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Interview

Neue Corona-Maßnahmen : Lauterbach: Omikron-Impfstoffe abwarten

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Die neuen Corona-Maßnahmen sind fertig. Und wieder gibt es neue Empfehlungen. Statt vierter Impfung für alle sagt Minister Lauterbach jetzt: Besser auf Omikron-Impfstoffe warten.

Die Bundesregierung hat sich auf Corona-Regeln für Herbst und Winter verständigt. Lockdowns sind tabu, dafür soll ab Oktober eine Maskenpflicht im Fernverkehr und in Kliniken gelten.

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ZDFheute: Was ist an diesem neuen Infektionsschutzgesetz, das Sie und Bundesjustizminister Marco Buschmann heute vorgestellt haben, eigentlich anders?

Karl Lauterbach: Wir haben jetzt keine Möglichkeit, die Maskenpflicht im Innenraum anzuordnen. Das wird aber ab 1. Oktober flächendeckend der Fall sein. In den öffentlich begehbaren Räumen werden wir die Maskenpflicht haben, das werden die Länder umsetzen. Darüber hinaus werden wir die Testpflicht in den Krankenhäusern und den Alten- und Pflegeeinrichtungen haben.

Die Besucher des Hamburger Isemarkt tragen am 09.10.2020 einen Mund-Nasen-Schutz.

Lauterbach zu Corona-Herbst - Maskenpflicht ab Oktober möglich 

Wie kann die erwartete Corona-Welle in Herbst und Winter abgemildert werden? Der Bund hat einen 7-Punkte-Plan ausgearbeitet. Lockdowns und Schulschließungen soll es nicht geben.

So haben wir fast überall im öffentlichen Innenraum Maskenpflicht. Die einzige Ausnahme ist, wenn man in ein Restaurant, eine Bar oder einen Club geht, kann man stattdessen einen Nachweis bringen, dass man frisch geimpft, genesen oder getestet ist. Das bringt zusätzliche Sicherheit.

ZDFheute: Aber es heißt doch nun: Die Länder können das alles optional umsetzen, sie müssen aber nicht. Was passiert denn, wenn sich einzelne Länder dagegen entscheiden?

Lauterbach: Dann wäre es wie in der Vergangenheit. Da haben wir den Ländern ja auch immer die Möglichkeiten dazu gegeben, die Umsetzung liegt bei ihnen. Es sind nur ganz wenige Dinge, die wir qua Bund umsetzen können. Wie beim Flug- und Fernverkehr, da wird die Maskenpflicht wieder gelten. Aber bei Sportveranstaltungen oder in den Schulen müssen das die Länder beschließen.

Aber die Länder haben ja auch nach diesen Möglichkeiten gerufen. Ich glaube, sie werden es alle machen.
Karl Lauterbach

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ZDFheute: Was heißt denn nun "Frisch geimpft"?

Lauterbach: Nach der Definition, die wir hier einsetzen, heißt das drei Monate. Das heißt mindestens die dritte oder eine weitere Impfung darf höchstens drei Monate zurückliegen. Dann hat man eine gute Wahrscheinlichkeit, dass der Geimpfte selbst gut geschützt und nicht so stark ansteckungsgefährdet ist wie jemand, der länger zurück liegend geimpft ist. Oder der nur eine Impfung hat.

ZDFheute: Dann kommt man mit einer vierten Impfung aber nicht über die Zeit zwischen Oktober und Ostern, die Sie für ihre Maßnahmen zugrunde legen?

Lauterbach: Das ist richtig. Wenn es sich herausstellen sollte, dass man mit den neuen Impfstoffen deutlich länger vor Ansteckung geschützt ist, dann können die drei Monate auch verlängert werden. Aber dafür müssen wir erste die neuen Impfstoffe genau bewerten können.

ZDFheute: Raten Sie jetzt von der vierten Impfung ab, soll man lieber auf die neuen Impfstoffe warten?

Lauterbach:

Wenn man im Herbst die Impfung nutzen will, um in Bars, Café und Restaurants reinzukommen, dann macht es natürlich Sinn, die neuen Impfstoffe abzuwarten.
Karl Lauterbach

Wer ein hohes Risiko hat, bei einer Infektion schwer zu erkranken, würde ich auf keinen Fall abwarten. Das ist für sie noch eine lange Strecke, noch fast zwei Monate, das Infektionsrisiko ist hoch. Ich möchte einfach nicht, das ältere Menschen in der Erwartung der Impfung jetzt noch schwer erkranken.

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ZDFheute: Sie setzen wieder verstärkt auf Tests. Die sind aber nicht mehr kostenlos.

Lauterbach: Für viele sind die Tests kostenlos, weil viele Anbieter auf die drei Euro Zuzahlung verzichten. Wenn das nicht so ist, muss man sich die Frage stellen, ob man mit einer Impfung besser bedient ist, wenn man ohne Maske in ein Restaurant will.

ZDFheute: Wie zäh waren die Verhandlungen mit Bundesjustizminister Buschmann?

Lauterbach: Ich schaue immer auf das Ergebnis. Die Atmosphäre bei den Gesprächen war immer gut. Wir haben auch häufig im Kanzleramt verhandeln, also auf neutralem Boden. Das hat geholfen. Aber es ist ganz klar:

Wenn ein Mediziner mit einem Juristen verhandelt, dann ist das nie einfach. Wir haben uns dann aber ganz gut geeinigt.

Das Interview führte Andrea Maurer.

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