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Gesundheitsminister bei Lanz - Lauterbach beharrt: Impfstoff reicht nicht

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Karl Lauterbach beharrt auf seiner Aussage, es gebe einen Impfstoffmangel. Er müsse gar "notfallmäßig" Impfstoff aus Osteuropa zukaufen, sagt er im Jahresrückblick von Markus Lanz.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat bei seiner Corona-Impfstoffinventur einen Impfstoffmangel für das kommende Jahr festgestellt. Die Gesundheitsminister der Länder und die Union zeigten sich überrascht darüber.

Über eine Million Impfungen pro Tag

Im Jahresrückblick von Markus Lanz erklärte Lauterbach nun den Mangel nochmal ausführlich. Mit Verweis auf zuletzt 1,1 Millionen Impfungen pro Tag in Deutschland sagte er:

"Wir fahren derzeit die in Europa erfolgreichste Booster-Kampagne. Das ist aus meiner Sicht der Schlüssel, die Delta-Welle zu brechen und die Omikron-Welle zu verhindern." Um das durchzuhalten, brauche man aber viel Impfstoff. "Und da war das Ergebnis: Für eine solche offensive Booster-Kampagne reicht der Impfstoff nicht aus."

Gesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet vor, wie viel Impfstoff in Deutschland in den kommenden Wochen zur Verfügung steht.

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Union weist Kritik zurück, Lauterbach kontert

Die Union, die in Lauterbachs Vorgänger Jens Spahn gestellt hat, hatte die Äußerungen des neuen Bundesgesundheitsministers zuvor kritisiert. Tino Sorge, gesundheitspolitischer Sprecher der Union, teilte in einem Schreiben an seine Fraktion mit: "Karl Lauterbach ruft Feuer, um dann Feuerwehr zu spielen - obwohl er weiß, dass es gar nicht brennt." Es stünden zehn Millionen Dosen Biontech- und 40 Millionen Dosen Moderna-Impfstoff bis zum Jahresende für die Booster-Kampagne zur Verfügung.

Damit von Markus Lanz konfrontiert, konterte Lauterbach: "Ich wünschte, die Zahlen, die die Union vorträgt, wären richtig." Für die nächsten drei Wochen stünden deutschlandweit nur drei Millionen Dosen Biontech zur Verfügung. Diese habe er nun gestückelt auf 1,2 Millionen Dosen in der ersten, 0,8 Millionen Dosen in der zweiten und wieder 1,2 Millionen Dosen in der dritten Woche. "Mehr ist schlicht nicht da", betonte Lauterbach. "Die Ärzte, die jetzt mehr bestellen, die können wir nicht bedienen." Statt 40 Millionen Dosen Moderna-Impfstoff lägen außerdem nur zehn Millionen vor.

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Seitenhieb in Richtung Stiko

Der Bundesgesundheitsminister fand nun noch deutlichere Worte: "Wir gehen hier wirklich an die Reserven. Wir schütten hier alles aus." Und weiter: "Es hilft nicht, dass ich sage: Verabreicht doch Moderna!" Denn: "Die jungen Leute können leider kein Moderna nehmen, weil die Stiko eine nicht unumstrittene Entscheidung getroffen hat, dass Moderna bei den unter 30-Jährigen nicht eingesetzt werden soll."

Lauterbach versuche nun, "notfallmäßig" Impfstoff aus osteuropäischen Ländern zurückzukaufen. Nachdrücklich bekräftigte Lauterbach: "Ich unternehme einfach alles, was ich kann, um die Impfkampagne, die wir derzeit fahren, die wirklich gut ist, ununterbrochen durchziehen zu können.

Menschen unter 30 Jahren sollen künftig nur noch mit dem Biontech/Pfizer-Vakzin gegen Corona geimpft werden. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission.

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Lauterbach: Moderna wird bald knapp

Mit Blick auf das neue Jahr 2022 benannte Karl Lauterbach bei Markus Lanz einen weiteren Mangel: "Bei Moderna gehen die Mengen Impfstoff, die wir zur Verfügung haben, die jetzt gesichert sind, ab Januar sehr stark runter und zwar in einer Größenordnung, dass wir dann nur noch 1,5 Millionen Dosen Moderna pro Woche haben."

Karl Lauterbach wollte seine Feststellung des Impfstoffmangels aber nicht als Angriff gegen die Union verstanden wissen: "Das ist kein Vorwurf an meinen Vorgänger Jens Spahn. Er hat vielleicht eine andere Strategie gehabt. Er hat die Booster-Strategie vielleicht nicht so gewollt, wie ich das jetzt vornehme - überhaupt kein Vorwurf, wirklich kein Vorwurf. Aber ich muss doch reinen Wein einschenken, damit wir dies schaffen können."

Am Dienstagabend verkündete Gesundheitsminister Lauterbach, dass es für Anfang nächsten Jahres zu wenig Impfstoff geben würde. Heute gab es größtenteils Entwarnung.

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Corona-Inventur für Deutschland

"So wie ich gestrickt bin, habe ich alle an einen Riesentisch gebeten und aufgearbeitet: Was ist genau vorhanden? Was kommt wann? Welcher Impfstoff? Welche Bestellungen haben wir? Was können wir noch erwarten?“

Das habe Lauterbach abgeglichen "mit der Booster-Kampagne, die wir derzeit sehr erfolgreich fahren". Letzte Woche seien an einem Tag bundesweit sogar 1,1 Millionen Impfungen erfolgt

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