zeiten der Corona-Pandemie konfliktreicher geworden. Das ist das zentrale Ergebnis des jährlichen Global Peace Index, den das Institute for Economics and Peace am Donnerstag in London für 2020 veröffentlichte. Damit hat sich die Friedenssituation im Schnitt zum neunten Mal in zwölf Jahren verschlechtert.

Politische Instabilität nimmt zu

Der Gründer des Instituts, Steve Killelea, macht die Pandemie für eine Verschärfung der Lage verantwortlich:

Obwohl das Niveau von Konflikten und Terrorismus im Jahr 2020 insgesamt gesunken ist, haben politische Instabilität und gewalttätige Demonstrationen zugenommen.
Steve Killelea, Institute for Economics and Peace

"Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden weitere Unsicherheiten schaffen, insbesondere für Länder, die bereits vor der Pandemie Probleme hatten", so Killelea. Voraussichtlich werde die Erholung auch sehr unterschiedlich verlaufen. Das könnte das Risiko für eine weitere Vertiefung der Gräben bergen.

Mehr gewaltsame Demonstrationen

Insgesamt registrierte der Global Peace Index zwischen Januar 2020 und April diesen Jahres weltweit mehr als 5.000 gewaltsame Ereignisse im Zusammenhang mit der Pandemie.

25 Länder verschlechterten sich in der Kategorie "gewaltsame Demonstrationen", während sich nur acht Staaten verbesserten. Am verheerendsten war die Lage in Belarus, Myanmar und Russland, wo Demonstrierende bei Protesten gewaltsam bekämpft wurden.

USA: Zahl der zivilen Unruhen gewachsen

In den USA nahm im untersuchten Zeitraum besonders stark die Zahl der zivilen Unruhen zu - allerdings nicht nur bedingt durch die Pandemie, sondern auch etwa im Rahmen der Black Lives Matter-Proteste oder bei der Erstürmung des Kapitols in Washington - Letzteres allerdings erst im Januar 2021.

Der Tod von George Floyd hat die USA verändert. Auf der Straße und in der Politik wird die Forderung nach einem Richtungswechsel im Umgang mit Schwarzen bunter und aggressiver.

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29 min
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Die Mordrate, die Todesfälle durch Terrorismus und auch die Wahrnehmung von Kriminalität ist in sehr vielen Ländern der Welt hingegen deutlich gesunken, wobei es auch hierbei extreme regionale Unterschiede gibt. In Afghanistan, Brasilien, Südafrika und Mexiko etwa gab weiterhin mehr als die Hälfte der Bevölkerung Gewalt als größtes Risiko für die eigene Sicherheit im täglichen Leben an.

Afghanistan Schlusslicht - Island ganz vorn

Afghanistan gilt in dem Bericht als das am wenigsten friedliche Land der Erde - gefolgt vom Jemen, Syrien, Südsudan und dem Irak. Island wurde dagegen erneut als das friedlichste Land der Welt eingestuft - und verteidigt diesen Platz bereits seit 2008.

Europa als Region bleibt ebenfalls nach diesem Index die friedlichste der Welt. Allerdings hält der Bericht fest, dass auch hier die politische Instabilität zugenommen hat.

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