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Impfstoffverteilung : Lambrecht warnt vor Generationenkonflikt

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Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht hat vor einem Generationenkonflikt bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen gewarnt. Jüngere seien nun doppelt benachteiligt.

Familienministerin Lambrecht bei einer Befragung.
Lambrecht kritisiert, dass Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) "unrealistische Erwartungen geweckt hat".
Quelle: Reuters

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht hat vor einem Generationenkonflikt bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen gewarnt. Jüngere haben zum Schutz der Älteren auf viel verzichtet", sagte sie dem "Spiegel". Nun aber seien sie doppelt benachteiligt.

"Es ist mir ganz wichtig, dass in der Frage der Impfungen die Generationen nicht gegeneinander ausgespielt werden", sagte die SPD-Politikerin den "Zeitungen der Funke Mediengruppe". "Gerade jetzt - in der Endphase der Pandemie - sollten wir alles daran setzen, uns nicht auseinanderdividieren zu lassen und weiter als Gesellschaft zusammenzuhalten."

Lambrecht kritisiert Spahn

Für gesunde Kinder und Jugendliche bestehe nur ein geringes Risiko, schwer an Corona zu erkranken, betonte Lambrecht. "Anders ist es bei Älteren, die bei weitem noch nicht alle geimpft werden konnten." Auch dies müsse bei der Frage der Impfstoffverteilung berücksichtigt werden.

Sie bedauere, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) "hier unrealistische Erwartungen geweckt hat". Lambrecht stellte sich hinter die Entscheidung, die Impfung vom 7. Juni an für alle freizugeben - auch für Kinder ab zwölf Jahren. Ärzte könnten dann am besten beurteilen, für wen eine Impfung am dringlichsten sei.

Christine Lambrecht (SPD), Bundesjustiz- und Bundesfamilienministerin, spricht bei der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag zum ersten Mal in ihrer neuen Funktion als Bundesfamilienministerin.

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Christine Lambrecht ist seit Donnerstag Familienministerin, zusätzlich zu ihrer Aufgabe als Justizministerin. Sie kündigt an, das Amt mit vollem Einsatz ausüben.

Ethikrat warnte vor Generationskonflikten

"Das gilt selbstverständlich auch für Kinder und Jugendliche, wenn sie besondere gesundheitliche Risiken haben." Auch die Islamwissenschaftlerin Muna Tatari, Mitglied im Deutschen Ethikrat, warnte vor Konflikten zwischen den Generationen.

"Der Solidargedanke hat das Verhalten der Mehrheit der Bevölkerung in der Corona-Krise bisher stark geprägt. Jüngere haben zum Schutz der Älteren auf viel verzichtet", sagte sie dem "Spiegel". Nun aber seien sie doppelt benachteiligt.

Jüngere Generation benachteiligt?

"Sie haben weder die Freiheiten, die bereits Geimpften wieder gewährt werden, noch haben sie einen Impfschutz. Der jüngeren Generation sollte nicht so viel abverlangt werden, dass gesellschaftliche Spaltungen drohen." Wenn sich mehr ältere Menschen mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen ließen statt mit Biontech, wäre dies sicher ein Beitrag, so Tatari. "Medizinisch scheint dem nichts entgegenzustehen."

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24.05.2022
von Sibylle Bassler
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