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"Das ist Diffamierung" - Lauterbach weist Panikmache-Vorwurf zurück

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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mahnt in der Corona-Krise, manche finden das alarmistisch. Diesen Vorwurf weist Lauterbach zurück: "Das ist Diffamierung", sagt er im ZDF.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mahnt, warnt und eckt an in der Corona-Krise. Den Vorwurf der Panikmache weist er im ZDF-Interview als "Diffamierung" zurück.

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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wehrt sich gegen sein Image als Corona-Panikmacher. In der ZDF-Sendung "Berlin direkt" weist Lauterbach den Vorwurf zurück: "Das ist eine Diffamierung, mehr nicht." Ihm gehe es darum, konkrete Vorschläge zu entwickeln wie den sogenannten Wellenbrecher-Lockdown, den er Kanzlerin Merkel vorgeschlagen habe. Und nicht nur das.

"Ich entwickle Teststrategien, bin beteiligt an der Weiterentwicklung der Corona-Warn-App, ich arbeite an Vorschlägen und Konzepten", so Lauterbach. Im ZDF-Interview weist er auf eine Studie hin, die Corona-Langzeitfolgen untersucht. Covid lasse das Gehirn um zehn Jahre altern sagt er. Das dürfe man nicht unterschätzen.

7.000 Neuinfektionen prognostiziert - richtig

Lauterbach warnt. Lauterbach mahnt. Tatsächlich vergeht kaum ein Tag, an dem der SPD-Mann nicht die Nachrichten bestimmt. Am 21. September warnt er in der ARD-Sendung "hart aber fair" vor 7.000 Neuinfektionen am Tag. Ärztevertreter Andreas Gassen widerspricht: "Herr Lauterbach, das geht so nicht", ärgert er sich.

Fünf Wochen später meldet das Robert-Koch-Institut über 8.685 Neuinfektionen.

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Spahn zu Lockdown im November -
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100 Tote prognostiziert - richtig

Beispiel zwei: Am 14. Oktober prognostiziert Lauterbach im ZDFheute-Interview etwa 100 Tote pro Tag, sollte die Zahl der Neuinfektionen auf 10.000 steigen. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck widerspricht bei Sandra Maischberger in der ARD. Eine Sterblichkeit von einem Prozent sei ziemlich hoch. Seine eigene Studie in Heinsberg deute auf eine geringere Sterblichkeit hin.

Am 31. Oktober meldet das Robert Koch-Institut 103 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19.

"Warnen wird irgendwann nicht mehr ernst genommen"

In der Sache korrekt, aber im Ton übertrieben? Könnte es sein, dass Lauterbach zu laut mahnt? Zu alarmistisch? Hendrik Streeck wirft Lauterbach genau das vor: "Das Problem, das ich im Moment sehe, ist, dass wir, wenn wir zu viel warnen, das Warnen irgendwann nicht mehr ernst genommen wird", sagt Streeck. Und bei Twitter geht er Lauterbach frontal an.

"Ich höre von Ihnen leider keine konstruktiven Vorschläge. Sagen Sie uns doch mal ganz konkret, wie kommen wir Ihrer Meinung nach durch die nächsten Jahre? Nicht nur die nächsten Wochen." Es ist die Forderung nach einer langfristigen Strategie. Und nach insgesamt weniger Alarmismus. Kritik bekommt Lauterbach auch für ein Interview, in dem es zunächst so klingt, als wolle er Corona-Beschränkungen auch in Privatwohnungen kontrollieren.

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von Florian Neuhann

Ab Montag gelten in ganz Deutschland wieder strengere Corona-Beschränkungen. Karl Lauterbach hat sie mit durchgesetzt. Erst ist er zufrieden, spricht von einem "Meilenstein". Doch nur wenige Tage später überwiegt schon wieder die Sorge bei dem Arzt und Epidemiologen.

"Ich bin skeptisch, wie das laufen wird", sagt er. "Wirkt das tatsächlich, oder hätte man einen kompletten Shutdown beschließen müssen, das wird sich in den nächsten Wochen zeigen." Da ist er wieder in seiner Rolle. Karl Lauterbach, der Mahner.

Karl Lauterbach mahnt und warnt. Der SPD-Gesundheitsexperte ist zum Erklärer der Corona-Krise geworden. Kritiker werfen ihm dabei Alarmismus vor. Zurecht?

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