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Mehr Corona-Tests und Luftfilter - Lehrer fordern besseren Infektionsschutz

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Die GEW fordert Luftfilter für Klassenräume. Lehrer- und Ärztevertreter fordern zudem mehr Corona-Tests. Die Bundesländer dürften Präsenzunterricht nicht gefährden.

Ein Kind in der Schule macht einen Corona-Schnelltest.
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes fordert: Schnelltests an Schulen sollen auf mindestens drei Testungen pro Woche ausgeweitet werden. (Archivbild)
Quelle: EPA

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen vor allem bei jungen Menschen haben Lehrer- und Ärztevertreter die Bundesländer davor gewarnt, Schulöffnungen nach den Sommerferien zu gefährden. Die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, sagte der "Rheinischen Post":

Wenn die Schulen krisenfest werden sollen und es nach den Sommerferien wieder regelmäßigen Präsenzunterricht geben soll, dann sind Luftfilter – neben einem Hygienekonzept inklusive regelmäßiger Tests – in allen Klassenräumen erforderlich
Maike Finnern, GEW-Chefin

Der Bund habe zwar endlich ein Förderprogramm auch für mobile Luftfilter aufgesetzt. "Die Förderung ist aber auf die Schulräume der Kinder und Jugendlichen bis zwölf Jahre beschränkt. Das reicht nicht aus, da die hohen Zahlen besonders Jugendliche und junge Erwachsene betreffen", sagte Finnern.

Meidinger kritisiert fehlende Vorbereitung auf das Szenario Distanzunterricht

"Der Hauptfehler im letzten Sommer war, dass man im Hinblick auf die erhoffte Normalität eines vollständigen Präsenzunterrichts nicht genug getan hat für einen ausreichenden Hygieneschutz an den Schulen", sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger.

Zudem habe man sich auch nicht ausreichend auf das alternative Szenario eines wieder notwendigen Distanzunterrichts vorbereitet. Der Lehrerverband sei besorgt, dass die Landesregierungen "aus den damaligen Fehlern nicht genug gelernt haben", sagte Meidinger. Zu wenige Klassenzimmer seien bisher mit Raumfilteranlagen nachgerüstet worden.

Zahlreiche Länder kehren in den Präsenz-Schulbetrieb zurück. Das stößt bei Lehrern und Eltern nicht unumschränkt auf Zustimmung. Denn die Infektionszahlen steigen wieder. Und ein neuer Konflikt droht: Lehrkräfte fordern, früher geimpft zu werden.

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Das Risiko einer "kompletten Durchseuchung" der weitgehend ungeimpften Kinder und Jugendlichen sei nach den Schulferien groß, warnte er. Die Schnelltests an Schulen müssten deutlich auf mindestens drei Testungen pro Woche ausgeweitet werden. Gleichzeitig müsse in den wenigen verbleibenden Wochen bis zum Schuljahresstart die Digitalisierung der Schulen mit voller Kraft vorangetrieben werden.

Bundesärztekammer: Forderung nach täglichen Lolly-Tests für Schüler

Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, forderte, noch in den Sommerferien die Infektionsschutzmaßnahmen für Schulen und Kitas vorzubereiten. Außerdem reichten die bisher in vielen Bundesländern üblichen zwei Schnelltests pro Woche bei weitem nicht aus, sagte er der "Rheinischen Post".

Um die Infektionsdynamik zu verringern und Wechselunterricht zu vermeiden, müssten PCR-Pooltests, sogenannte Lolly-Tests, flächendeckend für alle Schülerinnen und Schüler zur Verfügung gestellt werden und täglich zum Einsatz kommen. "Kinder und Jugendliche brauchen für eine gesunde Entwicklung einen geregelten Schulbetrieb mit sozialen Kontakten", sagte der Mediziner.

Schulschließungen: Gravierende Folgen

Schon jetzt sei ersichtlich, wie gravierend die Folgen der bisherigen Schulschließungen für die junge Generation seien: "Dazu zählen vermehrt auftretende Angststörungen, Konzentrations- und Schlafstörungen, Depressionen, Suizidgedanken sowie eine verzögerte Sprachentwicklung und eine Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten", sagte Reinhardt. Deshalb dürften Schulöffnungen nach den Sommerferien nicht gefährdet werden.

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