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Corona-Ländervergleich - Die Lockdowns der Anderen

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Deutschland bleibt wohl noch einige Wochen im Shutdown. Andere Länder bekämpfen die Corona-Pandemie mit tatsächlichen Lockdowns inklusive Ausgangsbeschränkungen. Ein Überblick.

Eine Straße in Köln ist am Morgen leer, aufgenommen am 19.01.2021
Während im deutschen Shutdown unter anderem Gastronomie und Einzelhandel schließen mussten, gilt anderorts ein harter Lockdown. Vor die Tür darf hier nur, wer einen triftigen Grund hat.
Quelle: dpa

In Deutschland wird der strenge Shutdown nochmal verlängert. So steht es zumindest in der Beschlussvorlage der heutigen Bund-Länder-Konferenz. Geschäfte und Restaurants sollen geschlossen bleiben, Kitas und Schulen nur eine Notbetreuung anbieten und private Treffen dürfen weiterhin nur mit einer Person aus einem anderen Hausstand stattfinden. [ZDFheute zeigt nach dem Ende der Beratungen die Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Livestream]

Harte Zeiten, definitiv, doch ein Blick ins Ausland zeigt, dass andere Staaten noch wesentlich strenger sind - und seit vielen Wochen tatsächliche Lockdowns verordnet haben.

Israel

Israel befindet sich aktuell im dritten Lockdown. Seit dem 8. Januar darf das eigene Haus oder die Wohnung nur noch in einem Umkreis von 1.000 Metern verlassen werden. Ausnahmen sind dabei der Corona-Impftermin, sportliche Aktivitäten und Einkaufen. Geöffnet haben aber nur Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte und Apotheken.

An ihren Arbeitsplatz dürfen die Menschen nur in Ausnahmefällen. Kontakt mit Kunden ist verboten. Versammlungen in geschlossenen Räumen sind auf fünf Personen beschränkt, im Freien auf Zehn Personen.

Wirkt der Lockdown?

Trotz der strengen Maßnahmen verzeichnet Israel einen Höchststand bei den Neuinfektionen. Vergangene Woche lagen die Infektionszahlen mehrfach über 9.000. Gestern wurden sogar 10.021 Infektionen gemeldet. Das Gesundheitssystem hat die Belastungsgrenze erreicht.

Mehr als 4.000 Menschen sind verstorben. Alle Hoffnung legt das Land auf die schnell angelaufene Impfkampagne: Insgesamt bekamen bereits 2,2 der gut neun Millionen Einwohner eine erste Impfung gespritzt. Die Zahl der Neuinfektionen bei den über 60-Jährigen soll durch die Impfungen bereits deutlich gesunken sein.

Während im deutschen Shutdown unter anderem Gastronomie und Einzelhandel schließen mussten, gilt anderorts ein harter Lockdown. Vor die Tür darf hier nur, wer einen triftigen Grund hat.

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Polen

Seit dem 28. Dezember gilt in Polen ein verschärfter Lockdown. Ursprünglich war der bis zum 17. Januar geplant - wurde nun aber bis Ende Januar verlängert. Geschäfte in Einkaufszentren sind geschlossen - mit Ausnahme von Lebensmittelläden, Apotheken und Drogerien. Auch Hotels haben ihren Betrieb vorübergehend eingestellt. Die Skipisten sind geschlossen, Hochzeiten und andere Feiern sind verboten.

Menschen, die aus dem Ausland nach Polen einreisen, müssen sich in eine zehntägige Quarantäne begeben. Ausgenommen von der Regelung sind Personen, die zu beruflichen Zwecken einreisen.

Wirkt der Lockdown?

Die Maßnahmen haben zumindest dafür gesorgt, dass die Fallzahlen sich stabilisieren. Nachdem Polen Ende November landesweit 472 Infektionen pro 100.000 Einwohner und täglich mehr als 25.000 Neuinfektionen hatte, liegen die Infektionszahlen nun wieder auf einem Niveau, das mit Deutschland vergleichbar ist.

Doch es regt sich Widerstand gegen die Maßnahmen: Die Betreiber von mehr als hundert Hotels, Restaurants und Bars sowie einige Freizeiteinrichtungen wollen ihre Geschäfte in den kommenden Tagen wieder aufnehmen, da sie den Lockdown für verfassungswidrig halten. Für Debatten im Land sorgt auch ein Skandal um Prominente, die vor dem Jahreswechsel in der Warschauer Medizinischen Universität bevorzugt geimpft worden waren.

Warum wir im ZDF die Maßnahmen in Deutschland "Shutdown" und nicht "Lockdown" nennen, hat Andreas Wunn in seinem ZDFheute Update am Morgen erklärt:

Andreas Wunn

Update am Morgen - Kleines Corona-Lexikon: Lockdown vs. Shutdown 

Warum ein Shutdown kein Lockdown ist - und es wichtig ist, das mal klarzustellen: Unser ZDFheute-Update.

von Andreas Wunn

Großbritannien

Auch Großbritannien befindet sich seit dem 5. Januar im dritten Lockdown. Es gelten wieder die "Stay at home"-Regeln. Das Haus darf nur verlassen werden, um Lebensmittel und Medikamente einzukaufen, um zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen und um Sport zu treiben. Schulen und Hochschulen sind geschlossen. Der Einzelhandel, Friseure und die Gastronomie sind ebenfalls geschlossen. Private Treffen sind verboten.

Die Briten sind im Lockdown, und doch gehen die Corona-Zahlen nicht runter. Die Krankenhäuser sind am Limit.

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Wirkt der Lockdown?

Kurz nach Beginn des Lockdowns verzeichnete Großbritannien die höchsten Infektionszahlen seit Beginn der Pandemie. Auch die Todesfälle stiegen weiter. Besonders schlimm ist die Lage in London. Dort rief Bürgermeister Sadiq Khan den Katastrophenfall aus. Die Sieben-Tages-Inzidenz lag dort zwischenzeitlich bei mehr als 1.000. Mittlerweile flacht die Kurve ab, es infizieren sich aber immer noch täglich rund 45.000 Menschen mit dem Coronavirus.

Auch in Irland explodierten die Infektionszahlen nach den Weihnachtsfeiertagen. Es ist noch nicht abschließend untersucht, ob für diese Entwicklungen auf Lockerungen zu den Feiertagen oder eine mutierte Variante des Virus verantwortlich ist, das sich sehr viel schneller zu verbreiten scheint.

Frankreich

Frankreich hatte den letzten Lockdown im vergangenen November, aktuell sind die Maßnahmen etwas gelockert. Aus Sorge vor der Ausbreitung der britischen Coronavirus-Mutation gilt ab Samstag aber eine landesweite Ausgangssperre ab 18 Uhr. Auch alle Geschäfte müssen um diese Uhrzeit schließen. Schulen und Kitas bleiben aber geöffnet. Die verschärfte Ausgangssperre gilt vorerst für zwei Wochen. Im Fall einer Verschlechterung der Lage wird ein neuer Lockdown wie zuletzt im November jedoch nicht ausgeschlossen.

Wirkt der Lockdown?

Der strenge Lockdown im vergangenen November hat Frankreich wieder ein wenig Kontrolle in der Pandemie gebracht: Die Infektionszahlen konnten von fast 90.000 am Tag auf 10.000 gesenkt werden. Aktuell steigen die Infektionszahlen jedoch wieder. Die Zahl der infolge des Coronavirus gestorbenen Menschen ist auf mehr als 70.000 gestiegen.

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.

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