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Mallorca streitet mit Lauterbach - "Sind hier nicht in einer Bananenrepublik"

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SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hält die Corona-Fallzahlen auf Mallorca für geschönt. Dagegen wehren sich Gesundheitsexperten aus Mallorca.

Strand auf Mallorca am 21.03.2021
Derzeit befinden sich auch viele deutsche Urlauber auf Mallorca.
Quelle: dpa

Gesundheitsexperten auf Mallorca haben mit Empörung auf den Vorwurf des SPD-Politikers Karl Lauterbach reagiert, bei Angaben zu Corona werde auf der Urlauberinsel getrickst.

Wir sind hier schließlich nicht in einer Bananenrepublik.
Gesundheitsexperte Joan Carles March

"Sondern in einem ernsthaft und professionell geführten Land», sagte der renommierte Gesundheitsexperte Joan Carles March an diesem Freitag der "Mallorca Zeitung". Antoni Oliver, Chefbiologe des Landeskrankenhauses Son Espases in Palma, in dem die Virenproben der Balearen analysiert werden, meinte: "Fakten sind Fakten, das ist schon empörend, wenn sie anders dargestellt werden."

Lauterbach äußerte wiederholt Misstrauen

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält die niedrigen Corona-Fallzahlen auf Mallorca für geschönt. Zudem glaubt er, dass die Corona-Variante P1 bereits auf der Insel sei.

Da wird auch noch getrickst, ich glaube da kein Wort.
Karl Lauterbach

"Ich glaube, dass die mittlerweile längst P1 haben. Und ich glaube auch den Fallzahlen nicht", sagte Lauterbach bei maybrit illner.

Die Uni-Klinik Son Espases hatte am Dienstag Berichte dementiert, dass die ansteckende brasilianische Virusvariante P1 auf Mallorca entdeckt worden sei. "Wir haben die Variante B.1.1.28 gefunden", hatte Kliniksprecher Juan Carlos González der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Die gefährliche Variante aus Brasilien sei aber "B.1.1.28.1 auch als P1 bezeichnet".

Professor Dr. Thorsten Lehr, von der klinischen Pharmazie der Universität des Saarlandes, sieht in den zugelassenen Reisen nach Mallorca ein Risiko für weitere Corona-Infektionen.

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Lauterbach hatte bereits Mitte der Woche gegenüber ZDFheute auf das Dementi aus Mallorca reagiert. "Die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt eine alte Ursprungsvariante aus Brasilien gefunden wird und nicht die viel weiter verbreitete aktuelle P1-Variante, scheint mir sehr gering zu sein", sagte Lauterbach am Mittwoch.

Gesundheitsministerium meldet Inzidenz unter 30

Nach den aktuellen Zahlen des regionalen Gesundheitsministeriums in Palma vom Donnerstag wurden binnen eines Tages 36 Menschen auf den Inseln im Mittelmeer positiv auf Corona getestet. Davon entfielen 30 auf Mallorca, wo zurzeit viele Deutsche trotz der Warnungen der Bundesregierung ihren Urlaub verbringen, und je drei auf Ibiza und Menorca.

Für viele vom Tourismus abhängige Mallorquiner*innen stellen die Reiseeinschränkungen eine existenzielle Bedrohung dar. Doch jetzt rollt die Urlaubswelle an.

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Das Gesundheitsministerium in Madrid gab die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen für die Balearen am Donnerstagabend mit 29,32 an, ein leichter Rückgang im Vergleich zu Mittwoch. Der niedrigste Stand bei dieser Sieben-Tage-Inzidenz war seit Jahresbeginn am 18. März gemessen worden, als dieser Wert bei 18,79 lag. Seither stieg er täglich bis auf 30,80 am Mittwoch.

Von Corona-Fällen unter Urlaubern wurde nichts bekannt. Auf den Balearen leben knapp 1,2 Millionen Menschen, davon mehr als 900.000 auf Mallorca.

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