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Impfdebatte bei Lanz - Lauterbach: "Haben Impfstoffe erster Klasse"

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Virologe Kekulè hält die Entscheidung, Astrazeneca weiter zu verimpfen, für eine politische. Karl Lauterbach entgegnet, an der Entscheidung seien Spezialisten beteiligt gewesen.

Wegen Thrombosegefahr bei Hirnvenen wurden Impfungen mit Astrazeneca ausgesetzt. Nun gab die Europäische Arzneimittelagentur wieder grünes Licht.

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Die EMA hat empfohlen, die Impfungen mit Astrazeneca fortzusetzen. Virologe Alexander Kekulé hält diese Entscheidung für eine politische, wie er in der ZDF-Sendung Markus Lanz erklärt. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach lässt das nicht so stehen.

Kekulé: Entscheidung der EMA war eine politische

"Die wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass es bisher eine nicht gesehene Assoziation gibt, sind nur eine Assoziation. Man weiß noch nicht, ob es kausal ist", kommentierte der Virologe Kekulé die potentiellen Astrazeneca-Nebenwirkungen bei Markus Lanz.

Er bezieht sich dabei auf vereinzelte Fälle sogenannter Sinusvenenthrombosen, die infolge von Astrazeneca-Impfungen aufgetreten sind. Kekulé stellte die für ihn relevante Frage: "Ist das die Spitze eines Eisbergs, die man sieht, oder ist das ein sehr seltenes Phänomen, was man in Kauf nehmen kann?" Diese Frage habe die EMA heute nicht beantwortet. Das wisse keiner.

Symptome einer Sinusvenenthrombose sind etwa anhaltende sehr heftige Kopfschmerzen in Kombination mit punktförmigen Blutungen am Körper, erklärt Dr. Christoph Specht.

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Alexander Kekulé hatte sich vor dem Astrazeneca-Impfstopp durch die Bundesregierung dafür ausgesprochen, die Impfungen zu unterbrechen und diese Frage zu beantworten. "Das Ziel muss sein, in dieser ganzen Phase das Vertrauen in die Impfungen insgesamt zu erhalten."

Im Vorfeld hatte Kekulé Astrazeneca als "Impfstoff zweiter Klasse" bezeichnet. Das erklärte er damit, dass Astrazeneca an neue Varianten des Coronavirus' nicht angepasst werden könne. Des Weiteren sei das Nebenwirkungsspektrum unklar.

Daher sei die Entscheidung der EMA eine politische gewesen, so der 62-Jährige bei Lanz. "Sie sagt: Wir können dieses Fragezeichen auf die Schnelle nicht klären, aber, was auch immer aufgetreten ist, ist so selten, dass wir die Impfung trotzdem weiterempfehlen."

Lauterbach: Daten mit Spezialisten abgeglichen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach räumt bei Markus Lanz ein: "Ich gehe davon aus, dass die Sinusvenenthrombose tatsächlich eine Nebenwirkung von Astrazeneca ist." Allerdings sei höchstens einer von 100.000 Fällen betroffen, so der SPD-Gesundheitsexperte bei Lanz. "Es geht nur um diese ganz spezifische, sehr seltene Komplikation."

Er stimme nicht zu, dass die Behörde unter politischem Druck gehandelt habe. Lauterbach widersprach seinem Kollegen Kekulé:

Die Daten sind mit internationalen Spezialisten abgeglichen worden. Es war eine wissenschaftliche Entscheidung.
Karl Lauterbach im ZDF

"Ich hätte die Impfungen nicht unterbrochen", kommentierte der Epidemiologe Lauterbach den am 15. März von Jens Spahn verkündeten Impfstopp mit Astrazeneca, der am 18. März revidiert wurde, da das Ergebnis der EMA zu erwarten gewesen sei.

"Astrazeneca verhindert Krankenhausaufenthalte"

Der Astrazeneca-Impfstoff habe in vielerlei Hinsicht Pech gehabt, so Lauterbach. Er erweise sich im praktischen Einsatz als wirksamer als in den Studien.

Mittlerweile wissen wir, dass dieser Impfstoff gerade bei älteren Menschen bei bis zu 95 Prozent der Erkrankten den Krankenhausaufenthalt verhindert.
Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte (SPD)

Nachdrücklich erklärte der Epidemiologe: "Die Impfstoffe, die wir jetzt im Feld haben, sind aus meiner Sicht alle Impfstoffe erster Klasse. Denn noch nie haben so viele kluge Leute mit so viel Intensität an so guten Impfstoffen in so kurzer Zeit gearbeitet."

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